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Ein Tag im Valley of Fire State Park

80 Kilometer nordöstlich von Las Vegas liegt der älteste und größte State Park Nevadas – das Valley of Fire. Seinen Namen verdankt das “Feuertal” seinen roten Sandsteinformationen, die morgens und abends feuerrot und tagsüber in allen vorstellbaren Farben – von orange über rosa bis hin zu violett – leuchten.

Entlang des durch den Park führenden Scenic Drives könnt Ihr einen guten Eindruck von den verwitterten Gesteinsformationen bekommen und Euch von den eindrucksvollen Ausblicken beeindrucken lassen.

Besonders bekannt ist das Valley of Fire für seine Fire Wave, eine in den schönsten Farbtönen leuchtende Sandsteinwelle, die immerhin ein kleiner Ersatz ist, wenn es bei der Lotterie für die “echte Wave” in den Vermillion Cliffs mal wieder nicht geklappt hat

– Aktualisiert Juni 2021 –

Das Valley of Fire erreicht Ihr entweder von Vegas aus über die westliche oder von Overton/ Lake Mead über die östliche Parkeinfahrt. Der Eintritt kostet 10 $ pro Fahrzeug und ist, sofern die Entrance Station nicht besetzt ist, an der Self-Registration zu bezahlen.

Eine kurvenreiche, 15 Meilen lange Straße verläuft im stetigen Auf- und Ab durch den ganzen Park und führt Euch – vorbei an den leuchtenden Felsen – zu den verschiedenen Viewpoints und Trailheads.

Etwa auf halben Weg befindet sich das Visitor Center. Von hier führt eine nochmal 6 Meilen lange Stichstraße zu weiteren Trailheads, insb. zu denen der Fire Wave und zu den White Domes.

Fire Wave Trail

Wir erreichen den Park am frühen Morgen von Las Vegas aus und machen uns als erstes auf den Weg zur Fire Wave, da dies eines der bekanntesten Ziele im Park ist und wir hier noch ein wenig Ruhe und Einsamkeit genießen wollen.

Der Trail startet auf der anderen Straßenseite des (ausgeschilderten) Parkplatz P3. Von hier führt Euch ein ca. 900 Meter, ausgeschilderter Weg zu der berühmten Felsformation.

Vom Parkplatz aus geht es zunächst vor einigen steinigen Felshängen durch einen Abschnitt mit tiefem Sand, bevor es dann in Richtung Osten/ Südosten meist bergab weiter bis zum Fire Wave Rock geht. 

Doch bereits vorher laden farbenfrohe Landschaften und eindrucksvolle Gesteinsformationen zum Staunen und Fotografieren ein.

Und dann steht Ihr auch schon vor der beeindruckenden, überdimensionalen gestreiften Felswelle. Die Fire Wave besteht aus dem gleichen rot leuchtenden Sandstein, das sich überall im Park findet, wobei die natürlichen, wellenförmigen Muster im Fels zusammen mit den weißen Zebra-Linien und der Form das Gefühl geben tatsächlich auf einer Felswelle zu stehen.

Hier könnt Ihr nun endlos viel Zeit damit verbringen, die verschiedensten Foto-Perspektiven auszuprobieren.

Sofern Ihr dann irgendwann genug Fotos gemacht habt, begebt Euch über den selben Weg wieder zurück zum Parkplatz.

Der Trail selbst ist eher einfach, lediglich die oft sehr hohen Temperaturen im Valley of Fire können Eure Wanderung zu einem schweißtreibenden Erlebnis machen. Achtet deswegen darauf trotz der kurzen Strecke genügend Wasser und Sonnenschutz dabei zu haben.

White Domes Loop Trail

Einen Parkplatz nach der Fire Wave, am Ende des Scenic Drives, startet der schöne, rund 2 km lange White Domes Loop Trail. Der sandige Trail führt Euch zunächst leicht bergauf auf einen Kamm, bevor es zwischen den riesigen Sandsteinformationen steil den Hang hinunter bis an den tiefsten Punkt des Trails geht.

Unten angekommen stoßt Ihr auf ein altes Filmset, dass hier 1965 für eine Szene des Westerns „The Professionals“ aufgebaut wurde. Kurz danach macht der nunmehr relativ ebenerdige Trail eine Rechtskurve und führt Euch in einem Wash durch einen kleinen Slot Canyon.

Im Anschluss führt Euch der Trail, nun leicht ansteigend, durch farbenfrohe, in gelb, orange, pink und beige leuchtende Felsformationen, bevor er rund 100 Meter vor dem Parkplatz wieder auf die Straße trifft.

Der gesamte Loop dauert inkl. Fotos um die 40 Minuten und ist aufgrund der abwechslungsreichen Landschaft auf jeden Fall zu empfehlen.

