• Menü
  • Menü

Einmal quer durch Feuerland bis nach Ushuaia

Die südlichste Stadt der Welt, ein Nationalpark mit schroffen Klippen und hohen Bergen, Königspinguine, Kap Horn, der Beagle Kanal – all das und noch viel mehr ist Feuerland (Tierra del Fuego).

Ihre Namen verdankt die Inseln flackernden Feuern der Ureinwohner, die das Einzige waren, dass die Dunkelheit durchbrach, während Magellan 1520 die Meerenge durchsegelte.

Die Hauptinsel, die sowohl zu Chile, als auch zu Argentinien gehört, ist zusammen mit den vielen dazugehörigen kleinen Inseln – der südlichste Punkt der Welt, der nicht vom ewigen Eis bedeckt ist und ein Sehnsuchtsziel vieler Reisebegeisterter.

Und das zu Recht! Die Insel ist einfach wunderschön und definitiv einen Besuch wert.

Anreise

Wollt Ihr während Eurer Patagonien-Rundreise Feuerland besuchen, müsst Ihr – sofern Ihr nicht mit dem Flugzeug anreist – die Magellan-Straße überqueren, Ihr kommt also um eine Fahrt mit der Fähre nicht herum.

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Punta Arenas – Porvenir: Hier fährt ein- höchstens zweimal pro Tag und nicht montags eine Fähre. Die genauen Zeiten werden circa einen Monat im voraus online veröffentlicht. Die Fahrtdauer beträgt rund 2 Stunden. Tickets könnt Ihr dann ebenfalls vorab online reservieren. Beachtet, dass Ihr – sofern Ihr mit dem Mietwagen – reist dafür Eurer Kennzeichen benötigt. Zudem müsst Ihr Euch die Tickets eine Stunde vor Abfahrt am Fähranleger ausdrucken lassen. Die Kosten liegen bei 43.500 CLP (= 47,- EUR) für den Wagen inklusive Fahrer und 6.800 CLP (= 7,50 EUR) für jeden weiteren Passagier bzw. für Fußgänger.
  • Punta Delgada – Bahía Azul (Primera Angostura): Hier fährt von 08.30 Uhr bis 02.00 Uhr nachts regelmäßig eine Fähre, zu Stoßzeiten sogar alle 15 Minuten. Die genauen Fahrzeiten findet Ihr online. Die Fahrzeit beträgt rund 20 Minuten. Eine Reservierung ist nicht möglich, vielmehr zahlt Ihr in bar direkt an Bord. Die Kosten liegen bei 16.400 CLP (= 18,- EUR) für den Wagen inklusive Fahrer und bei 1.900 CLP (= 2,- EUR) für jeden weiteren Passagier bzw. für Fußgänger.

(Preise stand April 2020)

Bitte beachtet, dass die Fähren bei zu schlechtem Wetter ggf. ausfallen können. So konnte bei uns z.B. von Punta Delgada nach Bahía Azul aufgrund von zu starkem Wind keine Fähre fahren. Wir mussten daher warten, bis das Wetter/ der Wind besser wurde, was “glücklicherweise” nach rund 4 1/2 Stunden noch am selben Tag der Fall war.

Plant dies also am besten bei Eurer Reise als mögliche Komplikation ein und nehmt Euch zum Beispiel nach Fährfahrten am Nachmittag keine langen Fahrtstrecken mehr vor.

Wenn Ihr nicht mit dem eigenen Wagen unterwegs seid, besteht die Möglichkeit von Punta Arenas oder Rio Gallegos mit dem Bus nach Ushuaia anzureisen, der Besuch weiterer Orte auf der Insel wird jedoch sehr schwierig.

Straßen/ Tanken

Von der Bahía Azul  an der Nordspitze der Insel führt die Ruta 3 top ausgebaut und asphaltiert bis in das 450 Kilometer entfernte Ushuaia und endet danach an der Bahía Lapaia im Parque Nacional Tierra del Fuego.

