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08.09.2022: Black Hills

Nachdem wir den Badlands National Park verlassen haben, geht es für uns in den Black Hills National Forest. Hier, in dem ausgedehnten Gebirgszug, befindet sich nicht nur der Black Elk Peak, der mit 2.208 Metern der höchste Berg South Dakotas ist, sondern es reihen sich auch diverse Sehenswürdigkeiten dicht an dicht aneinander.

Mount Rushmore

Gegen 10.00 Uhr erreichen wir unseren ersten Stopp, der wahrscheinlich auch der mit Abstand bekannteste ist: Das Mount Rushmore National Memorial.

Seit 1941 schauen hier die vier 18 Meter hohen Porträts der US-Präsidenten George Washingtons, Thomas Jeffersons, Theodore Roosevelts und Abraham Lincolns von einem 1.745 Meter hohen Berg hinab.

Das monumentale Kunstwerk können wir bereits bei der Anfahrt von der Straße aus sehen, aber es ist auf jeden Fall noch imposanter, als wir dann schließlich auf der Grand View Terrace genau davor stehen.

1976 wird als Teil der Feierlichkeiten zur Zweihundertjahrfeier der Unabhängigkeitserklärung Amerikas das National Memorial dann durch die Avenue of the Flags ergänzt, wo die Flaggen aller 50 amerikanischen Bundesstatten inklusive des District of Columbia, der drei Territorien und der zwei Commonwealths im Wind wehen.

Für die Amerikaner ist Mount Rushmore ein sehr patriotischer Ort und viele trage Klamotten mit Amerika-Schriftzügen oder -Farben. Aber auch an Nicht-Amerikaner geht die Atmosphäre, die hier herrscht nicht vorbei und es dauert nur wenige Minuten bis wir uns nicht mehr mit den – wirklich imposanten – Steinportäts, sondern mit amerikanischer Geschichte und den vier Präsidenten beschäftigen.

Umso mehr freuen wir uns, dass wir zufällig genau zum Ranger Talk “Secrets of the Flags” kommen und so bekommen wir in knapp 30 Minuten anhand der diversen Flaggen einen Schnelldurchlauf durch die amerikanische Geschichte. Wirklich interessant.

Danach schlendern wir noch über den knapp einen Kilometer langen Presidential Trail. Hier gibt es neben einer neuer Perspektive auf die Porträts nochmal diverse Infoschilder über die vier Präsidenten. Dies scheint übrigens sehr unpatriotisch zu sein: Fast alle anderen Gruppen, die wir dort treffen sprechen nicht Englisch untereinander.

Nach zwei Stunden ist es dann schon wieder Zeit zu gehen, was eigentlich auch gut ist, denn mittlerweile ist es schon wieder sehr warm geworden.

Trotzdem lassen wir es uns natürlich nicht nehmen auch bei dem “George Washington Profil-Viewpoint” noch zu stoppen.

Crazy Horse Memorial

Unser nächster geplanter Stopp ist eigentlich das von Mount Rushmore circa 30 Minuten entfernte Crazy Horse Memorial. Ähnlich wie bei Mount Rushmore wurde zu Ehren des Indianers Crazy Horse, der ein Anführer der Oglala-Lakota-Indianer war und bei der Schlacht von Little Bighorn den amerikanischen Truppen eine schwere Niederlage beibrachte, begonnen sein Portrait in den Berg zu hauen/ sprengen.

Das Memorial ist um ein Vielfaches größer, als Mount Rushmore. Sollte es jemals vollendet werden, wird es das größte Kunstwerk dieser Art in der Welt sein. Der Bau läuft bereits seit 1948, bisher ist jedoch nur das Gesicht fertiggestellt. Ein Termin zur Fertigstellung ist nicht in Sicht, derzeit werden dafür “nur noch” 100 Jahre veranschlagt.

Als wir endlich am Memorial ankommen, verlässt uns allerdings die Motivation. Wir sind müde und freuen uns auf unser klimatisiertes Motelzimmer. Obwohl uns das Memorial und die Geschichte interessiert hätte, verzichten wir auf einen Besuch und machen – ein wenig schändlich – nur ein Foto von der Straße aus.

