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10.08.22: Eine Menge Höhenmeter im Triglav Nationalpark

Heute war es Zeit die ruhigeren Gebiete Sloweniens zu verlassen und in Richtung des Outdoorparadieses Triglav Nationalpark aufzubrechen.

Unser Ziel war Stara Fužina, ganz in der Nähe des Bohinjsko jezero (= Bohinj See), doch bis dahin lag zunächst eine lange Fahrt vor uns.

Wenn man laut Google 2 1/2 Stunden für 100 km braucht, dann weiß man Bescheid. Mit der Straße kann etwas nicht in Ordnung sein.

Und so war es dann auch, die Strecke war ein absolut mustergültiges Beispiel für eine übliche slowenische Straße abseits der mautpflichtigen Autobahn: 2 1/2 Stunden folgte bergauf, bergab eine Kurve nach der anderen und oft war die Straße so eng, dass jeder Gegenverkehr zu einer spannenden Situation wurde.

Eine richtig miese Zeit für den Magen des Beifahrers, aber für den Fahrer auch nicht viel besser. Am Ende hätten wir nicht so geizig sein und uns eine Vignette leisten sollen. Für 15,- EUR wären wir nur 1 1/2 Stunden unterwegs gewesen und das, obwohl die Strecke locker 20 Kilometer länger gewesen wären. Aber hinterher ist man ja immer schlauer…

Letztendlich sind wir dann ja auch gut angekommen.

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Entlang der Mostnica

Da es noch nicht mal 13.00 Uhr war, entschieden wir uns für eine kleine Wanderung entlang der Mostnica. Diese hat hier eine wunderschöne und vor allem tiefe Klamm geschaffen, in welcher der Fluss in allen erdenklich schönen Farben leuchtet.

Nachdem wir gelesen hatten, das man den Weg in unterschiedlichen langen Etappen gehen könne, das richtige Ende aber erst am Mostnica-Wasserfall sei, war für uns ziemlich schnell klar, dass wir es auf jeden Fall bis zum Wasserfall gehen wollen. Es waren ja (one-way) auch nur 6 Kilometer.

Tatsächlich schafften wir es bis zum Wasserfall, obwohl der Weg gerade zum Ende aussichtstechnisch gar nichts mehr her gab. Wir hielten durch. Endlich am Wasserfall angekommen, wurden wir allerdings gleich mehrfach enttäuscht:

Erstens: Der Wasserfall ist im Winter sicherlich eindrucksvoller. Aber dies war noch nicht so schlimm, immerhin haben hier die Flüsse jetzt überhaupt wieder Wasser.

Zweitens: Kurz bis unter den Wasserfall kann man mit dem Wagen fahren. Es ist einfach sch…., wenn man 6 Kilometer mit knapp 300 Höhenmetern gelaufen ist und endlich total verschwitz, aber glücklich am Endpunkt ankommt und dann hunderte von Menschen in Flip Flops und frisch parfümiert an einem vorbei schlappen.

Aber nun gut, nächstes Mal wird besser recherchiert! Nach einem kurzen Stopp ging es dann also die ganzen 6 Kilometer zurück zu unserer Unterkunft. Wenigstens hatten wir uns damit – im Gegensatz zu den anderen – den riesigen Burger am Abend verdient.

Jetzt bereiten wir uns mental auf die nächsten Tage vor, denn hinsichtlich der Höhenmeter wird es nochmal richtig anspruchsvoll.


Im Tal der Sieben Seen

Heute sollte ein absoluter Leckerbissen im Triglav-Nationalpark kommen: Das Tal der sieben Seen. Eigentlich eine Mehrtagestour, aber mit etwas Anstrengung kann man an einem Tag auch einen Teil des Tals sehen. Damit war klar, was zu tun ist.

Der Tag startete daher bereits um 06.00 Uhr, damit wir noch ausreichend Zeit haben, um den Bus um 08.00 zu erwischen und vorher im örtlichen Supermärktchen noch ein paar Riegel zum Mittag abzustauben.

Im Laden angekommen, mussten wir dann allerdings feststellen, dass sie keine Riegel führen. Und auch sonst nichts, worauf man um die Mittagszeit so Hunger hat. Aber Katzenfutter gab es, ganz toll. Zu Essen hatten wir also zwei belegtes Brötchen und eine Packung Tuk-Kekse.

Danach lief es allerdings besser, denn wir ergaunerten zwei Sitzplätze in dem ansonsten komplett überfüllten Minibus und freuten uns, dass wir den Weg nicht laufen mussten. Es ging nämlich eine halbe Stunde lang nur aufwärts.

Die Wanderung zum Doppelsee war dann ganz nett, aber wenig spektakulär. Viel Aussicht gab es nicht, es war ein solider Weg durch europäischen Mischwald, der hin und wieder durch eine Alm aufgelockerte wurde.

Wer es von Euch noch nicht weiß: Wald mögen wir nicht so sehr, da man nichts sieht. Wir mögen Berge. Und Steine. Da gibt es auch weniger (Stech-)Insekten.

Die beiden Seen hingegen waren mehr als ein absoluter Hingucker und entschädigte uns für den Weg.

Nach dem üppigen Mittagessen und einer angemessenen Pause am See war es erst kurz vor 13.00 Uhr. Wir hatten also noch etwas Zeit.

