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Gardasee – Via Ferrata dell’Amicizia

Sie wurde zum einhundertsten Geburtstags der Società Alpinisti Trentini (SAT) angelegt und ist damit einer der ältesten Klettersteige der Gardasee-Region: Die Via Ferrata dell’Amicizia, die aufgrund Ihrer Abfolge an beinahe vertikal verlaufenden, extrem langen Eisenleitern auch der “Leitern-Klettersteig” genannt wird.

Der Weg führt über schier endlose Leiternreihen und nach einem Aufstieg von rund 1.200 Metern auf den Gipfel des Cima SAT, von wo aus sich ein unglaublicher Blick über die umliegende Umgebung und das Häusermeer von Riva del Garda eröffnet.

Für die einzigartige Aussicht braucht es jedoch Kondition und Schwindelfreiheit. Zwar ist der Klettersteig technisch nicht besonders anspruchsvoll, allerdings verlangen die Leitern teilweise schon einen eisernen Willen und sind nichts für Menschen mit Höhenangst.

Der Trail beginnt direkt an der Hauptstraße Via Monte Oro in Riva del Garda, wo Ihr – mit ein wenig Glück – einen kostenfreien Parkplatz am Straßenrand findet, alternativ steht aber auch ein relativ großer kostenpflichtiger Parkplatz zur Verfügung.


Trail Facts

  • Lage: Gardasee, Italien
  • Start: Via Monte Oro, Riva del Garda
  • Traillänge: 8,9 Kilometer
  • Schwierigkeit: B/C und 1-
  • Höhenunterschied: 1.190 Höhenmeter
  • Dauer: 7 1/2 Stunden
  • Besonderheit: Klettersteig, Leiternserie, Bastione, Blick auf den Gardasee und Riva del Garda, Cima SAT
  • Mehr Infos: Via Ferrata.de und Klettersteige.de

Von der Hauptstraße folgt Ihr den Schildern in Richtung Bastione di Riva. Der Weg ist gepflastert und gut ausgebaut, steigt allerdings direkt von Beginn an sehr steil in Serpentinen an.

Die Bastione erreicht Ihr nach circa 30 Minuten, direkt dahinter taucht Ihr dann auf dem Weg 404 zur Capanna Santa Barabara in den Wald ein und stetig – nun über Stock und Stein und teils kniehohe Steinstufen – immer und immer weiter sehr steil bergauf. Nach rund 1 ¼ sehr anstrengenden und schweißtreibenden Stunden erreicht Ihr schließlich die Capanna Santa Barbara, die im Sommer an den Wochenenden auch bewirtschaftet ist.

Hinter der Hütte führt Euch dann der Weg rechts, an einem Hubschrauberlandeplatz vorbei, weiter steil bergauf und nach weiteren 15-20 Minuten steht Ihr dann endlich am Einstieg des Klettersteiges.

Von hier geht es nun in leichter Kletterei, die immer wieder durch kurze Gehstrecken abgelöst wird, über diverse mit Drahtseilen, Felsstufen und Bänder bis Ihr schließlich ein dichteres Waldstück erreicht.

Rund 20 – 30 Minuten geht es nun auf einem engen, steinigen Pfad, der immer wieder von kurzen Felskletterpassagen ohne Sicherung unterbrochen wird, erneut steil bergauf zur ersten Leiternpassage.

Die erste, circa 40 Meter hohe, sehr steile Leiter ist leicht nach hinten geneigt und kostet daher relativ viel Kraft in den Armen. In der Mitte wird sie durch eine (nicht besonders vertrauenerweckende) kleine Metallplattform unterbrochen.

Wer die entsprechenden Nerven dazu hat, kann hier eine kleine Rast einlegen, bevor es über unzählige weitere Sprossen auf eine plattige Rampe und schließlich zurück auf Gehgelände geht.

Nach knapp zehn Minuten bergauf erreicht Ihr dann über in den Felsen gehauene Trittbügel die nächste, etwas kürzere Leiter, nach der dann eine steile Wandstufe zu überwinden ist.

Es folgt ein erneuter steiler, felsiger Abschnitt, dann erreicht Ihr die 70 Meter hohe Lange Leiter. Hier gilt es nun über 130 Sprossen zu bewältigen, glücklicherweise ist die Leiter jedoch leicht nach vorne geneigt, was der Kraft in den Armen zugute kommt.

