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Slowenien – Höhlen von Postojna und Škocjan

Gleich zwei weltbekannte Höhlen finden sich im Karstgebiet von Slowenien, die Höhlen von Postojna (Postojnska jama), die in Deutschland auch unter dem Namen Adelsberger Grotte bekannt sind und die Höhlen von Škocjan (Škocjanske jame).

Obwohl beide Höhlen gerade mal 30 Minuten Fahrtzeit auseinander liegen, sind sie optisch grundverschieden und daher beide einen Besuch wert. Während die Höhlen von Postojna eher für die insbesondere aus Stalaktiten und Stalaktiten bestehenden Höhlenformationen bekannt sind, beeindrucken die Höhlen von Škocjan mehr durch ihre unglaubliche Größe.

Höhlen von Postojna

Die Karstlandschaft in Slowenien ist berühmt für ihre Höhlen. Um die 10.000 Höhlen wurden hier bisher entdeckt und es kommen jährlich neue hinzu. Für Touristen zugänglich sind jedoch nur die wenigstens von ihnen, allen voran die weltbekannten Höhlen von Postojana.

38 Millionen Besucher haben die Höhlen bereits besucht und jedes Jahr kommen rund eine halbe Millionen Besucher dazu. Dank eines gut ausgebauten Leitsystems wird es hier aber nie so richtig eng und so können alle Besucher die unterirdischen Gänge mit den eindrucksvollen Tropfsteinformationen in aller Ruhe genießen.

Insgesamt ist das heute bekannte Höhlensystem 24 Kilometer lang und verteilt sich über zwei Ebenen. Erschlossen und für den Tourismus geöffnet sind davon jedoch gerade mal 5 Kilometer der oberen, trockenen Ebene.

Der Besuch der Höhlen ist nur im Rahmen einer geführten Tour möglich. Tickets kosten 25,80 EUR p.P. und können vorab online auf der Homepage gekauft werden. Das Parken kostet zusätzlich noch einmal 5,- EUR.

Eine Führung, die nach Sprachen getrennt stattfindet, dauert rund 1 ½ Stunden und beginnt mit einer rund 4 Kilometer langen, zehnminütigen Fahrt in der Höhlenbahn.

Danach geht es zusammen mit dem Guide zu Fuß weiter. Der circa 1,5 Kilometer lange Rundweg dauert rund eine Stunde und führt Euch – vorbei an bis zu 16 Meter hohen Stalagmiten und bizarren Tropfsteinformationen – durch die verschiedenen Räume der Höhle, die Namen wie Spaghettisaal, weißer oder roter Saal haben.

Dabei sollen die Namen bereits einen Eindruck von den Besonderheiten vermitteln, die Ihr in den Räume sehen könnt. So ist zum Beispiel im Spaghettisaal die Decke mit unzähligen dünnen Tropfsteinen übersät, im roten Saal sind die Tropfsteine durch Eisenoxid rot verfärbt, im weißen Saal hingegen herrscht durch den Kalk eine weiße Farbe vor.

Am Ende führt Euch die Tour dann noch an dem Symbol der Grotten, dem Brillanten, vorbei. Dabei handelt es sich um einen etwa 5 Meter hohen Stalagmit, der seinen Namen der weißen und glänzenden Oberfläche verdankt.

Zudem habt Ihr die Möglichkeit in einem Basin Grottenolme zu bestaunen, eine besonders seltene, scheue und blinde Lurchart, die häufig in den Höhlen von Postojna zu finden sind. Anschließend steigt Ihr dann wieder in die Höhlenbahn, die Euch zurück zum Ausgang bringt.

Die Tour durch die Höhlen von Postojna hat uns ganz gut gefallen und es gab wirklich einige nette Tropfsteinformationen zu sehen. Allerdings waren sie jetzt auch nicht unser Highlight Nr. 1 in Slowenien.

Ein Besuch lohnt sich unseres Erachtens aber trotzdem. Die Tour ist sehr kurzweilig und die total unterschiedlichen Stalaktiten und Stalaktiten sind teilweise wirklich beeindruckend, auch wenn Ihr – wie wir – vielleicht schon die ein oder andere Höhle gesehen habt.

Habt Ihr nur Zeit für eine der beiden Karsthöhlen, würden wir Euch jedoch die Höhlen von Škocjan empfehlen, diese fanden wir im Vergleich deutlich eindrucksvoller.

Höhlenburg Predjama

Ganz in der Nähe der Höhlen von Postojna findet Ihr übrigens auch die Höhlenburg Predjama, die als die größte Höhlenburg der Welt gilt. Die über 800 Jahre alte Burg thront in einer 123 Meter hohen Felswand, hinter der sich ein rund 6 Kilometer langes, nicht zugängliches Höhlenlabyrinth versteckt.

Das heutige Gebäude ist übrigens leider längst nicht mehr die ursprüngliche Burg, sondern ein Renaissance-Schloss aus dem 16. Jahrhundert. Auch der ehemalige Geheimgang wurde zugemauert.

Der Eintritt in das Schloss, in dem sich ein Museum befindet, kostet 15,80 EUR p.P. (Kombi-)Tickets könnt Ihr vorab auch online kaufen.

