• Menü
  • Menü

Fortbewegung auf Kuba

Fortbewegung in Kuba ist überhaupt kein Problem und es gibt grundsätzlich für jeden Geschmack, jede Strecke und für jeden Geldbeutel das passenden Transportmittel.

Schnell, zuverlässig und günstig kommt Ihr zum Beispiel mit den Touristenbussen Viazul oder Transtur durch das Land. Für (nahezu) dasselbe Geld kommt für Überlandfahrten alternativ auch eine Fahrt im Sammeltaxi (Colectivo) in Betracht, für kurze Strecken und Tagestouren bieten sich hingegen eher private Taxen an. Am Flexibelsten seit Ihr natürlich mit dem Mietwagen, allerdings hat diese Freiheit auch Ihren Preis.

Eines gilt allerdings für alle Fahrten: Es klappt immer und es ist jedes Mal ein ganz eigenes Erlebnis.

Während unser Kubarundreise habe wir viele der gängigen Fortbewegungsmittel kennengelernt und geben Euch im Folgenden eine kurzen Überblick über Eure Möglichkeiten.

Bitte beachtet, dass die Preise sich auf den Stand Frühjahr 2016 beziehen und daher mittlerweile abweichen können.

Überlandbusse (Viazul/ Transtur)

Am bequemsten und günstigsten kommt Ihr mit dem Bus herum. Der Anbieter Viazul bietet dafür viele Verbindungen quer durch das Land in nahezu alle großen Städte an.

Tickets dafür könnt Ihr vorab online auf der Homepage von Viazul kaufen und mit Kreditkarte bezahlen, allerdings lassen sich die Tickets im Falle eines Planwechsels nicht mehr umtauschen. Alternativ könnt Ihr die Ticktes aber natürlich auch direkt vor Ort in den Viazul-Stationen kaufen. 

Beachtet bitte, dass Plätze auf beliebte Strecken, wie z.B. Havanna-Viñales oder Trinidad-Varadero, schnell eng werden können. Hier lohnt es sich die Tickets so früh wie möglich vorher online oder vor Ort kaufen bzw. reservieren. Für die meisten anderen Strecken reicht es jedoch, wenn Ihr Euch rund eine Stunde vor Abfahrt ein Ticket am Schalter besorgt.

Wichtig: Für den Fahrkartenkauf vor Ort bzw. für eine Reservierung benötigt Ihr Euren Reisepass.

Wenn Ihr die Tickets bereits online oder frühzeitig vor Ort gekauft bzw. reserviert hab, müsst Ihr lediglich eine halbe Stunde vor Abfahrt da sein, um einzuchecken. Hier braucht Ihr neben Eurem Ticket wieder Euren Reisepass. Sofern Ihr noch kein Ticket und auch keine Reservierung habt, solltet Ihr mindestens eine Stunde vor Abfahrt da sein.

In den größeren Städten, wie z.B. in Havanna und Trinidad sind die Terminals grundsätzlich den ganzen Tag besetzt, in den kleinen Bahnhöfen, z.B. in Cinfuegos öffnen die Büros in der Regel allerdings erst ca. eine Stunde vor Abfahrt des Busses. 

Manchmal gibt es auch weder eine Station, noch eine Haltestelle. In Playa Larga zum Beispiel steigt Ihr einfach an der Straße ein und bezahlt Euer Ticket beim Busfahrer.

Tickets kosten im Schnitt 7 CUC für 100 km, an manchen Stationen zahlt Ihr zusätzlich noch 1 CUC pro Gepäckstück.

Die Busse sind schnell, sicher, komfortabel und günstig. Verspätungen sind sehr selten, wir selbst haben keine erlebt.

Alle Busse haben eine Klimaanlage und eine Toilette, wobei diese bei uns jedoch immer abgeschlossen war. Dafür gibt es bei längeren Strecken kurze Pausen an Raststätten. Die Klimaanlage war ebenfalls nicht immer an bzw. einmal war es so kühl, dass wir warme Sachen überziehen mussten. 

Wichtig: Ihr solltet auf jeden Fall immer frühzeitig am Busbahnhof oder der Haltestelle sein, denn oftmals fahren die Busse eher einige Minuten zu früh, als zu spät ab.

Als Alternative zum Viazul fahren die Transtur Busse von Conectado Cuba für denselben Preis ebenfalls diverser Überlandstrecken ab. Die Verbindungen sind allerdings deutlich spärlicher, als bei den Viazuls.

Ansonsten ist der einzige Unterschied, dass die Busse nicht an Busbahnhöfen, sondern an ausgewählten Hotels. Tickets müsst Ihr mindestens 24 Stunden vorher bei den örtlichen Reisebüros Cubanacán oder Cubatur (manchmal auch Infotur) kaufen. 

