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Equipment und Packliste für eine Wander-/Hüttentour

Egal, ob nur für ein paar Stunden, einen ganzen Tag, über das Wochenende oder mehrere Tage: Wenn Ihr zu einer (mehrtägigen) Wander-/ Trekkingtour aufbrecht, muss zum einen das Equipment perfekt passen und zum anderen darf der Rucksack auch auf keinen Fall zu schwer sein.

Und genau deswegen macht es auch noch einmal einen Unterschied, ob Ihr für eine (Welt-)Reise oder einen Wanderurlaub packt, denn immer, wenn Ihr zu Fuß unterwegs seid, gilt: Weniger ist mehr und noch weniger ist besser!

Damit sich am Ende nicht doch wieder das ein oder andere (unnütze) Teilchen in den Rucksack schleicht, Ihr aber auch nichts vergesst, solltet Ihr auf Nummer sicher gehen und Euren Rucksack streng nach Packliste packen. So habt Ihr gut unter Kontrolle, dass Ihr alles Wichtige dabei habt und auch wirklich nur das.

Im Folgenden zeigen wir Euch unser getestetes Equipment und unsere – ebenfalls getestete – Packliste für eine (mehrtägige) Wandertour.

Unabhängig davon, ob Ihr zu denjenigen gehört, die beim Packen schon die Vorfreude genießen oder zu denjenigen, deren Emotionen zwischen genervt, gestresst und verzweifelt Achterbahn fahren: Mit einer guten Ausstattung und einer klaren Vorstellung davon, was in den Rucksack muss und was getrost zu Hause bleiben kann, ist die Packerei gar nicht mehr so anstrengend.

Equipment
Rucksack

Das wohl wichtigste Stück bei einer Hütten-/Wandertour ist sicherlich Eurer Rucksack. Dieser sollte daher gut sitzen, vom Grundgewicht nicht zu schwer sein und vor allem die Extras bieten, die Euch wichtig sind.

Hier habt Ihr bei den ganzen verschiedenen Anbietern und Modellen jetzt die Qual der Wahl, doch oft wird die Auswahl nach einem Tragetest schon kleiner. Gerade Rucksäcke solltet Ihr tatsächlich einmal “in echt” aufsetzen und Euch am besten auch vollpacken lassen. Hier merkt Ihr dann oft relativ schnell, ob die Passform und das Tragesystem Euch zusagt und ob die Träger an den Schultern drücken oder nicht.

Achtet auf jeden Fall auf eine gute Luftzirkulation am Rücken, ausreichend gepolsterte Träger und einen stabilen Hüftgurt. Frauen sollte außerdem gegebenenfalls einen Damenrucksack wählen, da diese gerade im Hinblick auf die Rückenlänge und den Körperbau extra auf Frauen zugeschnitten sind und deswegen oft deutlich besser passen.

Toll sind außerdem Rucksäcke mit mehreren Fächern, da dies bei der Organisation des Gepäcks und der Ordnung sehr hilft. Hier können aber auch Packwürfel sehr praktisch sein. Diese steigern dann aber natürlich auch das Gewicht.

Nicht zuletzt solltet Ihr auch auf die richtige Größe achten. Ganz grob kann man sagen, dass Tages- und Wochenendwanderer mit bis zu 30 Litern Fassungsvermögen auskommen können, für Mehrtagestouren sollten es – je nachdem, ob Ihr Ausrüstung zur Übernachtung und/ oder für sehr kalte Temperaturen benötigt – nicht mehr als 50 Liter sein. Die richtig großen Rucksäcke (ab 50 Liter) solltet Ihr nur im Ausnahmefall wählen. 

Letztlich hängt es von Euch ab, was Ihr auf den Berg tragen möchtet und wie lange Ihr unterwegs sein wollt. Achtet nur darauf, dass ein zu großer Rucksack auch zu mehr Gepäck verleitet. Was das Gewicht angeht, solltet Ihr bei einer mehrtägigen Hüttentour unter 10 Kilo Gepäck (ohne Essen und Trinken) dabei haben.

Wir selbst sind grundsätzlich sehr zufrieden mit den Rucksäcken von Osprey.

Yasmin ist zum Beispiel jetzt schon länger mit dem Osprey Tempest (40 Litern) unterwegs. Toll finden wir hier hier die mehreren Fächer, die Außentasche für das Trinkblasensystem und die etwas andere Befestigung für die Trekkingstöcke.

