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Yucatán mit dem Mietwagen

In Reiseführern und im Internet wird Individualreisenden in der Regel der (Überland-)Bus als das beste und sicherste Fortbewegungsmittel empfohlen. Dies ist sicherlich für einige Regionen des Landes absolut richtig, gilt unseres Erachtens allerdings nicht, wenn Ihr ausschließlich auf der Halbinsel Yucatán unterwegs seid.

Dank des Tourismus könnt Ihr Euch hier mit dem Mietwagen problemlos fortbewegen und so vor den Bus-Touristen an Stopps sein oder auch mal abgelegene Gebieten erkunden.

Fahrzeugklasse

Wir selbst hatten für unsere Rundreise für eine Kompaktklasse entschieden und waren letztendlich dann mit einem Chevrolet Beat Sedan unterwegs.

Da nahezu alle Straße auf der Halbinsel in einem (sehr) guten Zustand sind und die meiste Zeit schnurgerade durch den yucatánischen Dschungel führen, braucht Ihr für einen Roadtrip grundsätzlich keinen SUV oder Allradfahrzeug.

Auf unbefestigte Straßen sind wir während unseres gesamten Aufenthaltes überhaupt nicht gestoßen, lediglich zwei Nebenstraßen haben uns mit ziemlichen vielen und tiefen Schlaglöchern gequält. Allerdings konnten wir mit unserem Wagen auch dort problemlos fahren.

Versicherung und Ausstattung

Habt Ihr Euch dann für einen Wagen entschieden, solltet Ihr als erstes auf die Versicherung achten. Oft ist gerade die wichtige Haftpflichtversicherung sehr knapp bemessen und kann bei einem Unfall schnell überschritten werden. Sofern Ihr bei der Buchung keine Haftpflichtversicherung von mind. 1 Mio. EUR abschließen könnt, empfehlen wir Euch den Abschluss einer Mietwagenzusatzversicherung, z.B. bei der HanseMerkur.

Damit erhöht Ihr nicht nur Eure Haftpflicht auf 1 Mio. EUR, sondern Ihr braucht auch nicht mehr auf die Selbstbeteiligung schauen, da Euch diese ebenfalls erstattet wird. Alternativ ist diese Zusatzversicherung auch bei einigen Kreditkarten enthalten.

Bei der Kaskoversicherung solltet Ihr auf jeden Fall einen Blick auf die Höhe der Selbstbeteiligung werfen. Diese liegt meist zwischen 0,- EUR und 500,- EUR und wird bei einigen Angeboten im Nachhinein erstattet.

Anschließend solltet Ihr bei der weiteren Buchung darauf achten, dass im Preis unbegrenzte Kilometer und – falls erforderlich – ein Zusatzfahrer enthalten sind. Als Tankregelung wäre voll zu voll am besten, alternativ ist auch Rückgabe mit gleichem Füllstand wie bei Übernahme gut.

Bei der Übernahme solltet Ihr dann insbesondere darauf achten, dass Licht und Bremsen funktionieren.

Wir selbst haben unseren Mietwagen – wie fast immer – bei billiger-mietwagen gebucht und hatten keinerlei Probleme.

Tanken

Tanken auf Yucatán ist sehr einfach, denn Eurer Wagen wird von dem Personal betankt. Ihr nennt dann einfach die gewünschte Menge/ den gewünschten Betrag oder einfach “completo”/”lleno” und nach dem Tanken kassiert das Tankpersonal am Wagenfenster ab. Hier könnt Ihr in der Regel auch überall problemlos mit Kreditkarte zahlen.

Während des Tankes werden außerdem eigentlich auch immer die Scheiben des Wagens gesäubert. Dagegen könnt Ihr gar nichts tun. Am Ende wird ein kleines Trinkgeld von um die 10 MXN erwartet.

Das Tankstellennetz ist im Übrigen sehr gut ausgebaut. In allen Städten, größeren Orten und Autobahnkreuzen findet Ihr in der Regel gleich mehrere Tankstellen. Nur entlang von Nebenstrecken sind Tankstellen nicht in Massen vorhanden, insoweit solltet Ihr – gerade wenn Ihr längere Strecken unterwegs seid – den Wagen sicherheitshalber einfach vorab einmal volltanken.

Benzin kostet derzeit (Stand März 2022) übrigens circa 22,50 MXN bis 23.50 MXN je Liter, was umgerechnet knapp über 1,- EUR ist.

ACHTUNG: Es ist selten, aber es kommt leider vor, beim Tanken wird immer mal wieder versucht Euch über das Ohr zu hauen.

Wir sind hier auch selbst einmal “reingefallen”: Beim Tanken in Bacalar wollten wir mit Kreditkarte zahlen, aber beim Zahlvorgang funktionierte das Gerät dann angeblich nicht. Daraufhin empfahl uns der Tankstellenwart einen Geldautomaten im Supermarkt gegenüber. Als wir zurück kamen und bezahlen wollten, verlangte er für eine ¼-Tankfüllung dann plötzlich 550 MXN, dabei hatten wir sonst immer für eine ¾-Tankfüllung gerade mal um die 400 MXN bezahlt. Nach einigem hin und her lies er sich dann auf 400 MXN “runter handeln”, was immer noch zu viel war, aber wir waren die Diskussion dann Leid.

