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En Gedi – Eine Oase in der Wüste

Nur 1/2 Stunden von Jerusalem entfernt, findet sich am Westufer des Toten Meeres und im Norden der Negev Wüste die Oase En Gedi.

Das gleichnamige Nature Reserve besteht aus zwei tief eingeschnittenen Tälern, dem Wadi David im nördlichen Bereich und Wadi Arugot südlich davon. Während die umliegende Wüstenlandschaft nahezu vegetationslos ist, gibt es hier aufgrund des Wasserreichtums eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt, auch einige größere Säugetiere, wie Berggazellen, Klippenschliefer und Steinböcke leben hier noch.

Beide Wadis laden zum Wandern und Baden ein, die große Herausforderung besteht jedoch darin, den Menschenmassen zu entgehen.

Allgemeines

Das En Gedi Nature Reserve liegt direkt an der Route 90, nur wenige Kilometer südlich der Grenze zum Westjordanland.

Mit den meisten israelischen Mietwagen könnt Ihr die Straße von Jerusalem kommend – trotz der Duchquerung des Westjordanlandes – befahren, sicherheitshalber solltet Ihr vorab jedoch einmal nachfragen. Andernfalls ist aber auch die Fahrt durch das Inland über die Route 6 kein riesiger Umweg.

Habt Ihr keinen Mietwagen oder wollt nicht selber fahren, von Jerusalem und Tel Aviv werden auch diverse Touren – meist in Verbindung mit Masada und dem toten Meer – angeboten.

Als Ausgangsbasis bieten sich – neben Jerusalem – eigentlich am Besten die kleinen Orte, wie En Bokek oder Neve Zohar entlang des toten Meeres oder auch der Ort En Gedi an, allerdings haben die Hotels hier in der Regel horrende Preise. Wir sind daher in Arad untergekommen. Richtig günstig war es hier zwar auch nicht, aber besser als entlang des toten Meeres und mit rund einer Stunde Anfahrt war die Lage auch noch ganz in Ordnung.

Außerdem kommt Ihr während der Fahrt an zwei ganz wundervollen Aussichtspunkten vorbei.

Der Eintritt für beide Wadis kostet 28 NIS p.P. und kann an den Eingängen bar oder mit Kreditkarte bezahlt werden. Eine gute (Wander-)Karte gibt es dazu.

Wadi David
Lower Section

Besser zugänglich und daher auch höher frequentiert ist das nördliche Wadi David, dass sich in eine Lower und eine Upper Section gliedert. 

Der beliebteste (und auch einzige) Weg in der Lower Section führt zum Davids Wasserfall. Vom Kassenhäuschen bis zu dem rund 20 Meter hohen Wasserfall sind es allenfalls 20 – 30 Minuten Fußweg, wobei der Weg entlang des Flussstromes und dementsprechend auch an diversen kleinen Wasserfällen und Pools entlang läuft.

Etwa nach der Hälfte zweigt sich der Weg in eine Einbahnstraßenregelung, d.h. einen Teil des Weges könnt Ihr später nicht mehr zurückgehen. Alles ist aber sehr gut ausgeschildert.

Der Weg ist sehr einfach zu gehen und auch wirklich hübsch, allerdings darf mit Ausnahme des Pools unter Davids Wasserfall in allen Wasserlöchern gebadet werden, ein Angebot, dass reichlich genutzt wird und worunter das Naturerlebnis deutlich leidet.

Insbesondere ab dem späten Vormittag wird Euch En Gedi eher wie eine (sehr laute) Badeanstalt als wie ein Naturreservat vorkommen. Anstregend ist auch, dass die Badenden Ihre Sachen nicht irgendwo an der Seite des Weges, sondern oft einfach mitten darauf deponieren, so dass vernünftiges Wandern teilweise nur schwer möglich ist.

Upper Section

Ein wenig besser wird dies – zumindest kurzzeitig – auf der Upper Section. Der Aufstieg dorthin beginnt kurz nach Davids Wasserfall und führt Euch – an der bei uns ausgetrockneten Shulamit’s Spring vorbei – zunächst ziemlich steil berauf. Als Belohnung gibt es dafür jedoch auch schnell fantastische Ausblicke auf das Wadi und das tote Meer im Hintergrund.

