• Menü
  • Menü

Island – Stopps entlang des Diamond Circles

Im Nordosten Islands wird es spektakulär. Insbesondere auf der 260 Kilometer langen Rundroute, die als “Diamond Circle” bezeichnet wird, finden sich mit dem Goðafoss, dem See Mývatn, der Walstadt Húsavik und dem Dettifoss gleich eine Vielzahl der bekannten Island-Highlights.

Strecke u. Varianten

Klassischerweise beginnt die rund 260 Kilometer lange Rundtour des Diamond Circle am Wasserfall Goðafoss und führt Euch von dort über die Walstadt Húsavik zur Ásbyrgischlucht. Von dort geht es dann über den Dettifoss weiter zum See Mývatn und anschließend zurück zum Goðafoss.

Wenn Ihr – wie wir – keine Zeit für die gesamte Rundtour habt, dann könnt Ihr Euch alternativ auch auf den Abstecher zum Dettifoss beschränken oder – wenn Ihr mehr Zeit habt – auch noch bis nach Ásbyrgi weiterfahren und anschließend von dort zur Ringstraße zurückkehren.

Achtung: Wenn Ihr Euch für die Rundroute entscheidet oder wenn Ihr vom Dettifoss weiter nach Ásbyrgi möchtet, dann habt Ihr zwei Alternativen: Die Ostroute über die Straße 864 oder die Westroute über die Straße 862. Die Wahl der Route bestimmt gleichzeitig auch, ob Ihr den Dettifoss von der Ost- oder der Westseite besucht. Dazu aber später mehr beim Dettifoss.

Beide Routen sind ungefähr gleich lang, allerdings ist der Straßenzustand der Westroute – zumindest das bisher nicht asphaltierte Mittelstück nördlich des Dettifoss-Parkplatzes – gerade mit einem normalen PKW sehr abenteuerlich. Oft ist die Straße auch gar nicht befahrbar. Die Ostroute ist zwar ebenfalls eine Schotterpiste, hält aber keine Herausforderungen bereit.

Goðafoss

Es ist zwar weder der größte, noch der wasserreichste Wasserfall in Island, trotzdem ist der Goðafoss auf jeden Fall einen Besuch wert.

In einer beeindruckenden Kaskade stürzt der oft als “Wasserfall der Götter” bezeichnete Goðafoss über eine Breite von knapp 160 Metern in einem weiten Bogen in die 12 Meter unter ihm liegende Schlucht.

Ein grandioser Anblick, der ihn nicht umsonst zu einem der bekanntesten Wasserfälle Islands macht.

Um dem Wasserfall richtig nahe zu kommen, habt Ihr zwei Möglichkeiten: Die Aussichtsplattformen an der westlichen Seite und die – nur wenige Meter entfernt am Restaurant liegenden – Aussichtsplattformen an der östlichen Seite.

An der östlichen Seite führt außerdem ein kurzer, steiler Pfad hinunter an den Fluss, so dass Ihr dem Wasserfall noch näher kommen könnt.

Der Zeitbedarf für beide Seiten liegt bei ungefähr 45 Minuten.

Húsavik u. Ásbyrgi

Auf der klassischen Route des Diamond Circle geht es nach dem Goðafoss eigentlich weiter nach Húsavik, eine kleine Stadt an der Skjálfandi-Bucht in Nordisland.

Dort, in der “Hauptstadt des Whale Watching”, habt Ihr im Rahmen von diversen Touren im Sommer die größten Chancen Wale zu beobachten.

Anschließend führt Euch die Strecke weiter nach Ásbyrgi, eine hufeisenförmige Schlucht, die vermutlich durch den Abgang eines Gletschers kurz nach der letzten Eiszeit entstanden ist.

Wir selbst mussten beide Stopps aufgrund Zeitmangels leider auslassen und sind vom Goðafoss direkt nach Mývatn gefahren.

Mývatn

Die Gegend rund um den “Mückensee” Mývatn ist – obwohl die meisten Naturwunder vulkanischen Ursprungs sind – an Vielseitigkeit kaum zu übertreffen.