Auch einige der weiteren “großen” Straßen, wie z.B. die Ruta 257, sind – zumindest teilweise – noch asphaltiert. Ihr solltet jedoch damit rechnen, dass Ihr für das ein oder andere Ziel – insbesondere z.B. auch für die Strecke nach Porvenir – auf (guten) Schotterpisten unterwegs sein werdet.

Den Grenzübergang zwischen Chile und Argentinien findet Ihr bei San Sebastián.

Tanken könnt Ihr problemlos in den großen Ortschaften, wie z.B. Porvenir, Cerro Sombrero oder Cullen auf chilenischer Seite oder Rio Grande, Tolhuin und natürlich Ushuaia auf argentinischer Seite. Ein voller Reservekanister im Kofferraum macht – obwohl Ihr ihn sicherlich nicht brauchen werdet – meist trotzdem ein gutes Gefühl.

Mehr dazu findet Ihr auch in unserem Beitrag Wissenswertes für eine Reise durch Süd-Patagonien.

Zeitbedarf

Die meisten Besucher fahren lediglich nach Ushuaia und unternehmen von dort kleinere Ausflüge in die Umgebung. Dies ist aber – gerade im Hinblick auf die eher lange Anreise – unseres Erachten viel zu wenig.

Wenn Ihr Feuerland zumindest ein wenig genauer erkunden, auch mal den ein oder anderen Spot abseits der Hauptrouten besuchen und am besten noch ein bis zwei Wanderungen im Parque Nacional Tierra del Fuego machen wollt, solltet Ihr mindestens drei bis vier Tage auf der Insel einplanen.

Sehenswerte Orte auf Feuerland
Parque Pingüino Rey

Am Rande der Bahía Inútil (=Nutzlose Bucht) hat sich rund 115 Kilometer von Porvenir und 100 Kilometer von Cerro Sombrero aus, eine Kolonie von Königspinguinen angesiedelt.

Die Gruppe besteht aus rund 100 bis 150 Pinguinen und ist die einzige Königspinguin-Kolonie in ganz Südamerika.

Im privaten Parque Pingüino Rey habt Ihr täglich von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr die Möglichkeit die stattlichen Tier zu beobachten.

Mehr Infos findet Ihr entweder auf der Homepage des Parks oder auch in unserem Beitrag Feuerland – Parque Pingüino Rey.

Auf der Fahrt vom Park nach Tolhuin haben wir übrigens auf den vielen kleinen Seen und Lagunen oft Flamingos entdeckt.

Tolhuin

Wunderschön am Ufer des Lago Fagnano gelegte, liegt die kleine Ortschaft Tolhuin.

Zu sehen gibt es hier zwar eigentlich nichts, wenn Ihr aber auf der Suche nach einem wunderschönen Übernachtungsplatz seid, dann möchten wir Euch die Hütten der Hostería Kaiken unbedingt ans Herz legen.

Lago Fagnano & Lago Escondido

Von Tolhuin nach Ushuaia führt Euch die nun deutlich kurvigere Ruta 3 zunächst am Ufer des Lago Fagnano entlang, wo es viele tolle Aussichtspunkte auf den riesigen, 100 Kilometer lagen See und die schneebedeckten Berge der Cordillera Darwin gibt.

Im Gegensatz zum Nordteil der Insel, wo es außer weiter, baumloser Pampa landschaftlich kaum etwas zu sehen gibt, wird es nun deutlich bergiger und grüner.

Schließlich führt Euch die Straße weg vom See und schlängelt sich über den Garibaldi Pass hinauf in die Berge. Am Höhepunkt des Passes findet Ihr dann den Mirador Lago Escondido, wo Ihr von einer Plattform aus noch einmal das wunderschöne Panorama auf den Lago Escondido und den dahinter leuchtenden Lago Fagnano bewundern könnt.

