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Island – Gletscher, Wasserfälle und Schluchten im Südosten

Der Südosten Islands ist berühmt für seine Eiswelt, insbesondere für die riesigen Gletscherzungen, die hier bis an die Ringstraße heranreichen.

Über all dem thront der Vatnajökull, mit einer Fläche von 8.100 km² nicht nur der größte Gletscher Islands, sondern – außerhalb des Polargebietes – auch der größte Europas. Seit dem 07. Juni 2008 wird er durch den Vatnajökull-Nationalpark, einen der drei National Parks Islands geschützt.

In das mittlerweile rund 14.200 km² Schutzgebiet wurden auch die bis dahin eigenständigen Nationalparks Skaftafell im Südwesten und Jökulsárgljúfur im Norden integriert, was den Park zum zweitgrößten Nationalpark Europas macht. Insgesamt bedeckt er 14% der Landfläche Islands. Im Jahr 2019 wurde das Gebiet außerdem von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Doch der Südosten Islands hat noch viel mehr zu bieten, als nur die Gletscherlagunen. Hier findet Ihr neben dem berühmten Svartifoss in Skaftafell zum Beispiel auch den Fjaðrárgljúfur, einen grandiosen Canyon, den Ihr auf Eurer Tour auf keinen Fall auslassen solltet.

Jökulsárlón

Am Südrand des Vatnajökull zwischen Höfn und dem ehemaligen Skaftafell-Nationalpark liegt der Gletschersee Jökulsárlón, das Highlight im Südosten Islands.

Mit 284 Meter ist der Jökulsárlón der tiefste See Islands, berühmt ist er jedoch für die auf ihm treibenden, bis zu 15 Meter hohen Eisberge, die sich von der Gletscherzunge des Breiðamerkurjökull ablösen.

Abgesehen von Ihrer Größe sind die Eisberge auch aufgrund ihrer Farben bemerkenswert. Viele von ihnen sind weiß, andere jedoch durch die verschiedenen Kristalle im Eis hellblau gefärbt, wieder andere sind von schwarzen Streifen durchzogen, die durch vulkanischer Asche entstehen.

Die Gletscherlagune liegt direkt an der Ringstraße, von dem großen Parkplatz sind es nur wenige Meter bis zum Ufer des Sees, an dem Ihr in aller Ruhe entlang spazieren und die gigantischen Eisblöcke beobachten könnt.

Zusätzlich könnt Ihr im Rahmen einer Tour in einem Amphibienfahrzeug oder Zodiac auch noch näher an die Eisberge heranfahren. Auf dem Parkplatz findet Ihr einen Kiosk, an dem Ihr die Touren buchen könnt, gerade im Sommer solltet Ihr aufgrund des großen Andrangs jedoch lieber vorab reservieren. Zusätzlich werden in der Gegend auch diverse Gletschertrekking-Touren angeboten.

Da wir im Jahr 2020 diverse Gletscheraktivitäten in Patagonien gemacht haben, haben wir in Island jedoch darauf verzichtet.

Diamond Beach

Quasi gegenüber der Gletscherlagune, auf der anderen Straßenseite, liegt der schwarze Strand Breiðamerkursandur. Dieser ist jedoch nicht aufgrund seines schwarzen Sandes so besonders, sondern weil hier die Eisberge, die nicht bereits in der Lagune geschmolzen sind oder in das offene Meer hinausgetrieben wurden, an das Ufer gespült werden.

Dort bilden sie dann einen starken Kontrast zum schwarzen Vulkansand und glitzern im Sonnenlicht häufig wie kleine Diamanten, so dass der Strand auch als Diamond Beach bezeichnet wird.

Auch am Diamond Beach findet Ihr einen großen Parkplatz, von dort sind es nur wenige Meter bis zum Ufer.

Fjallsárlón

Nur rund 15 Minuten von Jökulsárlón entfernt findet Ihr Fjallsárlón, eine weitere Gletscherlagune. Hier geht es zwar deutlich ruhiger zu, als an der Jökulsárlón, ein Geheimtipp ist die Lagune jedoch auch schon lange nicht mehr.

Trotzdem lohnt sich ein Stopp, insbesondere da der Gletscher hier nahbarer und damit noch gigantischer wirkt. Und auch die Panoramen bei der Anfahrt sind grandios.