Im Nachgang haben wir dann bei den Google-Rezensionen gesehen, dass die Tankstelle offensichtlich für solche und ähnliche Abzocken bekannt ist.

Daneben soll an Tankstellen bei Barzahlung manchmal auch behauptet werden, dass zu wenig bezahlt wurde oder statt 100 MXN nur 50 MXN gegeben wurden. Dies haben wir allerdings selbst nicht erlebt.

Seid hier einfach achtsam und lasst die Tanksäule nicht aus dem Blick. Es schadet auch nicht, wenn Ihr Euch ungefähr merkt, welche Beträge Ihr für welche Tankfüllungen bezahlen müsst.

Verkehrsregeln

Besondere Verkehrsregeln gibt es auf Yucatán nicht, lediglich die ein oder andere Besonderheit.

Die erste und auffälligste sind die sog. Topes (Bodenwellen), von denen Ihr in allen Ortschaften meist diverse findet. Das Gemeine an ihnen ist, dass sie zum einen teilweise schlecht zu erkennen sind und zum anderen, dass sie oft so hoch sind, dass ihr wirklich nur ganz langsam darüber rollen könnt. Dadurch verursachen sie oft auch Stau, denn gerade LKW müssen quasi vor jedem Tope bis zum Stillstand abbremsen und dann wieder mühsam beschleunigen.

Tatsächlich sind sie aber wahrscheinlich das Einzige, dass die Mexikaner dazu bringt sich zumindest halbwegs an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten.

Die Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahnen beträgt grundsätzlich 110 km/h und innerorts 30 km/h bis 40 km/h. Auf Landstraßen dürft Ihr in der Regel zwischen 80 km/h und 100 km/h fahren. Dort ist es auch üblich, dass Ihr – sofern Ihr merkt, dass Euch jemand überholen möchte – zur Hälfte auf die Standspur fahrt, damit auch bei Gegenverkehr überholt werden kann.

Gewöhnungsbedürftig fanden wir, dass es Geschwindigkeitsbegrenzung in der Regel nicht ausdrücklich wieder aufgehoben werden. Dass heißt, wird z.B. auf einer Landstraße die Geschwindigkeit wegen einer Kreuzung von 100 km/h auf 60 km/h reduziert, gibt es nach der Kreuzung kein Schild mehr, dass Euch erlaubt wieder 100 km/h zu fahren. Hier ist es so, dass Ihr quasi selbst entscheidet, wann die “Gefahrenstellen” vorbei ist und dann wieder auf die normale Geschwindigkeit beschleunigt.

Schwierig sind auch einige Kreuzungen, denn diese sind von der Verkehrsführung her oft ein wenig unübersichtlich. Schilder gibt es in der Regel nicht. Hier hilft im Zweifelsfall nur hinterher fahren.

Zudem solltet Ihr darauf achten, dass in den meisten Städten und größeren Orten viele Straßen Einbahnstraßen sind. Fahrt hier also besonders vorsichtig und benutzt in Zweifel ein Navi oder Google Maps.

Zudem solltet Ihr überall gut auf Zweiräder achten, die gerade innerorts fröhlich links und rechts überholen.

Maut

Auf Yucatán sind die meisten Straßen nicht mautpflichtig (“libre”), lediglich wenn Ihr die großen Verbindungstraßen nutzt, müsst Ihr Maut (“cuota”) bezahlen. Ihr erkennt diese daran, dass die Straßen mit einem “D” gekennzeichnet sind.

Die Mautstraßen, die wir befahren haben, habe sich von den normalen Straßen nicht unterschieden, vielleicht lag das aber auch daran, dass nahezu die gesamte Strecke eine Baustelle war.

Gezahlt wird für den jeweiligen Streckenabschnitt an kleinen Häuschen. Da wo wir waren, war nur Barzahlung möglich. Die Kosten sind tatsächlich gar nicht so gering. So kostet z.B. der mautpflichtige Abschnitt zwischen Cancún und der Isla Holbox um die 8,20 EUR bzw. der mautpflichtige Abschnitt von der Isla Holbox nach Valladolid sogar 9,50 EUR.

Polizeikontrollen/ Korruption

Polizeikontrollen bzw. korrupte Polizisten, die Touristen grundlos anhalten sind sicherlich der Hauptpunkt, warum in Internet immer wieder von der Reise mit einem Mietwagen abgeraten wird.

Polizei- oder Militärkontrollen gibt es auf Yucatán tatsächlich ziemlich oft. Meist befinden diese sich vor und/oder hinter den Ortschaften. Wir selbst wurden hier jedoch immer durchgewunken, lediglich einmal wollte das Militär wissen, woher wir kommen und wohin wir fahren. Seid bei solchen Kontrollen entspannt, diese dienen grundsätzlich der Sicherheit und sind nicht dazu da Touristen “abzuzocken”.

