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Weltreise – Reiseimpfungen

Sofern Ihr während Eurer Reisen nur in Europa unterwegs seid, braucht Ihr neben den Standardimpfungen, die Ihr in der Regel schon als Kind erhalten habt, in der Regel keine besondere Impfungen.

Anders sieht dies jedoch auf vielen der anderen Kontinente aus, insbesondere dort, wo es viele Insekten und Tiere gibt, die Krankheiten übertragen und/ oder die hygienischen Verhältnisse völlig andere sind.

Welche Reiseimpfungen Ihr benötigt hängt daher vor allem von Eurer Reiseroute und Eurer Reiseart, aber natürlich auch von Eurer persönlichen Einstellung zu dem Thema Impfungen ab.

Wir selbst finden Impfungen wundervoll, denn sie gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maß­nah­men, die uns zur Verfügung stehen.

Sie schützen nicht nur uns selbst vor ansteckenden und/ oder tödlichen Krankheiten, sondern sie unterstützen auch dabei Erreger, wie zum Beispiel die Pocken, gänzlich auszurotten oder zumindest fast vollständig zu besiegen (z.B. Kinderlähmung). Zusätzlich verhindern gerade die speziellen Reiseimpfungen, dass Infektionserregern aus fremden Ländern nach Deutschland bzw. in andere Länder importiert werden.

Informationen u. Beratung

Habt Ihr Euch für die Impfungen entschieden, solltet Ihr Euch vorab einmal ausführlich beraten lassen. Viele wählen hierfür das reise- und tropenmedizinische Institut in ihrer Heimatstadt. Es gibt mittlerweile jedoch auch diverse weitere Stellen und vor allem Hausärzte, die auf Reisemedizin spezialisiert sind und ebenfalls sehr gute Impfberatungen anbieten.

Online könnt Ihr Euch vorab am besten auf den Seiten des RKI oder des CRM informieren.

Zu Eurem ersten Beratungsgespräch solltet Ihr auf jeden Fall eine Liste der Länder im Kopf haben, die Ihr (höchstwahrscheinlich) bereisen wollt, je nachdem wird der Arzt dann nämlich einen Impfplan für all Eure Reiseimpfungen erstellen.

Je nachdem wie viele Impfungen Ihr benötigt, solltet Ihr hierfür ausreichend Vorlaufszeit, in Idealfall um die 6 Monate, einplanen, denn viele Impfungen müssen in mehreren Dosen und in festen Intervallen verabreicht werden. Es besteht zwar auch die Möglichkeit zwei verschiedene Impfungen an einem Tag zu machen, für den Körper ist dies allerdings anstrengender.

Standardimpfungen

Egal, ob Ihr viel verreist oder nicht, die wichtigsten Standardimpfungen solltet Ihr – auch in Deutschland – auf jeden Fall haben.

Schon im Säuglingsalter habt Ihr sicherlich zweimal die Dreifachimpfung gegen MMR (Masern, Röteln, Mumps) bzw. die Jüngeren unter Euch eventuell sogar schon die Vierfachimpfung MMRV, der zusätzlich noch gegen den Windpockenerreger Varizellen schützt, erhalten.

Die Impfung hält lebenslang, sofern Ihr aber nicht sicher seid, dass ob Ihr beide oder überhaupt eine der Impfungen erhalten habt, könnt Ihr diese auch im Erwachsenenalter nachholen.

Ebenfalls als Kinder haben die meisten von Euch bereits den 4-fach Impfstoff gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Poliomyelitis erhalten. Nach erfolgreicher Grundimmunisierung benötigt Ihr alle 10 Jahre eine Auffrischungsimpfung. Insoweit solltet Ihr überprüfen, ob Eurer Impfschutz noch intakt ist.

Reiseimpfungen
Hepatitis A und B

Die wichtigste Reiseimpfung ist wahrscheinlich die gegen Hepatitis A und B, wobei mittlerweile gerade die Impfung gegen Hep B bei Kindern und Jugendlichen auch zu den Standardimpfungen gehört. Es besteht daher die Möglichkeit, dass Ihr bereits gegen Hepatitis geimpft seid, dann solltet Ihr aber kontrollieren, ob Ihr Euren Impfschutz ggf. auffrischen müsst.

Die Hep A und Hep B Viren, die eine Entzündung des Lebergewebes hervorrufen, finden sich auf der ganzen Welt und sind vor allem tropischen und subtropischen Regionen heimisch. Die Übertragung erfolgt meist durch verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel.

