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Biscayne National Park – Eine Tour nach Boca Chita Key

In den meisten National Parks dominiert das Land das Bild, aber Biscayne National Park ist nicht wie die meisten Parks. Hier sind Wasser und Himmel so überlegen, dass das bisschen verbleibende  Land ganz unbedeutend wirkt.

Biscayne ist eine einfache Schönheit: Klares blaues Wasser unter einem weiten Himmel mit hell scheinender Sonne. Dunkle, grüne Wälder, hier und da ein Boot oder ein Vogel. Und trotz dieser Unscheinbarkeit schützt Biscayne National Park gleich vier Ökosysteme, die zusammen eine riesige, unbeständige Wildnis bilden: Die Mangroven-Sümpfe entlang der Küstenlinie, die flache Bucht von Biscayne Bay, einige der Florida Keys, sowie einen Teil des riesigen, vor Florida liegenden Korallenriffs.

– Aktualisierung Juni 2021 – 

Park Facts

  • Gegründet: 28. Juni 1980
  • Größe: 700 km²
  • Höhenlagen: Bis 2,7 Meter
  • Lage: Nahe Miami, Florida
  • Öffnungszeiten: Ganzjährig
  • Eingang: Am Dante Fascell Visitor Center
  • Eintritt: Kostenlos
  • Besucher: 710.000 jährlich (Rank 30/63)
  • Mehr Infos: National Park Service Biscayne
Ranger-Bootstour nach Boca Chita Key

Nur 5% des National Parks, nämlich die rund 40 kleinen Koralleninseln und die Mangroveküsten, liegen über dem Wasser, die restlichen 95% hingegen liegen darunter.

Die ist auch der Grund, warum es schwierig ist Biscayne National Park kennen zu lernen. Der überwiegende Teil des Parks ist nur mit Booten zugänglich und die größten Wunder liegen unter Wasser, es werden jedoch sehr wenige, dafür aber umso kostspieligere, Segel-, Schnorchel- oder Tauchtouren angeboten. Fahrten mit einem Glasbodenboot gibt es bei unserem Besuch im März 2017 überhaupt nicht.

Im National Park selbst gibt es einen ganz kleinen Kanu/Kajak-Verleih, so dass Ihr ein wenig an der Mangrove-Küsten entlang paddeln könntet, die vom Park geschützten Keys selbst liegen jedoch viel zu weit weg, als dass Ihr sie so erreichen könntet.

Doch ganz so einfach wollen wir Biscayne nicht davon kommen lassen. Glücklicherweise hat der National Park Service bei unserem Besuch im März 2017 gerade mal wieder eigene Ranger-/Bootstouren im Angebot.

Diese starten immer Donnerstags bis Sonntags entweder um 10.00 Uhr oder um 13.30 Uhr, kosten 29 $ plus Tax (Stand März 2017) und können nur telefonisch unter 786-335-3644 oder persönlich im Visitor Center reserviert werden. Die Zahlung erfolgt dann bei Abholung der Tickets.

30 Minuten vor Abfahrt müssen wir unsere vorbestellten Bootstickets im Visitor Center abholen und sind früh genug da, um noch den kurzen Weg an der Küstenlinie entlang zu laufen und im Anschluss den kleinen Hafen inklusive der sich dort befindenden Infotafeln ins Auge zu nehmen.

Pünktlich um 10.00 Uhr geht es dann mit rund 20 anderen Besuchern auf dem Boot raus auf das Meer. Um die 1 1/2 Stunden dauert nun die Fahrt vorbei an Elliot Key bis nach Boca Chita Key.

Während der Fahrt gibt es von der Rangerin viele Infos zum National Park und der Flora und Fauna. Außerdem hoffen wir einen Delfin oder ein Manatee zu Gesicht zu bekommen, heute sollen wir jedoch kein Glück haben und müssen uns mit ein paar Vögeln begnügen.

Bevor wir uns auf Boca Chita Key ein wenig die Beine vertreten können, gibt es auf dem Wasser einen kurzen Stopp entlang der Küstenlinie von Elliot Key. Auf der größten Insel des Parks lebten Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts ein Dutzend Familien, die hier auf Plantagen Ananas anbauten.

In den 1950er Jahren sollte dann von Key Biscayne bis nach Key Largo ein Highway gebaut werden, um Elliot Key mit den übrigen Florida Keys und dem Festland zu verbinden. Es gab diverse Interessengruppen, die versuchten das Projekt zu verhindern, aber auch viele, die den Bau befürworteten. 1968 entschieden die Gegner mit der Gründung des Biscayne National Monuments den Kampf für sich.

Heute ist die Insel sich selbst überlassen, es ist jedoch erlaubt hier zu campen, sofern Ihr über ein Boot verfügt, um die Insel zu erreichen.

Der Grund für unseren kurzen Abstecher hierher ist jedoch der wundervolle, dichte Mangrovenstreifen, der entlang der Küstenlinie von Elliot Key wächst.

Gegen 11.30 Uhr erreichen wir dann Boca Chita Key, die meist besuchte Insel des National Parks. Dabei ist sicherlich die Einfahrt in den Hafen mit dem imposanten und malerischen Leuchtturm eines der Highlights der Fahrt.

Nachdem das Boot angelegt hat, habt Ihr rund 45 Minuten Zeit die Insel und den Leuchtturm zu erkunden.

Wer Lust hat, kann außerdem an einem kostenlosen Rangertalk über die Geschichte der Insel teilnehmen oder sich an den Picknicktischen niederlassen, um die Zeit in der Sonne zu sitzen. Wir wollen die Zeit jedoch lieber mit einem Inselrundgang verbringen.

Boca Chita Key ist nicht sehr groß und in rund 15 Minuten umlaufen. Dafür habt Ihr auf dem Weg aber nochmal eine andere Sicht auf den Leuchtturm und könnt an dem winzigen Strand fünf Minuten die Füße in das klare Wasser stecken.

Wieder am Hafen angekommen, haben die Ranger den fast 20 Meter hohen Leuchtturm geöffnet, der in der 1930er Jahren von Mark Honeywell, einem ehemaligen Besitzer der Insel, gebaut wurde. Kurios ist, dass er nicht funktioniert und es auch nie hat, er war lediglich zur Dekoration der Insel gedacht.

Die Aussichtsplattform könnt Ihr besteigen, von dort habt Ihr – wenn das Wetter es zulässt – einen fantastischen Blick auf die Inseln, die Bucht, den Ozean und teilweise sogar auf Skyline von Miami.

Im Anschluss sind die 45 Minuten auch schon um und es geht zurück zum Festland. Die Rückfahrt nutzen wir für ein Picknick auf dem Meer und einen Plausch mit einigen unser Mitreisenden, bis wir gegen 13.00 Uhr wieder am Hafen anlegen.

Jetty Trail

Jetzt wird es Zeit für einen kleinen Spaziergang auf dem Jetty Trail, dem einzigen Trail auf dem Festland. Auf rund 3oo Metern hin und zurück führt ein gut begehbarer Weg entlang der Mangrovenküsten bis zum Vogelschutzgebiet am Ende einer Anlegestelle. Informationstafeln entlang des Weges informieren Euch über die Umwelt und die Tierwelt im National Park.

Nach rund 30 Minuten stehen wir dann wieder vor dem Visitor Center und somit auch an unserem Wagen. Da es heute ein wenig zu windig ist, um sich noch an der Küste niederzulassen, verbringen wir den restlichen Tag mit Einkaufen, Wäsche waschen und lassen den Abend dann bei einem gemeinsamen Abendessen mit unseren Airbnb-Hosts im White Lions ausklingen.

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