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Loving London – Tower of London und Tower Bridge

Der Tower of London hat schon viele Zwecke erfüllt. So war er Residenz, Waffenkammer, Werkstatt, Lager, Zoo, Garnison, Museum, Münzprägestätte, Gefängnis, Archiv und Hinrichtungsstätte. Seit 600 Jahren ist er nunmehr als riesiges Museum für Besucher zugänglich und zeigt unter anderem Ausstellungen über sich und seine Geschichte, Teile der Sammlung des britischen Museum für Waffen und Rüstungen und die britischen Kronjuwelen.

Direkt nebenan liegt die sicherlich optisch ansprechendste Brücke Londons: Die 1894 eröffnete und nach dem Tower of London benannte Tower Bridge. Von der zugänglichen Fußgängerbrücke aus, gibt es – in 42 Metern Höhe – einen atemberaubend schönen Ausblick über die Themse und die Stadt.

Unser zweiter Tag in London beginnt früh, obwohl wir erst gegen 01.ooh nachts im Bett waren. Zwar sind wir von dem Marathon am ersten Tag noch ziemlich erledigt und auch das Wetter sieht nicht mehr ganz so sonnig aus, wie noch am Tag davor, aber es gibt keine Gnade – The show must go on!

Unser erstes Ziel an diesem Tag ist die City of London, der kleinste Bezirk der Stadt. In dem nur 2,6 qm großen Stadtteil leben gerade einmal 3.000 Menschen, 300.000 jedoch arbeiten hier.

Wir wollen uns hier 30 St. Mary Axe genannt The Gherkin – nachdem wir ihn am Tag davor schon einige Male aus der Ferne gesehen haben – von ganz Nahem ansehen. Direkt davor ist das Gebäude noch um einiges imposanter und die Nackenstarre durch das “nach-oben-Starren” ist inklusive.

Aber auch die anderen glänzenden Hochhäuser sind einen Blick wert.

Nachdem wir einige Minuten durch die Straßen geschlendert sind, machen wir uns auf dem Weg zum Monument. Die höchste freistehende Steinsäule der Welt erinnert an das große Feuer in London im Jahre 1666, das innerhalb von 4 Tagen nahezu den gesamten mittelalterlichen Stadtkern zerstörte, unter anderem auch St. Paul’s.

Auch die Tickets hierfür haben wir bereits vorher online gekauft. Da wir später noch auf die Tower Bridge wollen, haben wir uns für ein Kombiticket entschieden. Für 10,50 Pfund kann man beide Sehenswürdigkeiten besuchen. Da es noch ziemlich früh ist, haben wir das gesamte Monument für uns alleine und können beim Aufstieg der 311 Stufen ungeniert fluchen  und – endlich oben angekommen – in Ruhe die Aussicht genießen.

Zu unserem nächsten Ziel, dem Tower of London, ist es nun gar nicht mehr weit. Bereits nach knapp 10 Minuten steht Ihr vor den Kassenhäuschen.

Auch die Tickets hierfür haben wir aufgrund des Online-Rabattes bereits wieder vorher gekauft. Beim Tower hat das ganze außerdem noch einen weiteren positiven Effekt: Sofern Ihr bereits Online-Tickets habt, braucht Ihr Euch nicht an den oftmals ewig langen Schlangen vor den Kassenhäuschen anzustellen, sondern könnt direkt zu der oftmals ewig langen Schlange vor dem Eingang durchgehen. Die Wartezeit wird allerdings durch einen netten Ausblick auf die Tower Bridge ein wenig erträglich gemacht.

Der Tower of London lässt unsere durchschnittliche Verweildauer an den Sehenswürdigkeiten nach oben schnellen. Ganze 3 1/2 Stunden schlendern wir durch die alten Gemäuer und diversen Ausstellungen. Und dabei haben wir die Ausstellung über Coins und Kings überhaupt nicht gesehen. Ihr könnt also auch ohne Probleme einen ganzen Tag im Tower verbringen. Die Ausstellungen sind toll gemacht, sehr informativ und geben eine guten Einblick in die englische Gesichte. Wir sind total begeistert und dass, obwohl wir – ja erwischt – überhaupt keine Museeumsfans sind.

Das absolute Highlight sind aber dann doch die Kronjuwelen der Queen (und das nicht nur für die Frauen).