Typhus u. Cholera

Überall wo schlechte hygienische Bedingungen herrschen, so zum Beispiel in Afrika, Südamerika oder Südostasien, kommt die schwere schwere Durchfallerkrankungen Typhus vor. Grundsätzlich könnt Ihr Typhus zwar auch mit der bekannten Regel cook it, peel it or leave it vorbeugen, allerdings ist es unseres Erachtens gerade auf längeren Reise oft schwierig auf frisches Obst und Gemüse zu verzichten oder ein Getränk ohne Eiswürfel zu erhalten.

Ähnlich verhält es sich mit der Cholera, die vor allem in Ländern mit sehr schlechten Sanitäranlagen und Mangel an sauberem Trinkwasser vorkommt, wobei sich Risikogebieten insbesondere in Südostasien, Indien und Indonesien, Vorderasien, Afrika sowie in Mittel- und Südamerika finden. Wie Typhus könntet Ihr auch Cholera durch Vermeidung von verunreinigtem Essen, Getränken oder Trinkwasser vorbeugen.

Tollwut

Auch die Tollwut ist immer noch weltweit verbreitet und kommt in über 150 Ländern, insbesondere in Asien und Afrika, aber auch in Amerika, vor. Am häufigsten wird die Krankheit von Hunden übertragen, aber auch Wildtiere wie Affen, Waschbären, Füchse, Stinktiere oder Fledermäuse können die Krankheit übertragen. Tollwut verläuft – ohne rechtzeitige medizinische Hilfe – in nahezu 100% der Fälle tödlich, insoweit macht eine Impfung immer Sinn, wenn Ihr in Länder reist, in denen die Tollwut verbreitet ist.

Japanische Enzephalitis

Vor allem in Südostasien, aber auch in weiten Teilen von Indien, Korea und gelegentlich in Westaustralien kommt die Japanische Enzephalitis vor. Die Krankheit wird von tag- und nachtaktiven Stechmücken übertragen und ist die Hauptursache für Gehirnentzündungen beim Menschen. Grundsätzlich könnt Ihr der Japanische Enzephalitis auch durch die Anwendung von langer Kleidung, Moskitonetzen und Repellents vorbeugen, unser Erfahrung nach finden die Biester aber immer einen Moment, in dem sie einen trotz alledem erwischen können.

Gelbfieber

Auch die lebensbedrohliche Infektionskrankheit Gelbfiber, die für 50% der Ungeimpften tödlich endet, wird durch Mücken übertragen.

Gelbfieber kommt in fast ganz Afrika, aber auch in Südamerika vor und ist eine der wenigen Impfungen, die in vielen Ländern nach Aufenthalt in einem Gelbfiebergebiet bzw. bei Einreise in ein Land mit Gelbfiebergebieten vorgeschrieben ist.

Zudem ist Gelbfieber die einzige Impfung, die nur in einer autorisierten Gelbfieberimpfstelle vorgenommen werden darf, allerdings besitzen auch viele Hausärzte die erforderliche Zertifizierung.

Meningokokken A, C, W135, Y und Meningokokken B

Die Bakterien, die Meningokokken verursachen, werden in verschiedene Serogruppen eingeteilt, wobei die sechs Serogruppen A, B, C, W135, X und Y für die Mehrzahl aller weltweit gemeldeten Meningokokkeninfektionen verantwortlich sind. Meningokokken treten weltweit, auch in Deutschland und Europa auf.

Es gibt zwei verschiedene Impfungen, eine gegen Meningokokken A, C, W135 und Y und eine gegen Meningokokken B, wobei – je nachdem welche Serogruppen in Euren Reiseländern vorkommen, beide sinnvoll sein können.

Menningokokken verursachen eine eitrige Hirnhautentzündung. Zudem kann es im weiteren Verlauf der Erkrankung zu einer lebensgefährlichen Entzündung von Organen kommen. Da die Übertragung über Tröpfcheninfektion mittels Atemluft stattfindet, ist ein passiver Schutz in der Regel schwierig.

FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen und kommt in sehr vielen europäischen Ländern und in Asien vor. Auch einige Bundesländer in Deutschland, wie z.B. Bayern, Baden-Württemberg oder Sachsen, sind FSME-Risikogebiete.

Die Impfung macht daher auch Sinn, wenn Ihr “nur” Ausflüge in den Süd-Osten Deutschlands plant.

COVID-19

Über keine Impfung ist die Bevölkerung wahrscheinlich besser informiert, als über die Impfung gegen COVID-19.

