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Rom – Einmal quer durch die Ewige Stadt (2)

Sie ist eine Enklave mitten im Stadtgebiet von Rom – der kleinste Staat der Welt, die Vatikanstadt. Auf gerade mal 0,44 Quadratkilometern leben hier rund 1.000 Menschen und damit ist der Vatikan auch der Staat mit den wenigsten Einwohnern. Die meisten Bewohner des Vatikans besitzen die vatikanische Staatsangehörigkeit, die  jedoch immer nur auf Zeit und an eine Funktion gebunden verliehen wird. Sie kann daher nie eine andere Staatsbürgerschaft ersetzen.

Eine weitere Besonderheit ist, dass der Vatikan der letzte Staat mit der Amtssprache Latein ist.

Zum Gebiets des Vatikans gehören unter anderem Petersdom und Petersplatz, die Vatikanischen Museen mit der Sixtinische Kapelle, sowie die vatikanischen Gärten.

Wenn Ihr eine Chance haben wollt in den Petersdom zu kommen, ohne hierfür stundenlang anzustehen, dann sollte Euer Tag wirklich früh beginnen. Den Petersdom könnt Ihr ab 07.00, die Kuppel ab 08.00 Uhr besuchen. Für uns hieß das, dass wir bereits um kurz nach acht auf dem Petersplatz standen und direkt durch die sich auf der rechten Seite des Platzes befindenden Sicherheitskontrolle gehen konnten, wo sich zu späterer Uhrzeit (wobei später so ab 10.00h ist) sehr lange Warteschlangen bildeten.

Der imposante Petersdom ist Mittelpunkt des Vatikans und gehört mit einer überbauten Fläche von 15.160 m² und einem Fasssungsvermögen von 20.000 Menschen zu den größten und auch bekanntesten Kirchengebäude der Welt.

Der Vorgängerbau wurde um 324 als Grabeskirche über dem vermuteten Grab des Apostels Simon Petrus errichtet, so dass der Petersdom unmittelbar mit dem Papsttum in Verbindung gebracht wird.

Der Petersdom ist unseres Erachtens nach die beeindruckenste Kirche überhaupt und – auch ohne ein kirchliches Interesse – ist ein Besuch ein echtes Muss.

Im Anschluss (oder davor) solltet Ihr es Euch dann auch nicht entgehen lassen auf die Kuppel des Petersdoms zu steigen. Diese ist ein Werk des Künstlers Michelangelo und das größte freitragende Ziegelbauwerk der Welt. Michelangelo, der zum Zeitpunkt des Auftrages bereits 70 Jahre alt war, starb bevor die Kuppel vollendet werden konnte. Da er jedoch zu Lebzeiten ein gewaltiges Modell der Kuppel angefertigt hatte, konnte sie auch nach seinem Tod noch wie ursprünglich von ihm geplant fertig gestellt werden.

Der Eingang befindet sich rechts neben dem Haupteingang zum Petersdom. Der Eintritt kostet über die Treppe 6 EUR und mit dem Fahrstuhl 8 EUR. Wählt Ihr den Weg über die Treppe so habt Ihr rund 550 Stufen zu bezwingen, mit dem Fahrstuhl sind es noch circa 320.

Ein Weg, der sich lohnt, denn von oben habt Ihr einen einfach unglaublichen Blick auf den Petersplatz und die Stadt.

Im Anschluss geht es weiter in die Vatikanischen Museen. Die sich hier befindende Sammlung ist eine der wichtigsten und größten der Welt und umfasst Altertümer und Kunst aus nahezu allen Bereichen. Auch die berühmte Sixtinische Kapelle kann im Zuge eines Besuchs besichtigt werden.

Der Haupteingang befindet sich auf der Nordseite auf der Viale Vaticano. Der Fußweg vom Petersplatz dauert rund 20 Minuten. Auch an den Vatikanischen Museen müsst Ihr in der Regel mit langen Einlassschlangen rechnen. Ihr solltet daher vorab online ein Ticket auf der Website des Vatikans buchen (Vatikanische Museen und Sixtinische Kapelle 16 EUR pro Person plus 4 EUR Vorverkaufsgebühr), dann könnt Ihr die Warteschlange umgehen. Die Tickets sind zwar zeitgebunden, die Einhaltung der Uhrzeit wurde bei uns jedoch nicht kontrolliert, so dass wir auch bereits eher in das Museum konnten.

Die Vatikanischen Museen sind riesig, so dass Ihr hier sicherlich einen ganz Tag verbringen könntet. Und auch bei lediglich oberflächlicher Betrachtung braucht Ihr wohl so 3-4 Stunden, denn es gibt wirklich viel zu sehen.

Da wir allerdings nur sehr wenig Zeit haben (und auch wirklich keine Museumsfans sind) laufen wir die Ausstellungen ohne groß stehen zubleiben ab und verbringen lediglich in der Sixtinischen Kapelle, die der Grund für unseren Besuch war, ein wenig Zeit.

