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Mammoth Cave National Park – Das längste Höhlensystem der Welt

Mitten in Kentucky verbirgt sich versteckt unter der Erde ein National Park der etwas anderen Art, denn sein Herz ist ein riesiges Höhlensystem, von dem niemand weiß, wie weit es sich tatsächlich ausdehnt.

Bisher sind auf fünf Etagen lediglich 651 Kilometer des Kalksteinlabyrinthes kartiert, der National Park Service geht jedoch von einer geschätzten Gesamtlänge von rund 1.600 Kilometern aus.

19 Kilometer davon sind für die Öffentlichkeit zugänglich. Geführten Cave Touren bringen rund 390.000 Menschen jährlich durch die unterirdischen Gänge und zeigen den Besuchern die dunkle Schönheit der Höhle.

Mammoth Cave National Park hat jedoch auch an der Erdoberfläche einiges zu  bieten. Im dichten Wald und entlang des Green Rivers bietet der National Park auf 135 Kilometern einfache bis anspruchsvolle Trails im Backcountry, Frontcountry und im Bereich des Visitor Centers an.

– Aktualisiert April 2021 – 

Park Facts
  • Gegründet: 01. Juli 1941
  • Größe: 212 km²
  • Höhenlagen: -105 Meter tief (Bottomless Pit im Höhlensystem) bis 192 Meter hoch (Mammoth Dome)
  • Lage: Kentucky
  • Öffnungszeiten: Ganzjährig, Höhlenbesichtigung nur mit Führung
  • Eingang: (1) Von Norden: Über I-65 und Mammoth Cave Parkway  (2) Von Süden: Über I-65 und Park City Road
  • Eintritt: Kostenlos, Führungen je nach Tour 8 $ bis 66 $
  • Besucher: Über 500.000 jährlich (Rank 40/63)
  • Mehr Infos: National Park Service Mammoth Cave
Cedar Sink Trail

Wir selbst wollen vor unser Höhlentour auch einen kurzen Einblick in den über der Erde liegenden Teils des National Parks bekommen und haben uns dafür den eher kurzen Cedar Sink Trail ausgesucht.

Der Trail liegt ein wenig abseits des Visitor Centers und ist deswegen so interessant, weil er innerhalb von kurzer Zeit zu mehreren sogenannten Sink Holes führt.

Dabei handelt es sich um Löcher im Boden, die durch einen Zusammenbruch der Oberflächenschicht verursacht wurden und in der Regel auf unterirdische Entwässerungssysteme hindeuten. Das größte der Löcher hat eine Bodenfläche von 2,8 Hektar und misst vom oberen Sandsteinplateau bis zum Senkboden ganze 91,4 Meter.


Trail Facts

  • Lage: Am südlichen Ende des National Parks
  • Start: Cedar Sink Parking Lot an der National Park Boundary Road
  • Traillänge: 2,6 Kilometer
  • Höhenunterschied: 101 Meter
  • Dauer: 45 Minuten
  • Besonderheit: Sink Holes
  • Mehr Infos: National Park Service Cedar Sink Trail

Der Trail beginnt direkt am Parkplatz und führt Euch auf einem gut ausgebauten Weg stetig bergab in den Wald, bis Ihr am Ende auf eine lange Treppe stoßt.

Sobald Ihr diese  hinter Euch gebracht habt, ist es nur noch ein kurzer Weg zu den Aussichtsplattformen, von denen Ihr die Sink Holes dann betrachten könnt. Die massiven Klippen, die die Sink Holes umgeben sind übrigens im Durchschnitt rund 340 Millionen Jahre alt.

Höhlentouren

Für uns geht es nun weiter zum Visitor Center, denn um 09.40 Uhr startet unsere Höhlentour, die wir bereits im Voraus auf der Seite des National Park Service gebucht haben.

In der Regel bekommt Ihr zwar auch so einen Platz, aber gerade in der Hochsaison und am Wochenende können Touren auch mal ausgebucht sein und es wäre ziemlich ärgerlich, wenn Ihr extra nach Kentucky fahrt und dann die Tour, die Ihr gerne machen möchtet, ausverkauft ist.

Die angebotenen Touren variieren je nach Jahreszeit, aber auf der Seite des National Park Service findet Ihr – unabhängig vom Angebot – eine gute Übersicht über alle Touren und Preise.

Wir selbst haben uns für die 6,4 Kilometer lange und damit zweitlängste Tour, die Grand Avenue Tour, entschieden. In dieser sind nämlich viele kleineren Touren, wie die Frozen Niagara Tour, die Domes and Dripstones Tour und die Snowball Room Tour, enthalten.

Die längste und härteste Tour, die nur im Sommer angeboten wird, ist übrigens die Wild Cave Tour, die rund acht Kilometer lang ist, sechs Stunden dauert und auch an Alter, Fitness, Schuhwerk und sogar den Körperumfang besondere Anforderungen stellt. Da es hier jedoch hauptsächlich um die Erfahrungen des “Cavings” geht und wir auch keine Lust hatten uns extra knöchelhohe Wanderschuhe zu kaufen, haben wir uns für eine “normale” Höhlentour entschieden, um so auch die Formationen in Ruhe genießen zu können.