Unabhängig davon, wie Ihr persönlich zu einer COVID-Impfung steht, solltet Ihr beachten, dass – zumindest derzeit – eine Einreise in viele Länder überhaupt nicht oder nur mit Quarantäne möglich ist, wenn Ihr nicht gegen COVID geimpft seid. Dies solltet Ihr bei Euren Reiseplänen entsprechend berücksichtigen.

Pneumokokken 

(Noch) nicht besonders typisch bei (Welt-)Reisenden ist die Impfung gegen Pneumokokken. Die Erkrankung ist weltweit verbreitet und wird durch durch Bakterien aus der Familie der Streptokokken hervorgerufen, wobei eine Infektion üblicherweise eine Infektion der oberen Atemwege hervorruft. Nicht selten kommt es zu einer Lungenentzündung.  

Da das Risiko einer schwer verlaufenden Erkrankung altersabhängig ist, wird die Impfung in Deutschland grundsätzlich nur über 60-jährigen empfohlen.

Aufgrund unserer Reise fand unser Hausarzt die Impfung allerdings auch für uns sinnvoll.

Malaria

Eine der weltweit bedeutendsten Infektionskrankheiten ist Malaria. Die von einzelligen Parasiten hervorgerufene Erkrankung wird durch den Stich der weiblichen Steckmücke der Gattung Anopheles übertragen.

Malaria kommt – mit Ausnahme von Australien und der Antarktis – in den tropischen und subtropischen Regionen aller Kontinente, insbesondere in Südostasien, Afrika und Mittel- u. Südamerika vor.

Da es weiterhin keine Schutzimpfung gegen Malaria gibt, solltet Ihr Euch vor Eurer Reise von einem Arzt über das Malariarisiko und die erforderlichen Vorsorgemaßnahmen (Expositionsprophylaxe und die Chemoprophylaxe) beraten lassen.

Bei der Expositionsprophylaxe handelt es sich um alle nicht-medikamentösen Vorbeugemaßnahmen, die Ihr treffen könnt. Klassischerweise ist damit z.B. gemeint, dass Ihr Euch in Räumen mit Moskitoschutz aufhaltet und unter Moskitonetzen schlaft. Zudem gehört dazu das Tragen entsprechender Kleidung und die Nutzung von Repellents.

Unter Chemoprophylaxe versteht man die vorbeugende Verabreichung eines Medikamentes. Hierbei handelt es sich um die sogenannten Malaria-Tabletten. Diese solltet Ihr – je nach Reiseland – entweder tatsächlich als Prophylaxe einnehmen oder – sofern das Malaria-Risiko geringer ist – als Standby-Medikation dabei haben.

Der Unterschied ist, dass die Prophylaxe bereits im Vorfeld vor der Erkrankung schützt, während die Standby-Medikation “nur” für knapp 48 Stunden den Weg zum Arzt überbrückt.

Kosten u. Erstattungsfähigkeit

Impfungen sind in der Regel nicht gerade günstig, daher solltet Ihr sie bereits von Beginn an als einen größeren Posten in Eurem Reisebudget einplanen.

Nur als Beispiel: Alleine die Impfung gegen Hep A und B kostet z.B. rund 90,- EUR je Impfung (3 Impfungen), Meningokokken B schlägt mit rund 110,- EUR pro Impfung (2 Impfungen) zu Buche und Tollwut mit knapp 80,- EUR je Impfung (3 Impfungen). Zu den Kosten für den Impfstoff kommen zusätzlich noch die Kosten für die Durchführung von rund 5,- EUR bis 10,- EUR pro Impfung dazu.

Die Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist je nach Kasse und Bundesland sehr unterschiedlich. Während einige nahezu alle Impfungen übernehmen, zahlen anderen überhaupt bzw. nur kleine Zuschüsse. Einen ersten guten Anhaltspunkt wie es bei Eurer Krankenkassen aussehen könntet, findet Ihr in der Übersicht des CRM.

Ihr solltet Euch zusätzlich aber trotzdem nochmal bei Eurer Krankenkasse informieren. Immer übernommen werden die empfohlenen Standardimpfungen, wie z.B. die MMR oder die 4-fach Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Poliomyelitis.

Bitte beachtet auch, dass – selbst wenn die Krankenkasse alle Impfungen übernimmt – Ihr trotzdem Euren Eigenanteil (10% Prozent des Preises, jedoch mindestens fünf Euro und maximal zehn Euro pro Mittel) selbst zahlen müsst.

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