Erneut geht es nun steil durch den Bergwald hinauf bis der Klettersteig sich eigentlich fortsetzen soll, wir haben jedoch irgendwie die Abzweigung verpasst und steigen ohne die finale Passage, die noch aus drei kurzen Leitern und einer Drahtseilpassage besteht, bis kurz unter den Gipfel zu einem weiteren Hubschrauberlandeplatz auf.

Von hier nehmen wir die letzte Klettersteigpassage, die Euch – wenn Ihr vorher nicht wie wir die Abzweigung verpasst habt- eigentlich nur als Abstieg vom Gipfel dient, hinauf auf den Gipfel des Cima SAT auf 1.246 Metern.

Der Gipfel ist geräumiger, als er von unten scheint und so könnt Ihr Euch hier wunderbar von den Strapazen des Aufstiegs erholen und dabei zugleich den wunderbaren Panoramablick auf Arco, Riva und den Gardasee, sowie auf den Monte Baldo und die Brenta genießen.

Im Anschluss geht es über die senkrechte Klettersteigpassage, die gerade im Abstieg nochmal Konzentration und kräftiges Zupacken verlangt, hinunter zum Hubschrauberlandeplatz, wo Ihr Euch dann auch Eurer Klettersteigausrüstung entledigen könnt.

Hier stehen Euch nun verschiedenen Optionen für den Rückweg zur Verfügung. Der Weg rechts führt Euch auf dem Sentiero Grazidei (Weg 418) auf einem sehr schmalen, am Abhang verlaufenden Pfad und in teilweise schwierig zu begehenden Serpentinen sehr, sehr steil bergab, bis Ihr schließlich irgendwann einen breiten Forstweg erreicht, der Euch wiederum zurück zu Bastione bringt. Von dort folgt Ihr dem bekannten Weg zurück zu Hauptstraße.

Alternativ wählt ihr den linken Weg, der Euch auf den Wegen 404 und 413 über die Kapelle S. Barbara zur Capanna Santa Barbara führt. Von dort geht es dann auf dem ebenfalls bekannten Weg zurück zum Ausgangspunkt. Der Weg ist zwar nicht ganz so steil wie Weg 418, dafür müsst Ihr allerdings einen erhöhten Zeitaufwand auf Euch nehmen.

Wir selbst sind über den Weg 418 abgestiegen und fanden es grausam. Allerdings waren wir am Ende auch froh, als die Wanderung endlich vorbei war, wir hätten insoweit auch nicht noch mehr Zeit für den längeren (wahrscheinlich auch nicht viel besseren Abstieg) inverstieren wollen.


Die Via Ferrata dell’Amicizia ist angeblich einer der schönsten Klettersteige der Region – warum das so ist, haben wir leider nicht verstanden. Wir fanden den Zustieg überdurchschnittlich anstrengend und lang, die Leiterpassagen schnell nervig und die Gehstrecken zwischen den Leiterpassagen von Weg und Steigung her kaum zumutbar. Und auch der Abstieg war – wie bereits geschrieben – einfach nur lang und grausam. Lediglich die Klettersteigpassagen zu Beginn haben uns wirklich Spaß gemacht.

Klar, die Aussicht vom Gipfel war sehr schön, trotzdem würden wir nur dafür den Weg nicht nochmal machen.

Deutlich besser hat uns die Klettersteigrunde über die Via Ferrati Fausto Susatti, Mario Foletti, Sentiero Camminamenti und Sentiero delle Laste gefallen, die von den Gipfeln des Cima Capi und Cima Roca ebenfalls grandiose Aussichten bietet.

Ein letzter Hinweis zum Schluss: Bitte beachtet, dass die Via Ferrata dell’Amicizia aufgrund Ihres steilen Gehgeländes und des zu überwindenden Höhenunterschieds nicht zu unterschätzen ist. Ihr solltet dafür die dafür erforderliche Kondition mitbringen und bestenfalls nicht an zu heißen Tagen aufsteigen. Ein Klettersteigset ist natürlich – wie bei allen Klettersteigen – Pflicht.

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