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Yosemite National Park – Tioga Pass und North Dome Trail

Die kürzeste Verbindung von Fresno nach Bishop bzw. von Yosemite nach Death Valley ist der Highway #120, besser bekannt als Tioga Road, die nahezu komplett im Yosemite National Park liegt.

Westlich aus dem Yosemite Valley kommend steigt sie sanft bis zum Tioga Pass auf 3.031 Metern an, bevor es östlich des Passes über 900 Höhenmeter und damit sehr steil hinunter nach Lee Vining und zum Highway #395 geht.

Die Tioga Road ist damit der höchstgelegene Highway in Kalifornien und der Sierra Nevada. Dementsprechend grandios sind die Landschaften und Wandermöglichkeiten. Außerdem liegen hier oben die beiden beliebten Feriengebiete Tenaya Lake und Tuolumne Meadows.

– Aktualisiert 2021 – 

Die sehenswerte Straße hat jedoch einen Nachteil: Rund sechs bis acht Monate im Jahr ist sie wegen enormer Schneemassen geschlossen und muss vor Öffnung erst von Schnee und Geröll befreit werden. Ein fixes Öffnungsdatum gibt es nicht, sondern dies hängt von der Schneemenge ab, die im Winter gefallen ist. Der durchschnittliche Öffnungstermin der letzten 20 Jahre ist der 21. Mai, geschlossen wurde im Mittel am 12. November.

Dies ist jedoch keine Garantie. In 2017 zum Beispiel konnte die Straße erst am 29. Juni geöffnet werden, 2018 hingegen war es der 21. Mai. Infos zu den vergangen und aktuellen Öffnungsdaten gibt es auf der Seite des National Park Service. Zusätzlich gibt es jedes Jahr circa ab dem 15.04. sogenannte “Plowing Updates“, wo Ihr verfolgen könnt, wie die Räumung gerade verläuft.

Sofern die Straße (noch) gesperrt ist, gibt es verschiedene andere Möglichkeiten zum Highway #395 bzw. nach Death Valley zukommen. Diese stellen wir Euch in unserem Beitrag Der Tioga Pass und seine Alternativen vor. Beachtet bei Eurer Planung allerdings, dass Euch eine der Alternativrouten allerdings auch schon mal einen Extra-Fahrtag bescheren kann.

Nachdem wir die Tioga Road im Jahr 2015 wegen plötzlichen Schneefalls weit umfahren mussten, ist im Jahr 2018 das Wetter deutlich besser. Es herrscht strahlender Sonnenschein und die Räumungsarbeiten sind schon ein wenig länger abgeschlossen, so dass wir diesmal wie geplant sowohl Hin-, als auch Rückfahrt nach Mammoth Lakes über die Tioga Road antreten können.

Während wir auf dem Hinweg an einigen der View Points halten, ist auf dem Rückweg der hier liegende North Dome Trail unser primäres Ziel, bevor wir danach im Yosemite Valley einkehren.

Half Dome Viewpoint

Bereits nach wenigen Kilometer liegt vom Valley aus kommend auf der linken Seite ein wundervoller Viewpoint, an dem Ihr für 5 Minuten stoppen und die Aussicht auf den National Park und den sich im Hintergrund erhebenden Half Dome genießen solltet.

Und auch danach finden sich links und rechts der Straße immer mal wieder einige kleine Nettigkeiten, an denen sich ein kurzer Stopp lohnt.

Olmsted Point

Unser nächster Stopp auf dem Tioga Pass ist dann der – gut ausgeschilderte – Olmsted Point. Vom Parkplatz sind es nur wenige steile Meter bis Ihr auf der Kuppel eines kleinen Granitfelsen steht, von dem Ihr einen einfach unglaublichen Blick auf den tief eingeschnittenen Tenaya Canyon und die hellen Granitgipfel im Hintergrund habt. Benannt ist der Aussichtspunkt übrigens nach Frederick Law Olmsted, der unter anderem den Central Park in New York geplant hat.