Scenic Drive & Rainbow Vista Trail

Im Anschluss fahren wir zurück in Richtung Hauptstraße. Entlang dieses Weges gibt es immer wieder die Möglichkeit die bunten Felsen zu bestaunen. Insbesondere die Rainbow Vista macht Ihrem Namen dabei alle Ehre und präsentiert Euch Sandsteinhügel und Felsformationen in allen Farben des Regenbogens.

Etwa in Höhe des Aussichtspunktes Rainbow Vista zweigt außerdem eine weitere kurze Stichstraße ab, die Euch zu dem hell- und dunkelbraun gefärbten Silica Dome führt.

Entlang der Strecke startet auch der rund 1 km lange, gleichnamige Trail, der allerdings die schönsten Bereiche nur anschneidet und daher ohne schlechtes Gewissen ausgelassen werden kann.

Den Anfang bzw. das Ende der Stichstraße markiert das Visitor Center des Valley of Fire. Auf dem dortigen Parkplatz könnt Ihr nach einigem Suchen – sogar ohne Auszusteigen – den sogenannten Scream (36°25’46″N, 114°30’55″W) sehen.

Loop Road & Beehives

Kurz vor dem Westeingang fahren wir dann auf die 2 Meilen lange, ungeteeerte Schotterpiste der Loop Road, die wir bei unser Ankunft zunächst ausgelassen hatten. Hier findet Ihr am Wegesrand unter anderem den Atlatl Rock, an dem Ihr über eine Treppe Petroglyphen erreichen könnt oder den Arch Rock, einen rund 3 bis 4 Meter hohen Arch, der auf dem Kamm eines großen Sandsteinfelsen thront.

Eine weitere bekannte Felsformation entlang des Loop Drives ist auch der nur ein paar Meter weiter liegende Piano Rock (36°25’46″N, 114°33’34″W), der zwar quasi an der Straße liegt, aber nicht mehr ausgeschildert ist.

Fast 450 Felsbögen und Naturbrücken mit einer Größe von mindestens 1,5 Metern gibt es angeblich im Valley of Fire. Kleinere sind derart zahlreich, dass es dafür nicht mal eine Statistik gibt. Viele Besucher starten daher auch ohne vorgegeben Trail in das Hinterland des Valley of Fire um beim sogenannten Arch Hunting weitere Steinbögen zu entdecken. Viele haben bisher nicht einmal Namen, so dass der Phantasie der Besucher hier keine Grenzen gesetzt sind.

Eine weitere, mittlerweile sehr bekannt gewordene Felsformation ist der Windstone Arch, auch Fire Cave genannt (36°24’44.85″N, 114°33’14.37″W), der sich – ebenfalls nicht ausgeschildert –  ein paar Meter abseits der Straße hinter einem markanten Felshügel versteckt. Bei unserem Besuch im Oktober 2017 erfreut er sich bester Gesundheit, insoweit könnt Ihr die sich hartnäckig haltenden Gerüchte, die Formation sei mittlerweile zerstört, getrost ignorieren.

Fahrt Ihr danach von der westlichen Einmündung der Loop Road die Parkstraße wieder ein kurzes Stück nach Osten, gelangt Ihr noch zu den Beehives, einer Reihe bienenkorbähnlicher Felshügel.

Elefant Rock

Die Straße bringt Euch dann am Visitor Center vorbei zum East Entrance des Parks und führt an weiteren Haltepunkten vorbei, unter anderem an der Felsgruppe Seven Sisters oder den Cabins, einige einige aus dem Jahr 1930 stammenden Steinhütten des Civilian Conservation Corps. Fast am Ende des Parks liegt dann noch der Elefant Rock, den Ihr über einen kurzen Weg entlang der Straße reicht. 

Für die oben genannten Haltepunkte und Trails solltet Ihr mindestens einen halben Tag, also um die sechs Stunden einplanen. Wollt Ihr zusätzlich noch weitere Arches suchen oder das Hinterland auf eigene Faust erkunden, braucht Ihr entsprechend mehr Zeit.

Da wir noch weiter nach Hurricane müssen und am nächsten Tag im Zion NP einen langen Hike vor uns haben, ist für uns ein halber Tag erst einmal ausreichend. Die Zeit reicht immerhin für einen ersten Eindruck und die bekanntesten Felsforrmationen.

Sofern Ihr noch mehr zum Valley of Fire wissen möchtet, sei Euch der 5,- EUR teure (englischsprachige) eGuide von Isabel & Steffen Synnatschke empfohlen. Dieser enthält neben viele ausführlichen Informationen zum State Park auch die GPS-Koordinate vieler bekannter und nicht so bekannter Arches und Felsformationen.

Euch viel Spaß im Valley of Fire!

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