• Menü
  • Menü

Capitol Reef National Park – Cathedral Valley Loop

Abgeschieden im äußersten Nordwesten des Capitol Reef National Parks liegt das nur über anspruchsvolle Dirt Roads zu erreichende Cathedral Valley. Wer Einsamkeit sucht, ist hier genau richtig, denn aufgrund der langen Anreise und der schlechten und vor allem ständig wechselnden Straßenbedingungen, trifft man hier selbst in der Hauptsaison selten einen Menschen.

Die Landschaft ist spektakulär. Bunte Badlands, weite Blicke in das South Desert Valley und auf das Cathedral Valley wechseln sich ab und versetzen den Besucher immer wieder in Staunen. Und das Ganze gibt es ausnahmsweise mal ganz ohne die Wanderschuhe zu schnüren, denn die kurzen Hikes zu den Overlooks sind wirklich nicht der Rede wert.

– Aktualisiert Juni 2021 – 

Der rund 93 Kilometer lange Cathedral Valley Loop beginnt circa 19 Kilometer östlich des Capitol Reef Visitor Centers. Dort zweigt die Hartnet Road von der Utah State Route 24 ab und bringt Euch – nach der Durchquerung des Fremont Rivers – in die westliche Hälfte des Cathedral Valley.

Tour Facts
Before you go

Für die Route benötigt Ihr am Besten ein Fahrzeug mit Allrad-Antrieb und – noch wichtiger – eine sehr hohe Bodenfreiheit, zum einen, weil Ihr gleich zu Beginn den Fremont River durchfahren müsst und zum anderen weil viele der Washes sehr tief sind und Ihr ohne die ausreichende Bodenfreiheit vorne aufsetzt.

Bei Regen oder Nässe kann die Straße überhaupt nicht befahren werden, erkundigt Euch daher im Visitor Center vorher auf jeden Fall nach den Straßen- und Wetterverhältnissen und nehmt einen Ersatzreifen und genügend Essen und Trinken mit.

Wir selbst haben versucht den Loop mit einem normalen Midsize-SUV (Dodge Journey) zu fahren. Nach der Aussage der Rangerin im Visitor Center sei dies zwar möglich, aber unseres Erachtens war es sehr grenzwertig und wir konnten den Loop mangels Bodenfreiheit auch nicht beenden, sondern mussten an der Hartnet Junction über die (zum Glück noch nicht verschneite) Thousand Lake Mountain Road ausweichen. Aber dazu später mehr.

Anfahrt durch den Fremont River

Sofern Ihr den Cathedral Valley Loop fahren möchtet, könnt Ihr grundsätzlich entweder an der südliche Zufahrt über die River Fort starten oder über die Einfahrt bei Cainville, wobei Ihr hier sofern möglich immer die Zufahrt über die River Fort wählen solltet.

Grund dafür ist, dass Ihr kurz hinter der Abzweigung den Fremont River durchqueren müsst.

Dafür müsst Ihr im Fluss circa 30 Meter flussabwärts fahren und dann auf der anderen Seite wieder herausfahren. Das Wasser ist zwar selten mehr als 30-40 cm tief und der Boden aufgrund vieler Steine recht griffig, aber nach starken Regenfällen oder bei Hochwasser ist der Furt trotzdem nicht durchquerbar. Es wäre daher wirklich ärgerlich, wenn Ihr den Loop andersrum, also von Cainville aus, gefahren seid und nun die kompletten 90 Kilometer zurückfahren müsst, weil Ihr den Fluss nicht durchqueren könnt.

Die Zufahrt ist ausgeschildert, aber nur aus Richtung des National Parks. Kommt Ihr aus der anderen Richtung müsst Ihr also besonders aufpassen, um die Kreuzung nicht zu verfehlen.

Wenn Ihr den Loop – aus welchen Gründen auch immer – nicht zu Ende fahren könnt oder wollt, gibt es an der Hartnet Junction eine Abfahrt.

Hier seht Ihr die beide Varianten, links den Loop von Capitol Reef nach Caineville und rechts den “Ausstieg” an der Hartnet Junction.

Bentonite Hills

Habt Ihr die erste Hürde gemeistert, geht es über eine ausgewaschen Dirt Road und teilweise relativ tiefe Washes durch die bunten Badlands der Bentonite Hills, die sich entlang des Weges in allen denkbaren Farben präsentieren.

Bereits hier hat es die Dirt Road in sich und erfordert beim Fahren höchste Konzentration. Im Gegensatz zu den weiteren Schotterstraßen hier in der Gegend, wie der Cottonwood Canyon Road und der Hole-in-the-Rock-Road im Grand Staircase-Escalante National Monument oder der Straße im Monument Valley, ist diese hier in einem noch schlechten Zustand und viele Stellen sind – zumindest mit unserem Wagen – ziemlich abenteuerlich, insbesondere da wir die ganze Zeit keine Menschenseele treffen.

Lower South Desert Overlook

Nach 24,5 Kilometer erreicht Ihr dann die Abzweigung zum ersten Viewpoint, dem Lower South Desert Overlook. Von hier führt Euch eine rund 2 Kilometer lange Stichstraße zum Parkplatz und ein kurzer Weg dann bis zum Overlook. Die Fahrtzeit bis hierher beträgt rund eine Stunde.

Die South Desert ist ein langes, schmales Valley in dessen Mitte der 150 Meter hohe Jailhouse Rock, einer der größten Monolithen des Cathedral Valley, empor ragt.

