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iSimangaliso Wetland Park – Hippo Tour & Eastern Shores

Hoch oben an der Ostküste der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal liegt der iSimangaliso Wetland Park. Und dieser hat im Vergleich zu den vielen anderen Wildparks eine Sonderstellung: Seit 1999 gehört er nämlich zum Schutz der diversen Ökosysteme zum UNESCO Welterbe.

Das Zentrum des Parkes, der aus mehreren, unterschiedlich gut zugänglichen Teilen besteht, bildet der St. Lucia See, der mit einer Länge von 40 Kilometern und einer Breite von bis zum 21 Kilometern der größte See Südafrikas ist.

Das Wort iSimangaliso bedeutet in der Sprache der Zulu Wunder und das trifft es ziemlich gut. Neben dem St. Lucia Lake gibt es hier die letzten Sümpfe Südafrikas und die zweithöchste bewaldete Sanddünen der Welt. In den Feuchtgebieten leben die größten Nilpferd- und Krokodilbestände Südafrikas, durch die Savanne streifen die Big Five, an der Küste schwimmen Buckelwale und Haie, die Sodwana Bay ist bekannt für ihre bunten Korallenriffe. Dazu kommt noch eine riesige Dichte an Fisch- und Amphibiensorten und ein Viertel aller Volgelarten des Landes. Überzeugt?!

Als Ausgangspunkt für den iSimangaliso Wetland Park eignet sich am besten das kleine Städtchen St. Lucia. Hier gibt es nicht nur ein großes Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten, sondern auch die diversen Touren zu den Walen, Schildkröten oder Flusspferden starten hier.

Hippo-Tour

Als wir nach rund 5 Stunden Fahrt von Underberg St. Lucia am frühen Nachmittag erreichen, schaffen wir gerade noch die letzte Hippo-Tour des Tages.

Diese startet um 16.00 Uhr, wobei dies je nach Jahreszeit und Anbieter auch unterschiedlich sein kann. Anbieter gibt es viele, Touren könnt Ihr entweder online, in diversen Läden entlang der Hauptstraße, direkt am Siyabonga Hafen oder auch in einigen Hotels buchen. Die Touren dauern rund 2 Stunden, der Preis variiert auch die Größe des Boots – je mehr Ihr zahlt, desto kleiner wird die Tour.

Wir selbst buchen unsere Tour direkt in unserem Hotel, der Monzis Safari Tented Lodge. Der Anbieter heißt Shakabarker Tours und die kleine Tour mit höchstens 18 weiteren Leuten kostet 325 ZAR (= 20 EUR) p.P. inkl. Shuttle vom Hotel zum Boot und zurück.

Fast pünktlich werden wir um 15.45 Uhr am Hotel eingesammelt, nach kurzer Fahrt erreichen wir den Anleger und es geht direkt auf das Boot. Dort gibt es zunächst einige interessante Infos zum Park und seiner Entstehung, bevor wir schließlich die erste Nilpferdgruppe aufsuchen.

Süß sehen sie aus, nur die Öhrchen und ein bisschen Kopf lugen aus dem Wasser, der Rest der riesigen Tiere ist unter der Wasseroberfläche verborgen. Und da befindet er sich auch die meiste Zeit, den von Tagesanbruch bis Dämmerung dösen Hippos meist im Wasser. Und das obwohl sie nicht mal schwimmen und länger als fünf Minuten tauchen können.

Nachts werden die Flusspferde dafür dann umso aktiver, oft laufen sie auf ihrer Nahrungssuche viele Kilometer. Es ist daher nicht unüblich nachts in St. Lucia auch mal auf ein Nilpferd zu treffen. Und dann ist Vorsicht geboten, denn obwohl sie harmlos aussehen, sind sie ziemlich gefährlich. Jährlich sterben mehr Menschen in Südafrika durch Flusspferde als durch Löwen oder Elefanten.

Insgesamt sehen wir in den nächsten zwei Stunden drei Gruppen und bekommen von unserem Kapitän viele Infos zu den Tieren, aber auch zu Krokodilen oder den hier wachsenden Mangroven.

An jeder der drei Gruppe verharren wir einige Zeit, damit wir die Tiere auch in Ruhe beobachten können, am Ende gibt’s dazu sogar Kaffee/ Tee und Kekse.

Viel zu schnell sind die 2 Stunden vorbei und es geht zurück zu Anleger und zum Hotel.

Mittlerweile ist es dunkel geworden, aber das ist in St. Lucia kein Problem. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten könnt Ihr hier ohne Bedenken auch nach Sonnenuntergang die Hauptstraße hoch- und runterschlendern und in einem der diversen Restaurants einkehren.

Die Hippo-Tour war toll und hat uns richtig gut gefallen. Wir haben zwar im Verlauf unserer Reise noch ein paar Mal Flusspferde gesehen, aber so nah dran waren wir nur während der Tour. Außerdem gab es genügend Zeit die Tiere auch in aller Ruhe zu beobachten und ganz nebenbei einiges über sie zu lernen.

Insoweit eine klare Empfehlung für die Tour!

Eastern Shores

Der iSimangaliso Wetland Park gliedert sich in zehn verschiedene Bereiche:

  • Kosi Bay
  • Costal Forest
  • Lake Sibaya
  • Sodwana Bay
  • uMkuze
  • False Bay
  • Western Shores and Charters Creek
  • Lake St. Lucia
  • Maphelane
  • Eastern Shores und Cape Vidal

Einige der Bereiche sind sehr gut zugänglich, andere wiederum kaum zu erreichen. Mehr Infos zu den verschiedenen Gebieten findet Ihr auf der Homepage des Parkes. Dort gibt es auch eine gute Übersicht über die verschiedenen Preise und Öffnungszeiten.