Unter der Burg versteckt sich mit der sogenannte Höhle unter der Burg im Übrigen noch eine weitere Karsthöhle, die mit 14 Kilometern auf 4 Etagen die zweitlängste Höhle Sloweniens ist. Einige Teile der Höhlen könnt ihr mit einer geführten Tour problemlos besichtigen, die restlichen Teile sind lediglich im Rahmen von Abenteuertouren zugänglich. Es gibt diverse Angebote, sofern Ihr Interesse daran habt, schaut am besten auf der Homepage des Parks Postojnska jame vorbei.

Da wir sowohl die Höhlen von Postojna, als auch die Höhlen von Škocjan besichtigt haben, haben wir auf weitere Höhlentouren verzichtet. Auch die Burg haben wir nur von außen betrachtet.

Höhlen von Škocjan

Etwas weniger berühmt, dafür aber noch beeindruckender als die Höhlen von Postojna,  sind die Höhlen von Škocjan, die ganz in der Nähe der Stadt Divača im Regionalpark Škocjanske jame liegen.

Das rund 6 Kilometer lange Höhlensystem, dass aus mehreren Hallen besteht, gehört bereits seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe und fasziniert insbesondere aufgrund seiner schieren Größe. Alleine die Höhendifferenz zwischen dem höchsten Eingang und dem tiefsten Punkt beträgt 205 Meter. Dabei ist die größte Halle, die Martelhalle, 308 Meter lang, 146 Meter hoch und durchschnittlich 89 Meter breit.

Auch die Höhlen von Škocjan könnt nur Ihr im Rahmen einer geführten Tour besichtigen, die – je nach Saison – zwischen 16,- EUR und 24,- EUR p.P. kostet. Die Frequenz der Touren hängt ebenfalls stark vom Monat ab, informiert Euch hier am besten auf der Homepage der Höhlen.

Die Touren starten am Besucherzentrum, wo Ihr auch Eure Tickets erwerben könnt. Von dort müsst Ihr dann zunächst rund 15 Minuten Fußweg hinter Euch bringen, bis ihr den Höhleneingang erreicht.

Dort angekommen betretet Ihr die Höhle durch den künstlichen Tunnel und besichtigt nun nacheinander die verschiedenen Räume, unter anderem zum Beispiel die Stille Höhle und den Großen und Kleinen Saal. Anschließend erreicht Ihr dann die Rauschende Höhle.

Wenn Ihr vorher noch nicht beeindruckt wart, dann wird es spätestens hier soweit sein. Die Schlucht, die Ihr über die Cerkvenik-Brücke betretet, ist mehr als 100 Meter hoch und insgesamt 3,5 Kilometer lang. Ein erleuchteter Fußweg, der an der Felswand befestigt ist, führt Euch durch sie hindurch, während Ihr tief unter Euch das Rauschen des Rika-Flusses hört.

Am Ende des Weges erreicht Ihr dann im Schmidl Saal, von dem Ihr dann schon wieder einen Blick ins Freie werfen könnt.

Die geführte Tour endet in der Velika dolina, die eine der größten Einsturzdolinen Sloweniens ist. Hier entscheidet ihr, wie Eurer weiterer Weg aussehen soll. Der “kurze Weg”, der Euch direkt zurück zum Besucherzentrum bringt, ist rund 3 Kilometer lang und überwindet – meist aufwärts – um die 600 Stufen.

Der “lange Weg” hingegen ist rund 5 Kilometer lang und überwindet um die 1.000 Stufen, er ist aber auch sehr lohnenswert. Auf dem Weg passiert Ihr zunächst die Höhle Tominčeva jama, anschließend durchquert Ihr dann die Mahorčičeva- und Mariničeva-Höhle die unterhalb des Dorfes Škocjan liegen, bevor Ihr schließlich wieder zum Besucherzentrum zurückkehrt.

Wieder am Besucherzentrum angekommen, könnt Ihr Euch bei Zeit und Lust dann noch auf den Lehrpfad Skocjan begeben. Der rund 2 Kilometer lange, gut ausgeschilderte Rundweg beginnt und endet direkt hinter dem Besucherzentrum und führt Euch um die beiden Einsturzdolinen Velika und Mala dolina, sowie durch die Dörfer Betanja, Škocjan und Matavun.

Die Höhlen von Škocjan haben uns unglaublich gut gefallen, sogar besser als die Höhlen von Postojna. Zwar könnt Ihr hier nicht so viele Stalaktiten und Stalaktiten sehen, aber die Größe der Höhle ist einfach unglaublich. Dazu kommt der wundervoll angelegte und perfekt beleuchtete Fußweg durch die Höhlen, der eine fantastische Stimmung erzeugt. Wir waren total begeistert, vielleicht auch, weil es mal eine “etwas andere” Höhle war. Zudem hat uns auch der lange Rückweg durch die weiteren Höhlen sehr gut gefallen.

Der Naturpfad ist eine nette Zugabe, auf die Ihr jedoch auch ohne schlechtes Gewissen verzichten könntet.

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Ganz in der Nähe der Höhlen findet Ihr das Gestüt Lipica, auf dem die berühmten Lipizzaner Pferde gezüchtet werden und wo sich ein kurzer Stopp auch für Nicht-Pferdefreunde lohnt.

Außerdem könnt Ihr von den Höhlen von Postonja und Škocjan auch gut weiter nach Ljubljana, die Hauptstadt Sloweniens fahren. Alternativ ist es auch zur slowenischen Riviera rund um den Ort Piran nur noch ein Katzensprung. Aufgrund einer kurzen Regenperiode haben wir diesen Stopp allerdings spontan ausgelassen.

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