Auch ansonsten ist auf den Straßen viel Polizei unterwegs, wir wurden jedoch nur zweimal angehalten.

Das erste Mal war direkt am ersten Abend, als wir spät vom Flughafen kamen. Wir waren total übermüdet und hatten es eilig und sind daher an einer Kreuzung (tatsächlich) falsch/ verboten abgebogen. Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch nicht einmal mexikanisches Geld dabei. Das Bußgeld sollten wir offiziell zwei Tage später in der Polizeistation zahlen. Da wir eine Rundreise geplant hatten, ließ der Polizist uns aber gegen 10,- EUR so weiterfahren.

Das zweite Mal war auf der Strecke von den Ruinen von Edzná und Calakmul. Hier hat uns der Polizist jedoch nur freundlich eine andere Strecke empfohlen und auch beschrieben, da auf unserer wohl “Narcos” unterwegs seien. Wir sind diesem guten Rat natürlich gefolgt.

Ihr sehr also, es gibt auch positive Beispiele, trotzdem solltet Ihr – gerade in den touristischen Orten, wie Cancún, Playa Carmen und Tulum – gedanklich einfach darauf eingestellt sein, dass es Euch passieren kann, dass Ihr – eventuell auch unberechtigt – angehalten werdet.

Plant einfach im Vorfeld ein kleines Budget für solche Fälle ein und denkt immer daran, dass die Polizeibeamten in Mexiko nur sehr wenig verdienen. Sofern Euch also ein Polizist anbietet Euer Fehlverhalten schneller und einfacher zu lösen, gilt dies in Mexiko nicht als Bestechungsgeld, sondern der Beamte bessert damit sein schlechtes Gehalt auf, verkürzt zeitgleich die Bearbeitungszeiten auf den Ämtern und Ihr kommt dabei sicher auch besser und günstiger weg.

Es gibt diverse Tipps zum Verhalten während solcher Kontrollen, wie z.B. vorzugeben nichts zu verstehen, allerdings dürften die Erfolgsaussichten stark von der Situation und den jeweiligen Beamten abhängen. Wichtig ist am Ende unseres Erachtens nur, dass Ihr ruhig und freundlich bleibt und abwartet, bis Euch der Beamte von sich aus ein Angebot zur pragmatischen Lösung macht. Zudem solltet Ihr während Ihr Auto fahrt, immer nur einen kleinen Geldbetrag im Geldbeutel (50 MXN – 100 MXN) haben und den Rest anderweitig verstauen.

Parken

Grundsätzlich ist es auf Yucatán kein Problem einen Parkplatz für Euren Wagen zu finden. In vielen Orten und Städten könnt Ihr einfach am Straßenrand parken, es sei denn Ihr seht eine gelbe Markierung entlang der Gehsteinkante. Diese bedeutet Parkverbot.

Ansonsten ist das Zeichen für Parkplätze ist ein “E” für “Estacionamiento”. Ein durchgestrichenes “E” bedeutet entsprechend, dass das Parken verboten ist.

Wie überall auf der Welt ist ein überwachter, dann aber in der Regel kostenpflichtigen Parkplatz ist natürlich sicherer, als wenn Ihr am Straßenrand steht.

An einigen der Maya-Ruinen oder an den Cenoten gibt es oft kostenlose Parkplätze, manchmal, wie zum Beispiel in Chichén Itzá, Uxmal oder Cobá wird jedoch auch eine Gebühr fällig.

Zudem bieten viele Unterkünfte kostenlos gesicherte Parkplätze an.

Reiseroute

In unserem Beitrag 13 Tage in Mexiko – Ein Routenbeispiel für die Halbinsel Yucatán zeigen wir Euch unsere Route auf Yucatán.

Fazit

Während unser zweiwöchigen Rundreise mit dem Mietwagen hatten wir weder Probleme noch haben wir uns in irgendeiner Form unsicher gefühlt. Zudem sind die Straßen ganz überwiegend prima ausgebaut und es herrscht – mit Ausnahme in einigen größeren Orten – wenig Verkehr.

Selbst wenn Ihr angehalten oder an der Tankstelle betuppt werdet, denkt immer daran, dass es sich in der Regel nur um geringe Geldbeträge handelt, so dass es sich nicht lohnt sich länger darüber zu ärgern. Dies gehört beim Reisen – nicht nur in Mexiko – einfach dazu.

Wir haben die Rundreise mit dem Mietwagen sehr genossen, insbesondere da wir auch abgelegene Orte ohne teure Touren ansteuern und bei den Sehenswürdigkeiten vor den Touristenströmen ankommen konnten. Wir können Euch daher nur empfehlen diese Option in Betracht zu ziehen.

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Weitere allgemeine Informationen zu Flügen, Unterkünften, Verpflegungen usw. könnt Ihr in unserem Beitrag Wissenswertes für eine Reise durch Yucatán in Mexiko nachlesen. Hier findet Ihr auch eine Kostenaufstellung unserer Reise.

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