Kai war tatsächlich sogar schon mal mit dem Osprey Farpoint (40 Liter)  unterwegs, den wir eigentlich als “Handgepäckrucksack” für unsere Elektronik genutzt haben. Da er aber quasi neu war und wir nicht noch einen weiteren Rucksack kaufen wollten, hat Kai eine unserer Dolomitenüberquerungen damit gewagt und war total zufrieden.

Mittlerweile ist Kai jedoch auf einen “richtigen” Wanderrucksack umgestiegen und mit dem Gossamer Gear Gorilla 50 Ultralight unterwegs.

Wanderschuhe

Mindestens genau so wichtig wie Eurer Rucksack, sind die passenden Wanderschuhe. Nichts ist schlimmer, als bereits am ersten Tag einer mehrtägigen Wandertour bereits eine oder mehrere Blasen zu bekommen.

Das Thema Wanderschuhe ist ein sehr kontrovers diskutiertes Thema, in dem es viele verschiedenen Meinungen gibt und gerade in den Alpen wird immer noch sehr stark die Meinung vertreten, es müssten immer die klassischen, knöchelhohen Bergstiefel sein.

Dies ist unserer Meinung nach allerdings nicht der Fall. Wir selbst laufen schon seit Jahren nur noch mit Trailrunnern:

Yasmin mittlerweile in ihrem vierten Modell des Brooks Cascadia, Kai zwar lange mit dem Ultra Raptor von La Sportiva unterwegs, ist aber seit kurzem auch auf die Brooks Cascadia umgestiegen. Mit diesen Schuhen haben wir nicht nur problemlos die Dolomiten überquert, sondern wir haben sie auch auf Klettersteigen, beim Durchwaten von Flüssen, in der Wüste oder im (leichten) Schnee getragen.

Der Vorteil ist, dass die Schuhe deutlich leichter sind, als normale Wanderschuhe/-stiefel, was sich positiv auf die Beweglichkeit und die Leistungsfähigkeit auswirkt. Außerdem sind sie aus einem Material, dass sehr schnell trocknet, d.h. in einem Regenschauer bekommt Ihr zwar schnell nasse Füße, dafür sind die Schuhe am nächsten Morgen aber auch wieder trocken.

Zwei Dinge gibt es allerdings zu beachten: Viele Wanderer tragen Wanderschuhe/ Bergstiefel, weil ihnen der hohe Schaft Stabilität gibt und sie vor dem Umknicken schützt. Diese Unterstützung müssen, wenn Ihr Trailrunner tragt, Eure Muskeln übernehmen, die Ihr natürlich aber erst aufbauen müsst. Lauft Ihr jedoch regelmäßig mit Trailrunnern, dann passiert das automatisch und Ihr knickt genauso wenig (oder oft) um, wie mit Bergstiefeln.

Außerdem sind Stiefel dann sinnvoll, wenn Ihr mehr Gewicht als üblich tragt. Solltet Ihr über 15 oder sogar 20 Kilo Gepäck tragen, dann sind Stiefel für Euch wahrscheinlich die bessere Wahl.

Ansonsten können wir Euch nur empfehlen, die Bergstiefel mal im Schrank zu lassen und etwas Neues auszuprobieren. Einen tollen Beitrag, der mit vielen Vorurteilen rund um Trailrunner in den Alpen aufräumt findet Ihr bei bergreif.de.

Bekleidung

Bei der Auswahl Eurer Kleidung solltet Ihr Euch natürlich am Tourenverlauf und dem erwarteten Wetter orientieren, allerdings solltet Ihr im Hinblick auf Eure Rucksackgewicht auch so wenig Klamotten wie möglich mitnehmen.

Gut eigenen sich zum Beispiel Pullover und Shirts aus Merinowolle. Diese sind zwar in der Anschaffung etwas teuer, dafür sind sie aber leicht, geruchsneutral, atmungsaktiv und isolieren auch im nassen Zustand noch gut.

Am besten arbeitet Ihr mit einem Zwiebellook, der klassischerweise aus drei Schichten besteht.