Sehr gut zugänglich – von St. Lucia sind es nur rund 5 Minuten mit dem Wagen bis zum Bhangazi Gate – und sehr beliebt sind die Eastern Shores mit dem Cape Vidal. Eine Reihe von Game Viewing Roads sind perfekt für Safaritouren mit dem eigenen Auto und das Cape Vidal bietet einen der schönsten Strände der Umgebung. Hinzu kommen diverse Aussichtspunkte und kleine Hiking-Möglichkeiten, an denen Ihr den Wagen auch mal verlassen könnt.

Und so geht es auch für uns in die Eastern Shores. Der Eintritt kostet 51 ZAR (= 3,20 EUR) p.P. und einmal 61 ZAR (= 3,80 EUR) für den Wagen. Eine gute Karte gibt es im Visitor Center für 10 ZAR (=0,60 EUR).

Vor dem Gate müsst Ihr zunächst aussteigen und Euch in dem sich dort befindenden Gebäude registrieren. Hierfür benötigt Ihr einen Pass und eine Telefonnummer, außerdem werden diverse weitere Daten, unter anderem das Autokennzeichen erfasst. Ist die Registrierung erledigt, erhaltet Ihr einen Ausdruck, welchen Ihr dann am Gate vorzeigen müsst.

Und dann kann es losgehen.

Für uns geht es die Hauptstraße entlang bis rechter Hand der Vlei Loop abzweigt. Dort gibt es dann auch direkt die ersten Tiere und Tierbabys zu sehen. Es gibt Zebras, Warzenschweine, Antilopen und für diejenigen, die auf der Suche nach den Big Five sind, auch einige Wasserbüffel.

Der Loop bringt Euch ein wenig höher auf die Hauptstraße zurück und bereits kurz danach erreicht Ihr die Abzweigung zum Mission Rock und dem Mission Rocks Lookout.

An beiden Stopps könnt Ihr aussteigen, die Wege zu den beiden Lookouts sind kurz (um die 300 Meter) und sehr einfach.

Zurück auf der Hauptstraße geht es zunächst einige Zeit geradeaus, dann folgt links eine Abzweigung zur Catalina Bay. Hier gab es für uns vor allem eine wilde Herde Affen zu sehen, die in wahnsinniger Geschwindigkeit durch die umliegenden Büsche flitzte.

Erneut zurück auf der Hauptstraße folgt auf der rechten Seite der Dune Loop, wo sich gerade eine große Herde Antilopen inklusiver niedlicher Babys herumtreibt.

Die nächste Abzweigung auf der rechten Seite bringt Euch zum Cape Vidal, einem der beliebtesten Strände der Ostküste. Besonders viel Infrastruktur gibt es hier allerdings nicht. Wenn Ihr es in der brennenden Sonnen aushalten wollt, müsst Ihr Euch Euren Sonnenschirm schon mitbringen. Und auch der kleine Laden und die Toiletten befinden sich ein ganzes Stück entfernt die Straße hoch.

Trotzdem ein wirklich wunderschöner Strand.

Bevor es nun zurück in Richtung Gate geht, folgt noch der Red Dunes Loop, der Euch unter anderem durch den Sumpfwald führt. Und auch hier gibt es einiges an Tieren zu beobachten, besonders freuen wir uns darüber ein Hippo außerhalb des Wasser zu entdecken. Dies ist – gerade am Tage – ein eher seltenes Schauspiel.

Im Anschluss geht es ohne weitere Abstecher die Hauptstraße hinunter zurück zum Gate. Obwohl es sich so liest als seien gerade mal zwei Stunden vergangen, ist es nahezu ein ganzer Tag. Insgesamt waren wir circa sechs Stunden (!) unterwegs.

Die vielen Viewpoints und Tiersichtungen laden zum Anhalten ein, außerdem dürft Ihr im Park je nach Straße nur 30-40 km/h fahren, im Zweifel seid Ihr wegen der Tiere noch deutlich langsamer unterwegs. Und so ist ein Tag dann ganz schnell vorbei.

Obwohl wir in den Eastern Shores – anders als im Hluhluwe iMfolozi Park, Hlane oder Kruger – zwar nicht die richtig großen Tieren gesehen haben, hat uns dieser Safaritag richtig gut gefallen.

Statt großen Tiere, gab es viele Kleine und – als Highlight – ein Hippo an Land. Außerdem war die Landschaft einfach unglaublich abwechslungsreich. Besonders ist auch, dass Ihr sehr oft die Möglichkeit habt den Wagen zu verlassen und sogar einige Meter zu gehen. Dies ist in den anderen Park so gut wie kaum möglich. Letztendlich bot der Strand von Cape Vidal auch ein richtig gutes Plätzchen für eine ausgedehnte Mittagspause in der Sonne.

iSimangaliso ist wirklich toll. Sofern Ihr in St. Lucia seid, solltet Ihr die Gelegenheit nutzen diesen unglaublich vielfältigen Park kennen zulernen. St. Lucia ist übrigens auch ein prima Ausgangspunkt für (geführte oder selbst gefahrene) Touren in den Hluhluwe iMfolozi Park.

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