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Ein Tag an der Oregon Coast

Küstenstraße und Amerika? Da denkt und träumt eigentlich gleich jeder von einem Roadtrip auf Kaliforniens Highway No. 1. Und das grundsätzlich nicht zu unrecht, gilt die Strecke entlang der Big Sur doch als eine der schönsten Straßen der Welt. Doch nur ein Stückchen weiter nördlich gibt es einen weiteren Küstenabschnitt, der mindestens genauso sehenswert ist – die Oregon Coast.

Auf der rund 550 Kilometer lange Strecke von Cannon Beach im Norden bis Crescent City im Süden finden sich mehr als 80 State Parks und diverse andere Erholungsgebiete, die spektakuläre Aussichtspunkte, hohe Felsküsten, lange Sandstrände, Fichtenwälder, geysirähnliche Wellenbrecher und noch vieles mehr bieten.

Aber das ist es auch, was einen Besuch der Oregon Coast so schwierig macht – Die Strecke ist deutlich länger als der Highway No. 1 und die Sehenswürdigkeiten sind stark verteilt. Es ist daher nicht so einfach einzuschätzen, welche Parks und Aussichtspunkte sich lohnen und wie viel Zeit dort gebraucht wird.

Aber dafür werdet Ihr hier auf Ruhe, Naturbelassenheit und wilde und einsame Strände an einer unverbauten Küstenlinie treffen. Besuchermassen gibt es hier – schon wegen der gemäßigten Temperaturen – kaum.

Wir selbst hatten einen Besuch an der Oregon Coast eigentlich gar nicht eingeplant, viel mehr wollten wir an diesem Tag in Shelton starten und den Mt. Ellinor, einen Gipfel der Olymic Mountain ersteigen.

Aufgrund des anhaltenden Regens und Nebels und damit auch mangelnder Aussicht vom Gipfel haben wir diesen Plan einen Tag zuvor jedoch spontan aufgegeben und uns stattdessen in einem netten Hotel in Seaside, einem Küstenörtchen in Oregon, eingebucht.

Von hier aus starten wir am nächsten Tag dann den Alternativtrip entlang der Oregon Coast bis nach Crescent City. Und eines können wir vorab verraten: Wir haben es keine Sekunde bereut. Im Gegenteil, dieser Tag wurde zu einem der schönsten unseres Urlaubes.

Es war zwar – aufgrund der vielen, vielen Möglichkeiten und der kurzen Planungszeit – wirklich ziemlich schwierig sich für die Stopps zu entscheiden, letztendlich glauben wir jedoch eine gute Auswahl getroffen und wirklich tolle Highlights gesehen zu haben.

Cannon Beach

Eigentlich wäre Cannon Beach nur ein sehr kleiner, niedlicher Küstenort, wäre da nicht der Haystack Rock. Die knapp 70 Meter hohe Lavaformation ist das Markenzeichen der winzigen, 1.700 Einwohner Stadt und ein wahrer Touristenmagnet. Dies liegt zum an dem Felsen selbst, zum anderen aber auch an den wundervollen Tidepools, die es hier bei Niedrigwasser zu sehen gibt.

Einen kostenlosen Besucherparkplatz findet Ihr nur wenige Gehminuten vom Strand entfernt, allerdings soll dieser – vor allem an schönen Tagen oder am Wochenende – schnell voll sein. Aus eigener Erfahrung können wir jedoch berichten, dass es an einem regnerischen Wochentags morgens keinerlei Probleme gibt…

Oswald State Park

Danach verläuft der Highway durch den Oswald State Park. Dieser erstreckt sich entlang eines knapp 6,5 Kilometer Küstenabschnitt in einem dichtem, gemäßigten Regenwald und verfügt über einen abgelegenen Sandstrand und diverse Wanderwegs.

Zusätzlich bietet er direkt von der Straße aus einfach atemberaubenden Aussichten auf den Pazifik. Und das alles ohne eine Eintritts-Fee.

Cape Meares State Scenic Viewpoint

Bei der Stadt Tillamook, die berühmt für Käse ist, verlassen wir den Highway #101 und fahren hinauf zum Cape Meares, wo ein wundervoller, kleiner, historischer Leuchtturm steht.

Daneben gibt es tollen Aussichten auf das Meer, außerdem könnt Ihr hier auch Vögel oder Wale beobachten. Doch das ist noch nicht alles, der kleine Park bietet auch den Octopus Tree, der aufgrund seiner Form zu einem der über 50 Oregon Heritage Trees gehört.

Auch hier ist der Eintritt frei.

Eigentlich führt von Cape Meares der Three Capes Scenic Loop bis zum Cape Lookout State Park, bei unserem Besuch sind die Straßen jedoch teilweise gesperrt, so dass wir diesen Stopp auslassen (müssen).

Cape Kiwanda

Für uns geht es daher weiter zum Cape Kiwanda, der südlichsten Landzunge des Three Capes Scenic Loops und irgendwie scheint es, als würden wir ein paar Stunden in der Zeit zurückversetzt. Den mitten aus dem Meer ragt hier…ein Haystack Rock.

Der Strand hier ist übrigens für Autos freigegeben, was zum einen zu einem gewissen Lautstärkepegel und zum anderen zu einem hohen Besucheraufkommen führt. Aber wenn Ihr nur ein Foto von dem Felsen machen wollte, dann ist der Stopp super, insbesondere weil es vom Parkplatz nur ein ganz kurzes Stück zum Strand ist.