Vielleicht klappt es ja die Tage noch…

Custer State Park Teil 1
Iron Mountain Road

Für den Heimweg wählen wir einen der drei Scenic Drives, die durch den hier in den Black Hills liegenden Custer State Park führen.

Die knapp 28 Kilometer lange Iron Mountain Road windet sich durch die Black Hills und hat auf ihrem Weg 314 Kurven, 14 Swichtbacks, 3 Pigtails, 3 Tunnel und vier Viewpoints auf Mount Rushmore zu bieten.

Den unteren Teil finden wir noch relativ unspektakulär. Für die Amerikaner, die meist nur auf schnurgraden Highways oder Interstates fahren, mag die “windy mountain road” ein echtes Erlebnis sein, aber für Europäer ist es eigentlich eine ganz normale Straße durch einen Wald 😉

Allerdings sind später die Aussichten auf Mount Rushmore und die Pigtails schon beeindruckend und wir verbringen noch einige Zeit an den diversen Turnouts.

Am Ende ist es doch wieder ziemlich spät, als wir im Motel ankommen, insbesondere weil wir nach der Dusche direkt wieder los müssen, um noch einzukaufen. Da wir hier eine kleine Küchenzeile habe, wollen wir unbedingt zumindest einen Tag etwas “normales” mit Gemüse essen. Gerade, wenn man keinerlei “Boardmittel”, wie Gewürze u.ä. hat, ist dies allerdings ziemlich schwierig.

Im Walmart bekommen wir daher eine kurze Krise, weil wir ewig nach etwas zum Kochen suchen und unsere Motel-Zeit, die wir wirklich dringend benötigen, um diverse Sachen zu erledigen, schwindet. Der Eklat endet damit, dass wir darüber streiten, ob wir Zeit haben noch nach Taschentüchern zu suchen 😉

Am Ende ist aber alles wieder gut und wir entscheiden, einfach den nächsten Tag ein wenig umzugestalten.

Needles Highway

Am nächsten Tag steht der zweite der drei Scenic Loops im Custer State Park an. Diesmal geht es für uns auf den Needles Highway. Da es mal wieder sehr war werden soll, sind wir schon um kurz nach acht im Auto, dementsprechend haben wir die ersten Viewpoints noch fast komplett für uns.

Auch der 22 Kilometer lange Needles Highway ist eine “windy mountain road”, die – wie Ihr sicherlich schon erraten habt – ihren Namen den beeindruckenden Felsformationen verdankt, die überall entlang der Straße zu sehen sind.

Cathedral Spire to Little Devils Tower Trail

Eigentlich hatten wir geplant die drei angeblich besten Trails des State Parks miteinander zu kombinieren. Im Hinblick auf die Temperaturen und darauf, dass wir wirklich noch viel Organisatorisches zu erledigen haben, entscheiden wir uns allerdings dafür den Aufstieg zum Black Elk Peak auszulassen und uns auf den Little Devils Tower und den Cathedral Spire Trail zu beschränken.

Die Wanderung zu den Cathedral Spires startet am gleichnamigen Trailhead am Needles Highway. Durch den Wald geht es ständig bergauf, jedoch nicht besonders steil. Nur ab und an wird es ein wenig felsiger, aber alles kein Vergleich zu den Wanderungen, die wir bereits hinter uns haben.

Kurz darauf geht rechts der Cathedral Spires Trail eben weiter und links der Little Devils Tower Trail nach oben: Da es bereits ziemlich schwül heiß ist und wir den “anstrengenderen” Teil vorziehen wollen, biegen wir nach links ab.

Es geht also weiter nach oben, jedoch wieder sehr gemäßigt. Trotzdem sind die Aussichten schon sehr schön und wir können bereits einen ersten Blick auf den Elk Peak, der Ziel des dritten Trails gewesen wäre, werfen.