Skaftafell

Nur rund 50 Kilometer weiter wartet direkt das nächste Highlight auf Euch. In dem ehemaligen Nationalpark Skaftafell, der 2008 in den neuen Vatnajökull-Nationalpark integriert wurde, habt Ihr nicht nur die (letzte) Möglichkeit nochmal schnell und nah an einen Gletscher heranzukommen, sondern hier beginnt auch der Trail zum Svartifoss, eine der beliebtesten Wanderungen in ganz Island.

Auf dem großen Parkplatz müsst Ihr an einem Automaten zunächst die Nationalparkgebühr in Höhe von 750 ISK pro Wagen zahlen, anschließend geht es auf einem sehr gut ausgebauten Wanderweg vorbei an den Wasserfällen Þjófafoss, Hundafoss und Magnúsarfoss zu dem 20 Meter hohen Svartifoss.

Der Weg ist hin und zurück rund 4,2 Kilometer lang und überwindet einen Höhenunterschied von 160 Metern, wobei es hin quasi nur bergauf und auf dem Rückweg dementsprechend nur bergab geht. Der Zeitbedarf liegt bei guter Fitness bei rund einer Stunde reiner Gehzeit.

Wenn Ihr noch Zeit und Lust habt, solltet Ihr die Wanderung noch zum Sjónarnípa Aussichtspunkt fortsetzen, denn von diesem habt Ihr einen unglaublichen Blick auf den Gletscher Skaftafellsjökull. Hierfür müsst Ihr kurz vor dem Svartifoss dem Weg S6 auf der rechten Seite in Richtung Osten folgen. Der Rückweg erfolgt dann vom Aussichtspunkt über den Weg S5 zurück zum Besucherzentrum am Parkplatz. Insgesamt ist die Tour dann 7,5 Kilometer lang und Ihr müsst zusätzlich nochmal rund 140 Höhenmeter überwinden. 

Bei uns hat das Wetter nicht richtig mitgespielt, so dass wir auf den Abstecher zum Gletscher-Viewpoint leider verzichten mussten.

Fjaðrárgljúfur

Fast schon im Süden Islands liegt, rund acht Kilometer von dem Ort Kirkjubæjarklaustur entfernt, die grandiose Schlucht Fjaðrárgljúfur.

Der in einem satten Moosgrün erstrahlende Canyon ist rund zwei Kilometer lang und bis zu 100 Metern tief und wurde einst von dem Fluss Fjaðrá geformt, der sich hier von den Gletschern kommend über Jahrtausende seinen Weg bis zum Meer gegraben hat.

Richtig bekannt wurde der Fjaðrárgljúfur erst im Jahr 2015, als Justin Bieber dort Teile seines Musikvideos “I’ll Show You” drehte. Dies führte jedoch zu einem so großen Besucheranstrom, dass viele Wege – insbesondere die, die in die Schlucht hineinführten – gesperrt werden mussten.

Heute führt Euch ein gut ausgebauter und abgesteckter Weg auf der Ostseite der Schlucht zu mehreren Aussichtsplattformen, von denen Ihr spektakuläre Ausblicke in den Canyon genießen könnt. Die beste Sicht bietet dabei der letzte Aussichtspunkt. Von diesem könnt Ihr außerdem auf einen Wasserfall schauen.

Der Weg ist one-way rund zwei Kilometer lang und überwindet vom Parkplatz bis zum letzten Aussichtspunkt einen Höhenunterschied von 100 Metern. Der Zeitbedarf liegt für die einfache Strecke bei rund 20 Minuten, aufgrund der grandiosen Aussichten lohnt es sich jedoch, wenn Ihr hier ein wenig mehr Zeit einplant.

Für uns war der Fjaðrárgljúfur auf jeden Fall eines der großen Highlights während unserer Rundreise.

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Der Südosten Islands hat uns unglaublich gut gefallen, insbesondere weil er landschaftlich so abwechslungsreich ist. Außerdem kommt Ihr von hier auch schnell in den Süden oder in den Osten, wo weitere tolle Stopps auf Euch waren.

Einige davon findet Ihr in unserem Beitrag 12 Tage in Island – Ein Routenbeispiel, von dort kommt Ihr auch in die weitere Beiträge.

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