Valle Carbajal

Nach dem Pass durchquert die Ruta 3 dann das ungefähr 20 Kilometer lange Valle Carajal, das von West nach Ost zwischen dem Alvear-Gebirge im Norden und dem Vinciguerra-Gebirge im Süden verläuft.

Hier solltet Ihr die diversen Haltepunkte und Miradore (unter anderem dem Mirador del Valle Carbajal) nutzen, um die grandiosen Ausblicke auf die Bergpanoramen zu genießen.

Ushuaia

Schließlich erreicht Ihr Ushuaia – die südlichste Stadt der Welt. Zumindest behaupten dies die Argentinier.

Genau genommen liegt nämlich das chilenische Puerto Williams auf der Isla Navarin noch ein Stück weiter südlich, der Ort ist jedoch kaum mehr als Marinestützpunkt, so dass zumindest die Aussage hinsichtlich der “südlichsten Stadt” wohl in Ordnung ist.

In Ushuaia dreht sich eigentlich alles um den Tourismus, insbesondere da hier auch viele Kreuzfahrt- und Expeditionsschiff anlegen, die unter anderem auf dem Weg zum Kap Hoorn, in die Antarktis oder nach Punta Arenas sind.

Als kleiner Zwischenstopp bzw. als Übernachtungsquartier für Ausflüge in den Parque Nacional Tierra del Fuego eignet sich die Stadt trotzdem gut.

Es gibt viele sehr gute (Fisch-)Restaurants, eine kleine Shoppingmeile, diverse gut sortierte Supermärkte und alles rund um das Thema “El Fin del Mundo” (=Das Ende der Welt).

In der Touristeninformation am Hafen könnt Ihr Euch außerdem einen “Fin del Mundo Stempel” in den Reisepass stempeln lassen.

Und: Ushuaia, wörtlich übersetzt, die Bucht, die nach Osten sieht, ist wunderschön gelegen. Vor der Stadt tobt das wilde Meer, dann folgen die aufgereihten, meist bunten Häuser und schließlich dahinter die schneebedeckten, bis zu 1.500 Meter hohen Berge. Ein toller Anblick, den Ihr am besten vom Wasser aus genießen könnt, zum Beispiel im Rahmen einer Bootstour über den Beagle Kanal.

Doch obwohl Ushuaia nett ist, solltet Ihr Eure Zeit nicht in der Stadt, sondern lieber in der Natur, insbesondere im Parque Nacional Tierra del Fuego, verbringen.

Parque Nactional Tierra del Fuego

Ein echtes Highlight auf Feuerland ist der ganz in der Nähe von Ushuaia liegende Parque Nacional Tierra del Fuego.

Hier findet Ihr – neben den südlichsten Postamt der Welt – eine Vielzahl von wunderschönen Wanderwegen, die Euch unter anderem entlang der Küste des Beagle-Kanals, durch dichte Buchenwälder oder auf den höchsten Berg des Nationalparks führen.

Wir selbst waren auf dem Senda Costera, der wahrscheinlich schönsten Künstenwanderung der Insel und dem Cerro Guanaco Trail unterwegs, der eine sehr herausfordernde Tageswanderung auf den höchsten Gipfel des Parks ist. Wenn Ihr mehr wissen wollt, dann schaut doch einfach in die gesonderten Beiträge.

Crossing the Beagle Canal

Von Ushuaia aus starten diverse Touren, die meisten davon sind Schiffausflüge auf dem Beagle-Kanal.

Wir selbst haben bei Tres Marias eine Halbtagestour auf dem Kanal mit einem kleinen Trekking auf der Isla H, einer der vorgelagerten Inseln, gebucht und fanden es wundervoll.

Neben einer tollen Bootstour und der wirklich hübschen Insel, konnten wir während der Tour auch viele Seelöwen und andere Tiere/ Vögel beobachten.

Wenn Ihr mehr zu dem Trip wissen wollt, dann schaut doch einfach in unseren Beitrag Feuerland – Bootstour auf dem Beagle Kanal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.