Die erste Lage (Baselayer) besteht aus denjenigen Kleidungsstücken, die direkt auf der Haut liegen, also z.B. Unterwäsche und Socken und bei kälteren Temperaturen ggf. auch langärmlige Baselayer und lange Unterhosen (z.B. von Icebreaker). Idealerweise wählt Ihr hier feuchtigkeitsregulierenden Materialen wie z.B. Merino oder ein Kunstfaser-Gewebe.

Die zweite Lage (Midlayer/ Isolation) sorgt für Wärme und richtet sich demnach stark nach den (Wetter-)Bedingungen. Je nach Temperaturen und sportlicher Intensität kann sie auch aus mehreren Schichten bestehen. Gut eigenen sich hier z.B. Langarmshirts oder Fleecepullover/ -jacken. Auch hier solltet Ihr auf jeden Fall auf Atmungsaktivität und Feuchtigkeitsaufnahme der Materialien achten.

Die dritte Lage (Outer Shell) ist zuständig für den Wetterschutz, dass heißt sie schützt gegen Wind, Regen und Schnee, aber auch gegen UV-Strahlen oder Insekten. Ideal eignen sich hier winddichte Softshelljacken oder die sog. Puffy-Jackets. Sofern Ihr in deutlich kälteren Gebieten unterwegs seid, kommt natürlich auch noch eine deutlich wärmere Jacke dazu.

Sofern Ihr dies berücksichtigt, reicht Euch oben rum grundsätzlich ein Zwiebellook-Outfit zum Wandern, eine Wanderhose mit abnehmbaren Beinen (oder für Frauen auch eine Wanderleggins und eine kurze Short) und ein sauberes Outfit für die Hütte und zum Schlafen. Dazu kommt dann noch Kleinkram wie Mütze/ Cap, Sonnenbrille, Buff, etc. (siehe auch unsere Packliste am Ende des Artikels).

 
Packliste

Reisedokumente/ -organisation

Kleidung für die Hütte

  • Personalausweis
  • Krankenkassenkarte/ Auslandskrankenversicherung
  • Kreditkarte/ EC-Karte
  • Reservierungsbestätigungen der Hütten
  • Offlinekarten von Google
  • GPS-Tracks
  • 1 T-Shirt/ Pullover
  • 1 (kurze) Hose
  • 1 Paar saubere Unterwäsche
  • 1 Paar saubere Socken
  • Hüttenschuhe (z.B. Flip Flops)
  • Ggf. Schlafsachen

Kleidung

Hygieneartikel

  • Regenjacke und -hose
  • 1 Pullover
  • 2 T-Shirts/ Tops
  • 1 Hose lang
  • 1 Hose kurz
  • 2 Unterwäsche
  • 2 Socken
  • Wanderschuhe
  • Baseball-Cap
  • Buff

Falls es kalt werden kann:

  • Puffy Jacket
  • Lange Unterhose und Longsleeve
  • Mütze/ Handschuhe
  • Zahnbürste/ Zahnpastatabletten
  • Shampoo/ Duschgel in kleinen Silikontuben
  • (Gesichts-)Creme/ Sonnencreme
  • Deo
  • Lippenpflegestift
  • Q-Tips
  • Kamm
  • Nagelschere/ -pfeile
  • Taschentücher
  • Desinfektionsmittel
  • Outdoorwaschmittel
  • Feuchte Tücher
  • Ggf. Hygieneprodukte für Frauen

Elektronikartikel

Reiseapotheke

  • Kamera/ GoPro/ Drohne
  • Ersatzakkus/ Speicherkarten
  • Kindle
  • Ladekabel
  • Mehrfach USB-Verteilerstecker
  • Stirn-/ Taschenlampe
  • GPS
  • Batterien
  • Kopfhörer
  • Powerbank
  • Erste Hilfe Set
  • (Kopf-)Schmerztabletten
  • Medikamente gegen Übelkeit/ Durchfall
  • Erkältungsmittel
  • Tabletten gegen Sodbrennen
  • Wundspray
  • Blasengel und -pflaster
  • Mückenspray und Creme gegen Mückenstiche

Sonstiges

  • (Mikrofaser-)Handtuch
  • Hüttenschlafsack
  • Ohropax
  • Sonnenbrille
  • Taschenmesser
  • Rucksackregenschutz
  • Trekkingstöcke
  • Trinkblase
  • Müllbeutel
  • Wasserfilter/ Wasseraufbereitungstabletten
  • Wäscheleine

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