Habt Ihr den Aufstieg geschafft, könnt Ihr wählen, ob Ihr dem Weg nach rechts zur Dodim Cave oder dem Weg links zur En Gedi Spring und der verfallenen Ruine eines katholischen Tempels folgt. Während der Weg zur Dodim Cave eine Sackgasse ist, könnt Ihr von der En Gedi Spring – je nach Fitness und Gusto – auch noch weiterwandern, sogar bis in Wadi Arugot.

Da wir eigentlich einen großen Loop wandern wollen, entscheiden wir uns zunächst für den Weg zur En Gedi Spring, der nunmehr nahezu eben ist und unglaubliche Ausblicke auf das tote Meer eröffnet.

Die Quelle selbst ist ein kleiner, niedlicher Flusslauf, an dem Ihr im Schatten eine gute Pause einlegen könnt.

Von hier könnt Ihr dann über den En Gedi Ascent zum höchsten Punkt des Wadis hinaufsteigen und im Anschluss über den Hidden Waterfalls Trail in das Wadi Argut wieder absteigen. Dies hatten wir eigentlich geplant, allerdings lassen die Temperaturen (über 30 Grad) unsere Motivation so sehr schmelzen, dass wir an der Quelle umkehren und uns auf den Weg zur Dodims Cave begeben.

Auch der Weg dorthin ist eher einfach, verliert aber schon einiges an Höhe. Dafür sind die Ausblicke wirklich grandios.

Leider ist auch hier nahezu jedes noch so kleines Wasserloch mit (halbnackten) Menschen überfüllt und der Weg von Taschen und Klamotten übersät, so dass an ein wenig Ruhe nicht zu denken ist. Insbesondere der Endpunkt, die Dodim Cave mit ihrem kleinen Wasserfall, die Ihr über einige Stiegen erreicht, ist so von Teenies überfüllt, dass wir nach einem Blick schon genug haben und uns auf den Rückweg machen.

Erstaunlicherweise hat Kai es trotzdem irgendwie geschafft, einige Bilder ohne die Menschenmassen zu machen.

Zurück geht es dann über den selben Weg wie bei Beginn, also zunächst wieder steil bergab zu Davids Wasserfall. Von dort folgen wir dann der Schleife, bis wir wieder den in beide Richtungen begehbaren Hauptweg erreichen.

Insgesamt waren wir – mit netter Pause an der En Gedi Spring – rund 3 Stunden im Wadi David unterwegs.

Wadi Arugot

Vom Hauptparkplatz am Wadi David sind es mit dem Wagen nur 2-3 Minuten zum Parkplatz des Wadi Arugot.

Zwei Trails führen Euch hier hinauf zum Hidden Waterfall, wobei es eine kurze Route (2-3 Stunden) und eine längere Route (4-5 Stunden), die noch die Upper Pools mit einschließt, gibt. Und natürlich hättet Ihr auch hier die Möglichkeit zum höchsten Punkte des Naturreservates hinauf- und später über den En Gedi Ascent durch das Wadi David wieder abzusteigen.

Beim Anblick des überfüllten Parkplatzes und unseren Erfahrungen im Wadi David sinkt jedoch unsere Motivation auf eine weitere Wanderung erheblich. Kühler ist es zudem auch nicht geworden. Und so entschließen wir uns auf das Wadi Arugot zu verzichten und verkrümmeln uns auf unsere schattige Terrasse und genießen dort den Rest des Tages.

Empfehlung?!

Eigentlich hat uns das Wadi David sehr gut gefallen, vor allem waren die Ausblicke von der Upper Section auf das tote Meer und die umliegende Umgebung wirklich grandios. Dafür hat sich sowohl der Besuch, als auch die Wanderung bei über 30 Grad schon gelohnt.

Ansonsten war das ganze Naturreservat jedoch einfach zu voll und dadurch, dass die Besucher nahezu überall baden dürfen, kamen wir uns die meiste Zeit wie in einem zu lauten Freibad vor. Das Naturerlebnis blieb daher – trotz der tollen Aussichten – die meiste Zeit aus. Und auch an Ruhe und Einsamkeit war dementsprechend überhaupt nicht zu denken.

Zusammenfassend können wir daher nur sagen, dass sich En Gedi wegen der Aussichten schon lohnt, trotzdem können wir einen Besuch hier nur eingeschränkt empfehlen, es sei denn Ihr wollt mit gerne mit vielen Menschen in vielen zu kleinen Wasserlöchern baden.

Ein Wandererlebnis in der ruhigen Natur findet Ihr hier auf jeden Fall nicht.

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