Grand Avenue Tour

Unsere Tour startet hinter dem Visitor Center, wo unsere Guides uns zunächst eine kurze Einführung geben und uns auf die kommende Tour vorbereiten. Danach bringen uns die Busse zu dem Höhleneingang, der rund 10 Fahrtminuten entfernt liegt.

Von dort beginnt dann unser vier Stunden langer Ausflug in den eigentlichen Mammoth Cave National Park.


Trail Facts

  • Lage: Carmichael Entrance im südöstlichen Teil des Parkes
  • Start: Hinter dem Visitor Center
  • Traillänge: 6,4 Kilometer
  • Höhenunterschied: Vier steile Hügel und 670 Treppen
  • Dauer: 4 Stunden 
  • Besonderheit: Ein Hike unter Tage
  • Mehr Infos: National Park Service Grand Avenue Tour

Nachdem Ihr die ersten 200 Stufen hinter Euch gebracht habt, seht Ihr auf der ersten Meile der Tour u.a. die Cleaveland Avenue, eine lange, röhrenförmige Höhle, die seinerzeit durch einen Fluss geschaffen wurde und an deren Decke sich blütenartige Strukturen gebildet haben.

Anschließend ändert sich das Bild. Konntet Ihr zuvor mit mehreren Personen nebeneinander gehen, wird es auf der zweiten Meile eng. Die meiste Zeit schlängelt Ihr Euch – umgeben von meterhohen Wänden – hintereinander durch die schmalen Gänge der Höhle, bis Ihr nach einer weiteren Meile den 81 Meter unter der Erdoberfläche liegenden Snowball Room erreicht.

Während der dritten Meile erreicht Ihr dann die Bone Avenue und zugleich den tiefsten Punkt der Tour. 100 Meter befindet Ihr Euch hier unter der Erdoberfläche. Während der ganzen Tour gibt es vom Guide übrigens interessante, lustige und geschichtliche Informationen zum Höhlensystem.

Die Tour endet an der wohl berühmtesten Formation, dem Frozen Niagara.

Anschließend geht es mit dem Bus zurück ins Visitor Center und für uns von dort direkt ins Auto, denn wir haben noch circa 3 1/2 Stunden Autofahrt vor uns und verlieren durch die Zeitverschiebung eine zusätzliche Stunde.

Tipps für Eure Höhlentour

Denkt bei Eurer Höhlentour daran, dass in der Höhle durchgängig eine Temperatur von nur 12 Grad herrscht und bei uns haben viele mit ihren kurzen Hosen und T-Shirts trotz Bewegung sehr gefroren. Für die Tour solltet Ihr daher, unabhängig von der Außentemperatur, lieber eine lange Hose und einem dünnen Pulli anziehen.

Bezüglich Toiletten braucht Ihr Euch allerdings keine Gedanken zu machen, es gibt – zumindest während der Grand Avenue Tour – zwei Toilettenstopps, wobei es sich tatsächlich um ganz normale Toiletten handelt. Lediglich das Papier ist ein wenig klamm.

Und zu guter Letzt: Die Höhle ist, um die Stimmung zu erhalten, nur sehr spärlich beleuchtet, fotografieren mit Blitz ist daher aus Sicherheitsgründen (Blendung) nicht erlaubt, eine Taschenlampe kann ab und an sinnvoll sein, ist aber nicht notwendig.

Von Kentucky nach Ohio

Da wir uns am nächsten Tag die echten Niagara Fälle anschauen mmöchten, diese aber noch 1.100 Kilometer entfernt sind, müssen wir heute noch ein gutes Stück der Strecke zurücklegen und haben uns als Übernachtungsort das 380 Kilometer entfernte Wilmington in Ohio ausgesucht.

Leider haben wir auf dem Weg wirklich Pech mit dem Verkehr in stecken erst in Louisville und danach in Cincinatti im Rush-Hour Verkehr fest. Zusätzlich regnet es immer wieder sintflutartig, so dass die Sicht quasi bei Null liegt und es nur schleppend voran geht. Lediglich die Aussicht auf die Skyline von Cincinatti muntert uns zwischendurch ein wenig auf.

Unser Motel erreichen wir deswegen und aufgrund der Zeitverschiebung erst gegen 19.30 Uhr. Glücklicherweise gibt es jedoch direkt auf der anderen Seite des Parkplatzes ein wundervolles amerikanisches Diner, wo wir uns bei Bier und Burgern von den Strapazen der Autofahrt erholen können.

Danach fallen wir nur noch ins Bett, vor allem weil es am nächsten Tag sehr früh weitergeht. Wir wollen uns nämlich nicht nur die Niagara Fälle anschauen, sondern auf dem Weg wenigstens auch kurz im Cuyahoga Valley National Park stoppen.

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