4 Jahre lang, von 1508 bis 1512, hat Michelangelo in 22 Meter Höhe an einem der bekanntesten Kunstwerke überhaupt gearbeitet – das Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle. Dieses zeigt auf insgesamt  520 m² mit 115 überlebensgroßen Charakteren Szenen aus der Schöpfungsgeschichte.

Die Wandgemälde zeigen Szenen aus dem Leben Jesu und Mose und wurden von diversen anderen Malern der Renaissance geschaffen.

 

Die Sixtinische Kapelle, in der übrigens auch das Konklave abgehalten wird, ist unsere letzte Station in den Vatikanischen Museen. Nachdem wir gegen 10.00h die Tour gestartet haben, stehen wir bereits um 11.15h wieder auf dem Petersplatz, allein für die Sixtinische Kapelle hat sich der kurze Ausflug aber auf jeden Fall gelohnt.

Zum nächsten Ziel – der Engelsburg – ist es vom Petersplatz nicht weit. Nach rund 10 Minuten Fußweg steht Ihr vor dem turmartigen, zylindrischen Gebäude. Die Castel Sant’Angelo wurde im Jahre 139 als Mausoleum für den römischen Kaiser Hadrian errichtet, später wurde sie von verschiedenen Päpsten zur Kastellburg umgebaut und diente diesen als Zufluchtsort bei Gefahr. Seit 1906 ist sie ein Museum.

Der Eintritt in die Engelsburg kostet 15,50 EUR (wir haben hier unseren Roma Pass genutzt) und lohnt sich nicht nur aus historischen Gesichtspunkten, sondern auch aufgrund der fantastischen Aussicht von den Burgmauern.

Danach geht es für uns zu Fuß über die Piazza Navona, wo wir uns ein Eis in der Sonne gönnen, weiter in Richtung des Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II und von dort aus entlang der Via dei Fori Imperiali bis zum Colusseum.

Der schneeweiße Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II ist dem ersten König des neugegründeten Königreiches Italiens gewidmet und beherbergt heute ein Museum. Es lohnt sich auf jeden Fall die Treppen zu erklimmen, denn das Nationaldenkmal liegt auf einem der sieben Hügel Roms, so dass Ihr von oben einen wundervollen Rundumblick genießt.

Von der zum Teil höher gelegenen Via dei Fori Imperiali könnt Ihr auf dem Weg zum Colusseum dann einen ersten Blick auf die verschiedenen Ausgrabungsstätten und historischen Ruinen des Foro di Augusto, Foro di Nerva und Forum Romanums werfen.

Am Ende der Straße erreicht Ihr dann das Wahrzeichen Roms, das Colosseum. Der Eintritt kostet – im Kombiticket mit dem Forum Romanum – 12,-EUR, allerdings sind die Warteschlangen oft sehr lang. Hier lohnt sich unter Umständen der Roma-Pass, mit dem Ihr den Fast-Track benutzen und somit an den Wartenden vorbeiziehen könnt.

Das Colosseum ist einfach eine Wucht und es ist einfach unglaublich, dass dieses riesige Bauwerk bereits  zwischen 72 und 80 n. Chr. errichtet wurde. Immerhin ist das Colosseum der größte geschlossene Bau der römischen Antike und das größte Amphitheater, das jemals gebaut wurde.

Damals diente es als Austragungsort von brutalen Veranstaltungen und Gladiatorenkämpfen und konnte geschätzt 50.000 Besucher beherbergen, heute könnt Ihr zwei Stockwerke der verbliebenen Ruine besichtigen und die Baukunst der Römer bestaunen.

Direkt neben dem Colosseum befindet sich der Eingang zu dem ehemaligen Herz des römischen Reiches – dem Forum Romanum. Ab circa 490 v. Chr. war es der Mittelpunkt des gesellschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Lebens. Heute sind von den Tempeln, den politischen Gebäuden, wie dem Senatsgebäude und den Basiliken, die damals als Markt- und Handelsplatz dienten, nur noch Ruinen übrig, diese lassen den Platz und seinen Aufbau jedoch noch gut erkennen.

Vom Forum Romanum aus erreicht Ohr auch den Palatin, den nächsten der sieben Hügel Roms. Der Aufstieg lohnt sich, denn von hier Rom habt Ihr einen tollen Blick auf das Forum Romanum. Und ganz nebenbei gibt es auch noch Ruinen der ehemaligen Tempelanlagen zu sehen.

Mittlerweile ist es fast 16.30h und wir sind schon sehr lange auf den Beinen und noch viel mehr Kilometer gelaufen. Also machen wir uns langsam auf den Rückweg zu unserem Hotel. Zum Abschluss des Tages und bevor wir unsern Rom-Tag bei Pizza und Wein ausklingen lassen, lassen wir es uns aber nicht nehmen auf dem Heimweg noch einen kurzen Stopp an der Trajanssäule einzulegen.

Und wenn Ihr noch ein wenig mehr von unser Zeit in Rom wissen wollt, dann lest hier mehr zu Tag 1.

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