Die letzten hundert Meter müssen wir jedoch tatsächlich über und an Felsen klettern, bevor wir den Gipfel erreicht haben. Von hier hat man schöne Sicht in alle Richtungen. Besonders schön waren die Ausblicke auf die Cathedral Spires einerseits und auf den Black Elk Peak andererseits.

Nach einer längeren Pause steigen wir wieder hinab und machen uns auf den Weg durch die Cathedral Spires. Am Ende des Trails angelangt, treffen wir auf eine Familie aus Chicago, mit der wir – wie hier so üblich – eine Viertelstunde über alles mögliche plaudern, nett.

Im Anschluss gehen wir fröhlich zum Auto zurück, da wir uns auf die Klimaanlage und den langen Nachmittag im Motel freuen. Danach fahren wir auf den Highway noch die verbliebene Strecke bis nach Custer, bevor wir uns auf den Rückweg zum Motel machen und auf dem Weg noch kurz in der Laundry stoppen.

Wieder “daheim” angekommen, heißt es dann insbesondere Equipment säubern und die weitere Reise planen, da die nächsten Slots für Permits, Touren und Campgrounds anstehen. Außerdem brauchen wir wirklich endlich mobiles Internet. Am Ende des Tages ist dann sogar noch Zeit für den Blog und Instagram, bevor wir was fast normales zu Abendessen. Es gibt Gnocchi mit Zucchini.

Die Amerikaner sind übrigens witzig: Es gibt eine riesige Küchenzeile, zwei Stühle, aber keinen Tisch…


Der neue Tag beginnt mit guten Nachrichten, denn als es für uns Zeit zum Aufstehen ist, ist meine wunderbare, fantastische und wunderschöne Schwester bereits mit meinen ebenso großartigen Jetzt-Neu-Schwager verheiratet. Auch an dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch! Ihr habt grandios ausgesehen und wir freuen uns wie Bolle 🙂

Natürlich wäre wir gerne dabei gewesen, auch bei der Party am Samstag. Aber schon als wir uns erstmals mit dem Gedanken einer Weltreise auseinandergesetzt haben, haben wir uns bewusst gemacht, dass die Möglichkeit besteht, dass in der Heimat Dinge passieren und wir nicht dabei sein können. Das gehört (leider) dazu.

Jewel Cave National Monument

Nach dem Frühstück geht es für uns zu Jewel Cave National Monument, wo wir um 09:20 Uhr an der 1 ½-stündigen Scenic Tour teilnehmen.

Die Jewel Cave ist die drittlängste Höhle der Welt und bekannt für die kristallartig schimmernden Steine, die ihre Wände säumen.

Obwohl wir mittlerweile schon sehr, sehr viele Höhlen gesehen haben, gefällt uns die Jewel Cave sehr gut und obwohl wir genau wissen, dass Höhlenfotos in der Regel nichts werden, gibt Kai auch diesmal wieder alles. Könnte auch abstrakte Kunst sein, oder?

Custer State Park Teil 2
Wildlife Loop

Danach geht es für uns ein letztes Mal in den Custer State Park, wo wir zum Abschied noch den dritten Scenic Loop in Angriff nehmen. Dieser sog. Wildlife Loop führt auf 29 Kilometern durch offenes Grasland, wo – je nach Tageszeit – die Möglichkeit besteht Tiere, insbesondere Bisons, zu beobachten.

Wir sind für Tierbeobachtungen zwar etwas spät dran, trotzdem haben wir aber Glück und sehen Hunderte von Bisons am Horizont.

Danach kehren wir für ein schnelles Mittagsessen an einem Picknickplatz ein, anschließend geht es für uns weiter nach Hot Springs, wo wir auf dem Cold Brooks Campground übernachten.

Unser Campingplatz liegt direkt an dem wunderschön schimmernden See, aber aufgrund der Hitze und der vielen Fliegen und anderen potentiellen Stechtieren können wir das Outdoorerlebnis nicht zu 100% genießen.

Aber morgen Nachmittag geht es für uns weiter nach Cheyenne, wo wir über das Wochenende in einem Motel (fast) eine Pause einlegen werden. Darauf freuen wir uns schon.

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