Der Transport mit der Busgesellschaft Astro ist nicht möglich, da diese ausschließlich den Kubaner vorbehalten sind und daher keine Touristen mitnehmen (dürfen).

Colectivo (Sammeltaxi)

Für (nahezu) denselben Preis wie die Viazul-Busse bieten außerdem Sammeltaxis, genannt Colectivos, Überlandstrecken an. Bei den Colectivos handelt es sich in der Regel um alte Ami-Wagen aus den 50er Jahren, die vor den Viazul Bahnhöfen warten und erst abfahren, wenn sie (über)voll sind.

Unser Acht-Personen Colectivo nach Playa Larga

Zudem werdet Ihr Euch Einsteigen meistens fragen, wann der Wagen wohl endgültig auseinander fällt oder ob es die Strecke überhaupt noch ohne Panne übersteht, die Fahrer scheinen daran jedoch keinen Gedanken zu verschwenden und rasen fröhlich über die Schlaglöcher auf den Straßen. Wahrscheinlich ist der Zustand des Wagens dann doch oft nicht so schlimm, wie er aussieht.

Wenn Ihr mit einem Colectivo fahren wollt/müsst, gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten:

Die Erste ist, dass Ihr zum Abfahrtszeitpunkt des Viazuls zum Busbahnhof geht und Euch dort selbstständig mit Reisenden zusammen tut, die keinen Platz mehr im Bus bekommen haben und dasselbe Ziel wie Ihr ansteuern. Sobald Ihr genügend Mitfahrer für ein Auto seid, kann die Fahrt losgehen.

Ein wenig einfacher ist es bereits einen Tag oder mehrere Tage vorher zum Busbahnhof gehen und Euch einen Taxifahrer suchen, der Euer Ziel anfährt. Dieser hat entweder schon Mitfahrer auf seiner Liste oder wird sich selbstständig bis zu dem mit Euch vereinbarten Taxitermin noch die erforderliche Anzahl uchen.

Die beste Alternative ist jedoch einfach Euren Casa-Besitzer zu informieren, dass Ihr gern am soundsovielten nach xxx fahren wollt. Die Casa-Besitzer rufen dann irgendwo an (wahrscheinlich in so etwas wie einer Zentrale) und sagen Euch hinterher, wann das Taxi Euch abholt.

Bei den letzten beiden Varianten holen Euch die Taxifahrer übrigens zur vereinbarten Uhrzeit (oder ein wenig eher) bei Euren Unterkünften ab und fahren Euch bis zu Eurer nächsten Unterkunft (Adresse bereithalten).

Wir selbst haben zweimal ein Colectivo über unseren Casa-Besitzer geordert und das hat beide Male einwandfrei funktioniert.

Colectivos sind wirklich eine prima Möglichkeit zur Fortbewegung und Ihr seid, da sie nicht nach festen Fahrplänen fahren, zeitlich in der Regel deutlich flexibler, als mit dem Viazul.

Allerdings sind sie – gerade auf längeren Strecken – oft nicht die komfortabelste Variante. Die Taxis sind grundsätzlich randvoll (je nach Wagen 4-8 Mitfahrer plus das Gepäck im Kofferraum, auf dem Dach und in den Fußräumen) und bei längeren Strecken müsst Ihr ggf. unterwegs auf einem Parkplatz in einen anderen Wagen umsteigen. Aber keine Sorge, die Kubaner pssen sehr genau auf, dass am Ende auch alle in den richtigen Autos landen.

Private Taxis (Particulares/ Cubataxi)

Ebenfalls ein gutes Fortbewegungsmittel sind andere private Taxis (Particulares) und die Taxis von Cubataxi.

Diese bieten zwar in der Regel keine Überlandstrecken an, dafür könnt Ihr mit ihnen aber gut Stadtfahrten oder Tagestouren unternehmen.

In den Städten könnt Ihr außerdem, wenn Ihr kein Gepäck dabei habt, bei kürzeren Strecken alternativ zu den relativ teuren Taxis auch auf die etwas billigeren Cocotaxis, Fahrradtaxis oder Pferdekutschen umsteigen.

Sofern Ihr ein Taxi für eine Tagestour benötigt, könnt Ihr entweder einen Taxifahrer auf der Straße ansprechen oder – wie beim Colectivo – einfach Euren Casa-Besitzer informieren, welchen Ausflug Ihr wann unternehmen möchtet und dieser organisiert dann für Euch das Taxi/ den entsprechenden Ausflug.