Pseudo- und Explosionskrater, Tuffsteinformationen, Tafelberge. Schildvulkane, Badegrotten. All dies und noch viel mehr könnt Ihr rund um Mývatn entdecken.

Übrigens: Der Name des See kommt natürlich nicht von ungefähr, sondern von den im Sommer teilweise sehr großen Mückenschwärmen. Gerade an warmen, trockenen, windstillen Tagen sind sie am schlimmsten. Eigentlich kann man es dann draußen kaum aushalten. Wir haben es erlebt!

Es gibt nur einen kleinen Trost: Die meisten der lästigen Plagegeister nerven nur, stechen dafür aber nicht. Aber leider nur die meisten.

Skútustaðagígar

Am südlichen Ufer des See findet Ihr die Pseudokrater mit dem Namen Skútustaðagígar. Dabei handelt es sich um runde Erhebungen, die zwar aussehen wie kleine Vulkankrater, aber keine sind.

Das liegt daran, dass sie – anders als “echte” Krater – keine direkte Magmazuleitung aus dem Erdinneren haben, sondern durch eine Dampfexplosion entstanden sind.

Von dem kurzen Rundweg aus, der am Parkplatz beginnt, könnt Ihr einen guten Blick auf die Pseudokrater und den See werfen, wenn Euch die Mücken den Spaziergang nicht verderben.

Bei unserem Besuch waren sie da, millionenfach, so dass wir trotz Kopfnetz nach wenigen Fotos wieder in unser Auto geflüchtet sind.

Dimmuborgir

Ein wenig weiter östlich findet Ihr dann die “dunkle Stadt” Dimmuborgir, ein Lavafeld, dass von bizarr geformten Steinformationen durchzogen ist.

Diverse verschieden lange Wege führen Euch durch die meterhoch aufragenden Felsen, in denen – so erzählen es die Isländer – Elfen und Trolle leben sollen. Aber das ist noch nicht alles: In der dritten Staffel von Games of Thrones hatten hier auch die Wildlinge ihre Zelte aufgeschlagen.

Hverfjall

Nicht weit von Dimmuborgir findet Ihr den riesigen, kreisförmigen Explosionskrater Hverfjall.

Von der Straße 848 führt Euch eine kurze Schotterpiste zu einem Parkplatz, von dem aus Euch ein rund 600 Meter langer, aber ziemlich steiler Weg an den Rand des komplett vegetationslosen Kraters bringt.

Oben angekommen habt Ihr einen guten Blick in das Innere des Hverfjall und auf die umliegende Umgebung. Wenn Ihr Zeit habt, könnt Ihr auf einen rund 3 Kilometer langen Weg einmal um den Krater herumspazieren. Dank der Mücken haben wir hierauf jedoch verzichtet.

Grjótagjá

Obwohl die Grjótagjá, eine Höhle mit einem kleinem See, wohl bereits im 18. Jahrhundert als Badehöhle genutzt wurde, rückte sie bei den Touristen erst in den Fokus, nachdem hier 2013 in der dritten Staffel von Games of Thrones die Liebesszene von John Snow und Ygritte gedreht wurde.

Mittlerweile ist es mit etwa 60 Grad allerdings viel zu heiß zum Baden, so dass Ihr Euch mit einem Blick auf das klare, strahlend blau leuchtende Wasser begnügen müsst.

Zudem könnt Ihr oberhalb der Höhle einen Blick auf die hier gut sichtbare Bruchstelle zwischen der amerikanischen und der eurasischen tektonischen Platte werfen.

Hverir

Nicht weit von Mývatn entfernt findet Ihr das Geothermalgebiet Hverir.

Über abgesteckte Wege könnt Ihr zwischen den blubbernden Schlammtöpfen, kochenden Pfützen und dampfenden Fumarolen entlang spazieren und die bunte Vulkanlandschaft bewundern. Eurer ständiger Begleiter dabei: Der Geruch nach faulen Eiern…

Víti-Krater

Nicht weit von Hverir findet Ihr ein weiteres vulkanisches Naturwunder, den Víti-Krater. Von der Ringstraße führt Euch die asphaltierte Straße 863 zu einem Parkplatz, von dem Ihr zum Kraterrand hinaufsteigen könnt. Die Belohnung für den kurzen Weg: Ein wunderschöner blauer See und ein netter Blick auf die umliegende Umgebung.