Tenaya Lake

Der Tenaya Lake, der nur vier Kilometer vom Olmsted Point entfernt liegt, ist einer der schönsten aller Yosemite-Seen.

Der auf 2.484 Metern liegende High-Sierra See ist rund 1,6 Kilometer lang und wird an drei Seiten von eindrucksvollen Granitkuppeln begrenzt. Aufgrund seiner landschaftlichen Schönheit, seines einladenden blauen Wassers und seiner Nähe zur Tioga Road ist der Tenaya Lake eines der beliebtesten Ziele für Sommerbesucher in Yosemite, aber Dank der Höhe sind die Wassertemperaturen auch im Sommer eher erfrischend.

Auch Fans des Wandersportes kommen hier auf Ihre Kosten, denn in der unmittelbaren Umgebung starten diverse Trails, z.B. zu Clouds Rest oder zu den Sunrise Lakes.

Tuolumne Meadows & Abfahrt zum Hwy. #395

Einige Kilometer hinter dem Tenaya Lake liegt dann Tuolumne Meadows, ein ausgedehntes Grasland, dass ebenfalls von hohen Granitfelsen eingerahmt ist. Die mehr als drei Kilometer lange Meadow liegt auf einer Höhe von 2.600 Metern und ist damit die höchste subalpine Wiese in der Sierra Nevada. Auch hier starten viele Wanderungen, z.B. zum Lembert Dome oder zu den Cathedral Lakes.

Wir haben in diesem Urlaub leider keine Zeit hier zu stoppen, aber es soll ja auch immer noch was für weitere Urlaube übrig bleiben. Für uns geht es daher ohne weitere Stopps und Umwege nunmehr sehr steil bergab in Richtung Lee Vining und zum Highway#395.

North Dome

Nachdem wir einen Tag an den Mammoth Lakes verbracht haben, machen wir uns über die Tioga Road zurück auf den Weg ins Yosemite Valley. Zuvor wollen wir jedoch einen der berühmten Tioga-Road-Hikes wandern und entscheiden uns für den North Dome Trail.


Trail Facts

  • Lage: Yosemite National Park
  • Start: Porcupine Creek, Tioga Road
  • Traillänge: 14,8 Kilometer
  • Höhenunterschied: 600 Meter
  • Dauer: 4 1/2 Stunden
  • Besonderheit: Grandiose Aussichten auf Half Dome, Clouds Rest und das Yosemite Valley
  • Mehr Infos: Yosemitehikes (engl.)

Der Trail beginnt am Porcupine Creek Trailhead am Tioga Pass, ganz in der Nähe des Porcupine Flat Campgrounds und des Olmsted Points. Bärenboxen am Parkplatz sind vorhanden.

Zu Beginn geht es zunächst auf einer alten, mittlerweile weitestgehend zerfallenen, gepflasterten Straße steil bergab in den Wald hinein. Nach rund einem Kilometer müsst Ihr dann den Porcupine Creek überqueren, was relativ einfach ist, wenn die Ranger bereits einen Übergang gebaut haben oder – wie bei uns – ein kleines Abenteuer über umgestürzte Baumstämme.

Nach der Überquerung geht es im leichten auf und ab weiter durch den Wald, vorbei an grünen Wiesen und über ein paar kleine Bäche. Auf dem Weg kommt Ihr an mehreren Wegkreuzungen vorbei, folgt dort einfach immer der Beschilderung in Richtung North Dome.

Nach rund 2,5 Kilometern beginnt dann Anstieg zum sogenannten Indian Ridge. Die nächsten vier Kilometer geht es dann stetig, jedoch nicht besonders steil hinauf, Ihr überwindet auf diesem Teilstück lediglich rund 100 Höhenmeter.

Ab hier gibt es dann durch die Bäume auch hin und wieder erste Ausblicke auf den Half Dome im Osten. An denen solltet Ihr Euch jedoch nicht zu lange aufhalten, denn die Aussicht vom North Dome wird viel, viel beeindruckender sein.

