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Sani Pass – Über den höchsten Pass Südafrikas nach Lesotho

Mitten in Südafrika liegt als Enklave das kleine Königreich Lesotho.

Rund 1.106 Kilometer Grenze teilen sich die beiden Länder, doch von der Ostgrenze Lesothos nach Südafrika, genauer gesagt in das südafrikanische Underberg in der Provinz KwaZulu-Natal, gibt es nur eine einzige Straßenverbindung – den Sani Pass.

Doch das ist nicht die einzige Eigenschaft, die der Sani Pass für sich beanspruchen kann. Hinzu kommt, dass er mit einer Höhe von 2.873 Meter über dem Meeresspiegel der höchste Pass Südafrikas und mit 1.330 überwundenen Höhenmetern auf 6,5 Kilometer die drittsteilste Passstraße der Welt ist. Und als wäre das noch nicht genug zählt er zusätzlich auch zu den atemberaubendsten Gebirgspässen auf der Welt und das zu Recht!

Doch einen Makel hat er dann doch – er ist in einem katastrophalen Zustand. Zunächst beginnt es noch ganz harmlos, der erste Teil ist tatsächlich asphaltiert. Kurze Zeit später beginnt dann jedoch schon die Dirtroad, noch allerdings im halbwegs akzeptablen Zustand. Allerdings machen die Bauarbeiten, die überall entlang der Strecke am Gange sind, das Fahren nicht angenehmer. Dadurch wird die Straße noch enger und an einigen Stellen sind große Baustellenlöcher von den Maschinen. Grund dafür ist, dass die Straße komplett asphaltiert werden soll, bis das soweit ist werden aber noch einige Jahre ins Land gehen.

Schließlich kommen die letzten acht Kilometer. Ab hier darf laut Gesetz nur noch mit Fahrzeugen mit Allradantrieb gefahren werden. Unter uns: Bodenfreiheit und Erfahrung mit steilen Serpentinenstraßen schadet auch nicht.

Dies ist auch der Grund warum die meisten Touristen nicht selbst über den Pass fahren, sondern im Rahmen einer geführten Tour. Und genauso machen wir es auch.

Als Anbieter haben wir uns für Sani Pass Tours entschieden und können diesen Anbieter nur empfehlen.

Unser Guide war sehr nett und kompetent und die Tour war gut organisiert. Trotzdem blieb genug Raum für Freiheiten. So hielt unser Fahrer zum Beispiel auch alle 5 Meter für einen weiteren Fotostopp. Im Jeep war genügend Platz, da wir jeweils zu zweit eine Dreierreihe für uns hatten. Insgesamt waren wir mit zwei weiteren Paaren unterwegs, also auch in einer überschaubaren Gruppe. Wohnt Ihr in der Nähe von Underberg, werdet Ihr auch abgeholt, ansonsten könnt Ihr Euren Wagen aber auch problemlos dort auf dem Parkplatz stehen lassen, haben wir auch gemacht. Die Tour kostet übrigens 930 ZAR (= 60 EUR) und dauert circa 7-8 Stunden. Die Visagebühren für die Einreise nach Lesotho sind in dem Preis enthalten.

Wichtig: Ihr braucht Euren Reisepass! Dieser muss noch sechs Monate gültig sein und drei freie Seiten haben (siehe auch Wissenswertes für eine Südafrika-Reise).

Unsere Tour über den Sani Pass startet um 09.00 Uhr in dem kleinen Städtchen Underberg. Danach geht es über das kleine Städchen Himeville direkt in Richtung Drakensberge.

Irgendwann ist die geteerte Straße zu Ende und es geht entlang der endlosen Baustelle die Schotterpiste entlang. Immer ein wenig höher, jeden Kilometer mit einer besseren Aussicht.

Schließlich erreichen wir den südafrikanischen Grenzposten, der im Übrigen nicht an der eigentlichen Grenze auf Passhöhe liegt, sondern acht Kilometer davor. Hier wird ausgereist, die acht Kilometer danach bis zur eigentlichen Grenze sind Niemandsland, sie gehören weder zu Südafrika noch zu Lesotho. Und dies ist auch der Teil, der nur mit einem geländetauglichen Fahrzeug befahren werden darf. Einige Touristen stellen Ihr Fahrzeug daher auch hier ab und wandern die letzten Kilometer den Pass hoch.

Die Ausreise ist problemlos, das Meiste erledigt unser Guide. Nach rund fünf Minuten sitzen wir alle wieder im Wagen und nehmen die letzten Kilometer in Angriff.

Direkt nach dem Grenzposten wird es steiler und steiler. Auch die Luft wird nun langsam dünner und vor allem kühler. Nach den heißen Temperaturen in Tal, ist der leichte Temperaturabfall jedoch eine willkommene Abwechslung.

Auf schier endlosen Serpentinen, die mit riesigen Geröllbrocken und Schlaglöchern gespickt sind, schaukelt und schüttelt sich der Jeep den Berg hinauf. Aber es lohnt sich – die Ausblicke sind fantastisch, am liebsten würden wir an jeder Kehre anhalten und Fotos machen. An den knallgrünen Hängen entlang der schroffen Berghänge und der kilometerweiten Aussicht hinab ins Tal können wir uns einfach nicht statt sehen. Warum nochmal wurden die Drakensberge erst im Jahr 2000 UNESCO-Welterbe???

Nach insgesamt zwei Stunden erreichen wir dann den Gipfel und hier an der lesothischen Grenzstation, an der wir einreisen, ist die Straße dann tatsächlich wieder geteert. So als wäre die letzten acht Kilometer nichts gewesen.

Anders als bei den meisten Gebirgspässen empfängt Euch oben auf dem Pass im Übrigen kein Gipfelkreuz, sondern ein Pub. Aber nicht irgendein Pub, sondern das höchste Pub Südafrikas.

Doch bevor wir dort eine kleine Rest einlegen, besuchen wir noch das erste Basotho-Dorf hinter der Grenze. Hier erklärt uns ein Pfarrer einiges über das Land, die Kultur und die Bräuche, im Anschluss gibt es ein Stück traditionell gebackenes Brot.

Danach ist es dann aber Zeit für das Mittagessen und wir kehren im dem höchste Pup Südafrikas ein.

Bei einem Sandwich und einer kalten Cola auf der Terrasse genießen wir die atemberaubende Aussicht in das Tal und auf die umliegenden Berge.

Nach einem kurzen, aber netten Mittagessen ist es dann leider schon wieder Zeit für den Heimweg. Und so verlassen wir das Königreich Lesotho und fahren erneut den steilen Sani Pass hinunter.

Das Schöne ist: Die Landschaft und die Ausblicke haben keinen Stück von Ihrem Reiz verloren, ganz im Gegenteil, wir sind froh über jede Minuten, die wir diese wunderschönen Berge noch bestaunen dürfen!

Gegen 16.00 Uhr sind wir kaputt aber glücklich wieder auf dem Parkplatz von Sani Tours.

Einen Ausflug über den Sani Pass können wir Euch nur empfehlen, für uns war dies einer der schönsten Tage unserer Reise. Die Aussichten sind einfach traumhaft!

Aber auch sonst beeindrucken die Drakensbergen mit grandiosen Wanderwegen und Aussichten. In den nördlichen Drakensbergen lohnt sich zum Beispiel ein Abstecher für den Chain Ladders/ Tugela Falls Hike im Royal Natal National Park. Oder Ihr besucht das Cathedral Peak Nature Reserve oder Monk’s Cowl in den Zentralen Drakensbergen. So oder so Ihr werdet begeistert sein!

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