Dettifoss und Selfoss

Egal, ob Ihr die große Runde des Diamond Circles macht und von Ásbyrgi kommt oder Ihr “nur” in Mývatn gewesen seid, den Besuch am Dettifoss solltet Ihr nicht auslassen.

Er ist nicht nur der größte Wasserfall im Nordosten Islands, sondern gemessen an Volumen und Fallhöhe auch der leistungsstärkste Wasserfalls Europas.

Die Kraft, mit der das Wasser des Flusses Jökulsá hier in die über 100 Meter tiefe Schlucht Jökulsárgljúfur stürzt, ist unglaublich beeindruckend und tröstet den ein oder anderen eventuell darüber hinweg, dass der Dettifoss ansonsten kein “sauberer” Wasserfall ist, sondern aufgrund der vom Gletscher mitgebrachten Sedimente eher dreckig wirkt.

Vom Dettifoss könnt Ihr noch weiter zum Selfoss wandern. Der Weg ist durch gelbe Pflöcke markiert und rund einen Kilometer lang. Der Zeitbedarf liegt bei circa 20 bis 30 Minuten one-way.

Ein Weg, der sich lohnt, denn der Selfoss ist nicht nur wunderschön anzuschauen, sondern hier verwirren sich auch deutlich weniger Besucher hin. Wir selbst hatten ihn sogar eine ganze Zeitlang nur für uns alleine.

Sowohl den Dettifoss, als auch den Selfoss könnt Ihr entweder von der Ost- oder der Westseite besuchen, eine Entscheidung, die Ihr vorab treffen müsst, denn es gibt keine Brücke für einen Seitenwechsel.

Welche Sicht hier die besser ist, darüber scheiden sich die Geister. Der Blick auf den Dettifoss soll von der Westseite aufgrund der Perspektive ein wenig besser sein, dafür kommt Ihr auf der Ostseite näher an den Wasserfall heran. Hinzu kommt, dass Ihr von der Ostseite einen deutlich besseren Blick auf den Selfoss habt.

Zusätzlich ist die Westroute (Straße 862) bis zum Dettifoss asphaltiert, so dass Ihr hier mit einem deutliche höheren Touristenaufkommen rechnen müsst.

Achtung: Nach dem Dettifoss ist die Straße 862 nicht mehr asphaltiert und der Straßenzustand wird (zumindest noch) sehr abenteuerlich. Eine Weiterfahrt nach Ásbyrgi ist daher über diese Route mit einem normalen PKW nicht zu empfehlen ist. Die Ostroute (Straße 864) ist zwar insgesamt eine Schotterpiste, aber ohne Probleme befahrbar und somit zu bevorzugen, wenn Ihr die große Runde geplant habt

Hafragilsfoss

Sofern Ihr Euch für die Ostroute entschieden habt, könnt Ihr nach dem Dettifoss noch rund 2 Kilometer nach Norden fahren und einen Blick auf den Hafragilsfoss werfen.

Vom Parkplatz aus, sind es nur wenige Meter zu einem Aussichtspunkt, von dem Ihr einen tollen Blick in die Schlucht, fast bis zum Dettifoss, habt.

More

Am Diamond Circle solltet Ihr mit Eurer Zeit wirklich nicht sparen, denn hier findet Ihr einige der Top Sehenswürdigkeiten Islands. Uns haben besonders die diversen Wasserfälle sehr beeindruckt, die uns teilweise (viel) besser gefallen haben, als einige ihrer berühmten Geschwister im Süden und auf dem Golden Circle.

Zusätzlich ist gerade die Region rund um Mývatn landschaftlich sehr abwechslungsreich.

Doch obwohl der Diamond Circle schon mit diversen Highlights aufwarten kann, gibt es auf Island natürlich auch noch weitere lohnenswerte Stopps. Einige davon findet Ihr in unserem Beitrag 12 Tage in Island – Ein Routenbeispiel. Von hier kommt Ihr auch jeweils in die entsprechenden Beiträge.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.