Leider entschieden wir uns, einen weiteren der sieben Seen zu besuchen. Die Strecke verlängerte sich dadurch ja nur um einen Kilometer und 250 Höhenmeter. Der Weg war dann aber ziemlich furchtbar: Man musste andauernd über kopfgroße Steine balancieren, er war zugewachsen, Bäume lagen quer und es war zeitweise richtig steil.

Der zweite See war dann leider auch etwas enttäuschend. Er wäre sicher sehenswert gewesen, hätte er mehr Wasser gehabt, hatte er aber nicht. Darüber hinaus dauerte der Abstecher länger als geplant, weswegen wir unseren Bus um 16.00 Uhr um wenige Minuten verpassten. Der nächste fuhr dann erst um 17.00 Uhr, was umso blöder war, als dass wir zu dem Zeitpunkt bereits seit über einer Stunde massiv Hunger hatten. Insgesamt war die Tour ja auch über 20 Kilometer lang und hatte über 1.100 Höhenmeter im Auf- und Abstieg.

Glücklicherweise fuhr der nächste Bus pünktlich und nach einem kurzen Reinigungsaufenthalt in unserem Apartment haben wir im nächsten Restaurant sehr leckere Pizza gegessen. Jetzt liegen wir angemessen faul im Bett und genießen es uns nicht bewegen zu müssen. Das kann noch gut zehn Minuten so gehen, dann sind wir wahrscheinlich eingeschlafen.

Auf den Gipfel des Črna Prst

Ich (Kai) merke, dass wir wieder in den Alpen angekommen sind. Unsere Tagesbeschäftigung besteht wieder aus Aufstehen, Berg rauf, Berg runter, Abendessen, schlafen. So auch heute.

Auf dem Programm stand die Wanderung auf den Črna Prst, die circa 12 Kilometer und 1.050 Höhenmeter hat. Laut Reiseführer gäbe es hier aber nur ein steiles Wegstück. Dem können wir nur bedingt zustimmen: Das Wegstück ist etwa 6 Kilometer lang, startet am Parkplatz und endet kurz vor dem Gipfel an der dortigen Hütte. Darüber hinaus war der Weg, wie bereits von anderen Wanderungen gewohnt, felsig. Habe ich bereits steil erwähnt?

Die Aussichten waren im Aufstieg meist zwischen fünf und zwanzig Meter weit und endeten häufig an Bäumen und Gebüsch, manchmal aber auch an Steinen und Felswänden. Das änderte sich zum Glück aber nach etwa zwei Dritteln des Weges. Von dort an konnte man die Berge auf der gegenüberliegenden Talseite und die Gipfel um den Triglav, den höchsten Berg Sloweniens, sehen.

Der Blick vom Gipfel war dann mal wieder großartig. Wir konnten sogar den Bohinj-See inklusive der Stand-Up-Paddler sehen. Trotz des starken und eher kalten Windes blieben wir bestimmt 30 Minuten auf dem Gipfel, bevor wir den Rückweg antraten, für uns also quasi eine halbe Ewigkeit.

Schließlich war es dann Zeit für den langen Abstieg. Glücklicherweise verlief der Rückweg auf einem anderen – deutlich besseren – Weg, so dass wir, obwohl es ziemlich steil bergab ging, zügig voran kamen. Bereits nach 2 1/2 Stunden standen wir schon wieder an unserem Wagen, dass war 30 Minuten schneller als auf den Wegweisern angegeben. Außerdem waren wir sogar schneller als zwei slowenische Damen, die mit uns am Gipfel gestartet sind, was quasi der alpinistische Ritterschlag war 😉

Und dabei waren wir beim Aufstieg bereits so stolz gewesen, es in der angegebenen Zeit geschafft zu haben. Normalerweise kann man da – egal wieviel Mühe man sich gibt – nämlich mindestens um die 20-30 Minuten on top rechnen. Insgesamt also ein erfolgreicher Bergtag!

Am Abend wollten wir dann zum Essen in das Burger-Restaurant im nächsten Dorf. Dort angekommen gab es jedoch auch nach zehn Minuten Warten keinen Parkplatz. Etwas weiter gab es Bezahlparkplätze, aber drei Euro die Stunde fanden wir etwas unverschämt, wir sind ja nicht in Stuttgart Mitte.

Kein Problem, direkt neben unserer Unterkunft war ja auch ein Restaurant, also zurück gefahren, geparkt und fix hingelaufen. Dort grüßte uns dann allerdings ein Schild, dass heute Ruhetag sei.

Nach Rücksprache mit unserem Gastwirt sind wir dann in ein nahe gelegenes weiteres Dorf gefahren. In dem Restaurant dort waren jedoch ebenfalls alle Parkplätze belegt. Nach einem kurzen Nervenzusammenbruch quetschten wir unser kleines Auto dann aber halblegal in ein winziges Eckchen und konnten, über 30 Minuten nachdem wir zum ersten Mal los gefahren sind, endlich Abendessen bestellen.

Morgen ist es dann wieder Zeit den Ort zu wechseln, es geht nach Jesenice, einem kleinen Ort, der ebenfalls am Rande des Triglav Nationalpark liegt. Es wird also noch die ein oder andere Tour anstehen, bevor es dann tatsächlich (schon) zurück nach Deutschland geht.

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