Upper South Desert Overlook

Danach geht es 23 Kilometer weiter zum Upper South Desert Overlook, die Fahrtzeit hierher beträgt eine weitere Stunde. Dafür gibt es zum Zeitvertreib auf der Strecke weiter bunte Badlands und schöne Aussichten.

Habt Ihr den Parkplatz des Viewpoints erreicht, geht es noch rund 500 Meter weiter zum 2.000 Meter hohen Overlook. Von diesem aus habt Ihr einen fantastisch weiten Blick über das 120 Meter unter Euch liegende South Desert Valley und die Waterpocket Fold rechts von Euch.

Upper Cathedral Valley Overlook

Der nächste Stopp – der Upper Cathedral Valley Overlook – ist jetzt nur 1,2 Kilometer entfernt, allerdings ist sowohl der Zustand der Hauptstraße, als auch der Stichstraße ab jetzt mehr als abenteuerlich. Überall liegen riesige Steine auf der Straße, so dass Ihr aufpassen müsst, dass Euer Unterboden keinen Schaden nimmt. Und auch die Schlaglöcher werden leider nicht besser.

Vom Parkplatz des Upper Cathedral Valley Look sind es nur wenige Meter bis zum Overlook. Die Aussicht von hier ist spektakulär. Vor Euch liegt das Upper Cathedral Valley, in dem diverse markante Sandsteinmonolithen freistehend und nahezu senkrecht aus dem Tal emporragen. Besonders eindrucksvoll und bekannt sind hier der Temple of the Sun, der Temple of the Moon und die Walls of Jericho.

Hartnet Junction u. Cathedral Valley Road

Vom Viewpoint ist es nun noch 1 Kilometer bis zur Hartnet Junction.

Biegt Ihr hier nach rechts auf die Cathedral Valley Road ab, so führt Euch die Straße auf steilen Serpentinen hinunter in das Tal und in das Cathedral Valley zu den Monolithen. Von dort aus ginge es dann auf der Caineville Wash Road weiter bis nach Caineville. Auch diese Straße ist in einem sehr schlechten Zustand und von großen Steinen übersät, die Fahrt hinunter ist daher kein Spaziergang, sondern erfordert Konzentration und einen sicheren Fahrer.

Auf halben Weg ins Tal treffen wir einen Backcounty-Guide (der einzige Mensch, den wir am diesem Tag sehen), der uns den Rat gibt, an dieser Stelle nicht weiter zu fahren. Im Tal gäbe es zwei schlimme Washes, die mit der Bodenfreiheit unseres Wagens nicht zu schaffen sein und selbst wenn diese reichen sollte, würden wir ohne Allrad-Antrieb stecken bleiben.

Damit wir nicht den ganzen Weg zurück müssen, empfiehlt er uns an der Hartnet Junction nach rechts abzubiegen und über die Thousand Lakes Mountain Road, die einen deutlich besseren Straßenzustand haben soll, weiter zu UT-72 zu fahren.

Da ans Wenden auf der engen, steilen Straße nicht zu denken ist, müssen wir uns trotzdem bis ins Tal hinabquälen und im Anschluss den ganzen, schrecklichen Weg auch noch wieder hoch fahren. Als wir oben ankommen sind wir schweißgebadet und froh, dass unser Wagen noch heil ist.

Thousand Lakes Mountain Road u. UT-72

Wir folgen dem Rat des Guides. Die ersten 1,5 Kilometer bleibt die Straße abenteuerlich, dann aber verbessert sich der Straßenzustand deutlich und wir kommen ein wenig schneller voran. Der Weg führt uns durch nun durch waldiges Gebiet stetig bergauf, bis wir bei 2.800 Metern den höchsten Punkt erreichen. Danach geht es auf der guten Gravelroad weiter bis zur asphaltierten UT-72. Der Zeitbedarf hierfür liegt bei nochmals einer weiteren Stunde.

Von hier aus könnt Ihr entweder zurück nach Torrey oder – wenn Ihr wie wir weiter nach Arches/ Moab möchtet – weiter bis zur Int. 70, die Euch mit wundervollen Aussichten nach Arches/ Moab bringt.

Beachtet bitte, dass diese Alternative als An- oder Abfahrt ins Cathedral Valley nur von circa Mitte Juni bis Ende Oktober genutzt werden kann, da die Straße im Winter aufgrund des hohen Schnees und im Frühjahr wegen des tiefen Morast während der Schneeschmelze geschlossen ist.

Am Ende sind wir ein wenig betrübt, dass wir die bekannten Monolithe des Cathedral Valleys nicht aus der Nähe betrachten konnten, anderseits entschädigt die Strecke durch das Hochgebirge uns mit wundervollen Aussichten. Und auch der frühzeitige Abbruch der abenteuerlichen Fahrt auf der Dirt-Road macht uns im Nachhinein nicht besonders traurig, vielmehr sind wir froh, dass der Wagen alles überstanden hat.

Sofern wir noch einmal einen Versuch in das Cathedral Valley unternehmen werden, ist auf jeden Fall ein geländefähiges, hohes Allrad-Auto oder eine geführte Backcountry-Tour Pflicht.

More

Die anderen Sehenswürdigkeiten des Capitol Reef National Parks lassen sich übrigens alle sehr gut mit einem normalen Wagen anfahren. Mehr zur Scenic Route durch den Park und einigen tollen Hikes findet Ihr in unserem Beitrag Capitol Reef – Ein Fuerwerk der Farben.

Schreibe einen Kommentar zu Suekrue Nolte Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

1 Kommentar