Auf diesem Teilstück zweigt auch der 0,5 Kilometer (one-way) lange Weg zum Indian Rock, einem ungewöhnlichen Naturbogen, ab, den viele als kleinen Abstecher entweder auf dem Hin- oder Rückweg noch mitnehmen.

Während des Aufstieges zum Indian Ridge lichten sich dann nach und nach auch die Bäume und schließlich erreicht Ihr eine karge Granitkuppel. Doch hier gibt es noch keinen Grund zur Freude, denn dies ist nicht der North Dome, sondern nur ein baumloser Teil des Indian Ridge.

Wer hier übrigens wegen des weiteren Trailverlaufs ein wenig unsicher ist, am großen Baum am östlichen Rande der Kuppel geht es weiter. Dort solltet Ihr den Weg, der links und rechts verhalten durch kleine Steine begrenzt wird, auch wieder erkennen können. Von hier geht es dann sehr steil (rund 200 Höhenmeter) bergab bis Ihr schließlich eine Kreuzung zu den Yosemite Falls erreicht. Von hier könnt Ihr direkt vor Euch Eurer Ziel – den North Dome sehen.

Kurz nach der Kreuzung beginnt der letzte und steilste Abstieg des Trails. Über große, unebene Granitstufen geht es ohne Sicherung hinab in die Tiefe. Für Leute mit Höhenangst könnte dieser Teil eine kleine Herausforderung sein, wenn Ihr aber langsam und vorsichtig geht, solltet Ihr keine Probleme bekommen.

Danach geht es nochmal einige kurze Meter durch ein Waldstück, bevor Ihr am Fuße des North Dome steht. Nun trennen Euch nur noch 400 Meter und 45 Höhenmeter vom Gipfel. Und dann habt Ihr es endlich geschafft und könnt Euch Eure Belohnung abholen: Eine atemberaubende, ungehinderte 360-Grad Aussicht auf Yosemite und das Valley und für viele den schönsten Blick auf Half Dome

Fotos sagen mehr als Worte:

Irgendwann heißt es dann Abschied nehmen und Ihr müsst Euch auf den langen Weg zurück zum Parkplatz machen. Insbesondere der Anstieg über die Granitstufen und später wieder hinauf zum Gipfel des Indian Ridge ist besonders schweißtreibend. Da die Aussicht aber gut bleibt, könnt Ihr ab und an eine kleine Verschnaufpause machen und währenddessen nicht nur Luft holen, sondern auch nochmal die Ausblicke genießen, bevor der Trail schließlich wieder im Wald verschwindet.

Der Trail zum North Dome ist unser Meinung nach einer der Schönsten im National Park. Zwar ist der Anfangsteil durch den Wald nicht besonders spektakulär, dafür sind die Aussichten am Ende fast nicht zu übertreffen.

Und das allerbeste ist: Im Gegensatz zu vielen der überlaufenen Aussichtspunkte im Valley seid Ihr hier in der Regel (fast) für Euch alleine. Wir haben auf dem ganzen Weg circa 10 andere Wanderer getroffen, auf dem Gipfel waren wir zwischenzeitlich sogar ganz alleine. Ein einzigartiges Erlebnis, dass Ihr auf Washburne und Glacier Point, am Sentinel Dome oder am Tunnel View so sicherlich eher sehr selten erleben werdet.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Ihr auf diese Highlights verzichten solltet, sondern nur, dass es sich lohnt den Hike zum North Dome zusätzlich noch einzuplanen.

Noch mehr Highlight und Hikes, wie z.B. im Mariposa Grove, zum Half Dome oder den Yosemite Falls, findet Ihr übrigens unter unserer Kategorie Yosemite. 

Außerdem findet Ihr in unserem Beitrag Yosemite National Park – Das Wunder in der Sierra Nevada mehr allgemeine Infos zum Park. 

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