Bob Straub State Park

Einige Meter weiter befindet sich dann direkt der Bob Straub State Park, der neben einem Strandzugang nochmal einen wundervollen Ausblick auf den zweiten Haystack Roch bietet.

Von den Dünen aus habt Ihr außerdem einen schönen Blick auf den Nestucca River.

Whale Watching

Im Anschluss halten wir an einem namenlosen Aussichtspunkt entlang der Straße, eigentlich nur um ein paar hübsche Fotos von der wilde Küste zu machen.

Hier haben wir dann aber total Glück, denn ein paar Wale hat es gerade in Küstennähe verschlagen und so verbringen wir einige Zeit damit sie beim Auf- und Abtauchen zu beobachten. Mit einem richtig guten Foto haut es trotzdem nicht hin, aber hier zählt ganz klar das Ergbnis – einfach nur cool!

Devil’s Punch Bowl

Danach folgt ein kurzer Stopp am Devil’s Punch Bowl. Aufmerksamkeit zieht hier ein großes, natürliches Becken, dass durch zwei Tunnel mit dem Ozean verbunden ist. Ist der Wasserstand hoch, schwappen die Wellen lautstark in das Becken und Gischtfontänen spritzen in die Höhe.

Als wir hier sind, ist offensichtlich nicht Hochwasser, denn wir sehen nur ein natürliches Becken mit ein wenig Wasser. Laut einigen der anderen Besucher soll es bei Niedrigwasser jedoch möglich sein in das Becken hinunterzuwandern. Wir haben dies nicht weiter verifiziert, wollen euch das Gerücht aber auch nicht vorenthalten.

Yaquina Head Ligththouse

Weiter geht es zum Yaquina Head Lighthouse. Der hübsche Leuchtturm auf der Halbinsel Yaquina Head ist mit 28,3 Metern der Höchste Oregons. Und auch hier sind die Aussichten auf die Küsten phänomenal. Auch Wale gibt es – diesmal in der Ferne – wieder zu sehen. Anstrengend waren nur die Millionen von kleinen Fliegen, die uns nach relativ kurzer Zeit wieder in das Auto zurücktreiben.

Der Eintritt hier kostet 7 $ pro Wagen, allerdings wird auch der Annual Pass akzeptiert.

Cape Perpetua Scenic Area (Devil’s Churn, Thor’s Well, Sprouting Horn & Cook’s Chasm)

Unser Highlight der Oregon Coast bildet schließlich den Abschluss des wunderschönen Tages – die Cape Perpetua Scenic Area.

Das Cape Perpetua ist eine der hier an der Küste typischen Landzungen, die einen hohen Steilhang über das Meer bildet. Bis auf über 240 Meter hebt sich das Cape an seiner höchsten Stellen, so dass Ihr von seinem Kamm aus viele Kilometer die Küste und das Meer hinunter schauen könnt.

Doch das ist eigentlich nicht das, was das Cape Perpetua so besonders macht, sondern es sich seine einzigartigen Felsformationen, die wundervolle Naturschauspiele hervorbringen.

Von Norden kommen, erreicht Ihr zunächst Devil’s Churn, einen langen Riss im Küstengestein, in dem das hineinströmende Wasser nur so brodelt und hochspritzt. Ein wirklich faszinierender Anblick.

Parken kostet hier übrigens 5 $ pro Wagen, alternativ gilt auch hier der Annual Pass.

Danach geht es noch ein paar Kilometer weiter, bis Ihr – kurz hinter dem Cape Perpetua Visitor Center – einige Parkbuchten entlang der Straße sehen könnt. Hier solltet Ihr dringend versuchen einen der eher wenigen Parkplätze zu ergattern. Das Parken ist umsonst.

Von den Parkbuchen führt Euch ein kurzer Weg zunächst zum Cook’s Chasm. Auch hierbei handelt es sich um einen langen Riss im Küstengestein, in dem das hereinströmende Wasser nur so brodelt. Hinzu kommt, dass hier – bei entsprechender Flut – das Spouting Horn, eine Salzwasserfontäne, nach oben spritzt.

Wenige Meter über die Felsen findet Ihr dann Thor’s Well, wo das Wasser durch die Wellen und den Wind ein Felsloch im Boden hinaufgedrückt wird und im Anschluss wieder abläuft. Ein Anblick, der uns circa eine Stunde, 20 Minuten Video und 100 Fotos gefangen hält.

Aber seht doch selbst:

Sowohl Thor’s Well, als auch Spouting Horn sind am besten etwa eine Stunde vor der Flut bis eine Stunde nach der Flut zu sehen. Wie spektakulär es dann wird sind, hängt zum einen von der Höhe der Flut und zum anderen von der Richtung und Größe der Wellen ab. Und auch der Wind spielt eine Rolle.

Crescent City

Danach ist es spät geworden und so müssen wir die restlichen fast vier Stunden nach Crescent City ohne weitere Stopps hinter uns bringen. Allerdings sind wir sicher, dass sich auch hier noch das ein oder andere Naturwunder verbirgt, die Aussichten vom Highway aus versprechend zumindest noch so einiges.

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