Nachdem man durch die sehr diamant- und goldlastige Ausstellung durchgeschlendert ist, wird man von einem von zwei Laufbändern an den Kronjuwelen vorbeigefahren. Zurückgehen ist grundsätzlich verboten, ein zweites Mal vorbeifahren ebenfalls. Diverse Guards überwachen das Einhalten der Regeln, auch Fotografieren ist leider strengstens untersagt. Da es aber im Verhältnis immer noch relativ früh am Tag ist und sich die Besucherzahlen noch in Grenzen halten, dürfen wir so oft an den Juwelen vorbeifahren wie wir möchten und können alle ausgestellten Krönchen und Zepter in Ruhe und ausgiebig betrachten.

Im Tower leben außerdem die berühmten Tower-Raben, um die sich zahlreiche Legenden ranken. Um die Vögel am Wegfliegen zu hindern, wird ihnen durch den “Ravenmaster” ein Flügel gestutzt.

Unser nächstes Ziel ist die direkt nebenan liegende Tower Bridge. Auf dem Weg dorthin machen wir allerdings noch einen kleinen Abstecher zu den St. Katherine’s Docks und bestaunen die modernen Yachten.

Danach ist es Zeit sich auf den Weg zur Tower Bridge zu machen, denn der Verbindungssteg über der Fahrbahn kann begangen werden und bietet eine tolle Aussicht auf den Fluss und die Stadt. Seit 2014 gibt es außerdem einen Bereich mit Glasboden, von dem aus man 42 Meter in die Tiefe blickt. Schon ein bisschen gruselig.

Wenn Ihr im Anschluss noch Lust habt, besteht auch die Möglichkeit in die Maschinenräume hinabzusteigen und einenkleinen Einblick über das Innenleben der berühmten Brücke zu bekommen.

Sofern das Wetter mitspielt, könnt Ihr im Anschluss die knapp 1,5 Kilometer bis zur London Bridge zu Fuß an der Themse entlang gehen.

Positiv daran ist, dass Ihr dabei dann nämlich auch noch an der London City Hall, The Scoop und der HMS Belfast vorbei kommt. Das Rathaus von London wird übrigens aufgrund seiner knollenartigen Form, die die Oberfläche des Gebäudes verringern und die Energieeffizienz erhöhen, als “Darth Vader’s Helmet” (Darth Vaders Helm) oder “Armadillo” (Gürteltier) bezeichnet.

Entlang der Themse hat Ihr übrigens auch nochmal einen tollen Blick auf den Financial District. Das “Walkie-Talkie” (links im rechten Bild) reflektiert und bündelt die Sonnenstrahlen wie ein Brennglas. Ab mittags kann man auf dem Bürgersteig davor Plastik schmelzen, Spiegeleier braten oder Löcher in Fußmatten brennen. 2013 schmolz das Gebäude sogar Außenspiegel und Armaturenbrett eines Jaguars.

An der London Bridge angekommen, ist es noch ein wenig zu früh für die nächste geplante (und bereits gebuchte) Unternehmung, die London Bridge Experience. Aber auch um die London Bridge herum gibt es  noch Dinge zu entdecken.

Zunächst landen wir – ungeplant – mitten in dem lebhaften Treiben auf dem gerade stattfindenden Borough Market. Hätten wir das gewusst, hätten wir auf jeden Fall Zeit zum Essen eingeplant. Die unzähligen Stände bieten Normales, Ausgefallenes, Deftiges, Gesundes und Exotisches für jeden Geschmack. Und wie das duftet…

Direkt nebenan nehmen wir dann auch die gefühlt tausendste Sehenswürdigkeit Londons mit, die Southwark Catheral, die neben der Westminster Abbey eine der wenigen verbleibenden gotischen Kirchen Londons ist.

Dann ist es Zeit für die “London Experience”, doch zum ersten Mal werden wir enttäuscht. Aufgemachte Horrorgeschichten und eine etwas in die Jahre gekommene “Geh-Geisterbahn” reichen nicht aus, damit wir uns auch nur ansatzweise gruseln (andere Besucher dem Geschrei nach schon). Am Ende sind wir froh, dass es vorbei ist und nehmen uns vor, solche Unternehmungen in Zukunft genauer zu recherchieren.

Danach ist es spät geworden, daher machen wir uns auf den Weg zum Hotel. Bevor wir ins Bett fallen, gibt es im Pub um die Ecke zum Ausklang des Tages noch Fish ‘n Chips mit viel Essig. Als wir danach endlich im Bett liegen dauert es keine zwei Atemzüge bis wir eingeschlafen sind.

Und dann steht auch schon der letzte Tag.

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