Je nachdem was Ihr geplant habt, fährt Euch der Taxifahrer dann entweder zu dem vereinbarten Ziel und wartet bis Ihr zurück kommt (z.B. Topes de Collantes) oder er fährt mit Euch, wie bei einer organisierten Tour, die verschiedenen Sehenswürdigkeiten an und wartet jeweils bis Ihr diese besichtigt habt (z.B. Valle de los Ingenios).

Bei kurzen Strecken von 15 – 20 Minuten bringt er Euch zum gewünschten Ziel, vereinbart mit Euch eine Abholzeit und holt Euch dann zum vereinbarten Zeitpunkt wieder ab (z.B. Playa Ancon).

Wir haben alle drei Varianten getestet und es gab niemals Probleme. Alle unsere Ausflüge und Fahrten wurden von den Casa-Besitzer organisiert und oft wurden wir sogar direkt unserer Ankunft gefragt, ob wir Interesse an dem einen oder anderen Ausflug hätten. Die Preise waren immer sehr fair und meist noch günstiger, als im Reiseführer angegeben. Ob Ihr auf der Straße einen erheblich besseren Preis aushandeln könnt, müsstet Ihr ausprobieren, wir halten das allerdings nicht für sehr wahrscheinlich.

Grundsätzlich gilt, dass Ihr Euch bei Vermittlungen über die Casa-Besitzer eigentlich keine Gedanken machen müsst, dass etwas nicht funktioniert, denn diese sind sehr auf gute Bewertungen bei Tripadvisor oder anderen Portalen angewiesen und kümmern sich daher gur darum, dass alles glatt läuft und Ihr zufrieden seid.

Ansonsten könnt Ihr Ausflüge aller Art natürlich auch über die Reisebüros Cubanacán oder Cubatur vor Ort buchen. Diese sind dann aber nicht nur (zum Teil erheblich) teurer, sondern Ihr seid, da Ihr dann in der Regel mit einer größeren Gruppe unterwegs seid, auch weniger flexibel.

Lastwagen (Camiones)

Sofern Ihr auf jeglichen Komfort verzichten könnt, reist Ihr mit den sog. Camiones am günstigsten. Dabei handelt es sich um umgebaute Lastwagen mit harten Stahlbänken und/oder Stehplätzen, die immer sehr voll und sehr unbequem sind. Meist fahren sie nur relativ kurze Strecken, so dass Ihr bei weiteren Entfernungen im Zweifel mehrmals umsteigen müsst. Diese Alternative ist daher eher etwas für sehr abenteuerliche Touristen, die zusätzlich gut Spanisch sprechen und außerdem mit nur wenig Gepäck reisen.

Bahn

Eine weitere günstige Option (ca. 4 CUC für 100 km) ist die Bahn, allerdings ist die kubanische Bahn für Ihre Unpünktlichkeit und Langsamkeit bekannt, auf mehrstündige Verspätungen solltet Ihr daher immer gefasst sein. Zudem ist das Streckennetz eher überschaubar. Insoweit solltet Ihr wenn möglich nur in allerletzte Alternative eine Zugfahrt in Betracht ziehen.

Mietwagen

Am schnellsten und bequemsten seid Ihr sicherlich mit einem Mietwagen unterwegs, allerdings hat diese Freiheit (insbesondere in der Hauptsaison) Ihren Preis. Je nach Fahrzeug und Mietdauer werden für einen Kleinwagen mindestens 45,- EUR täglich fällig, für einen Mittelklassewagen sogar rund 60,- EUR.

Hinzu kommen die täglichen Versicherungsgebühren, die erste Tankfüllung, die Flughafengebühr, Gebühr für den Zusatzfahrer, die Kaution und die private Haftpflichtversicherung vom ADAC, so dass Ihr bei 14 Tagen in der Hauptsaison mit einem Mittelklassewagen schnell bei über 1.000,- EUR (zuzüglich Benzinkosten) landet.

Außerdem ist auch das Fahren aufgrund der oft sehr schlechten Straßen mit riesigen Schlaglöchern und vielfältigen Verkehrsteilnehmer (z.B. Eselgespanne auf der Autobahn) sehr abenteuerlich. Denkt auch immer daran, dass Navis aufgrund des fehlenden GPS in der Regel nicht funktionieren.

Fazit/ More

Wir selbst sind mit dem Viazul und den Colectivos zuverlässig und günstig gereist. Für alle Ausflüge vor Ort haben wir uns über die Casa-Besitzer ein privates Taxi organisieren lassen, was ebenfalls immer sehr gut geklappt hat. 

In unserem Beitrag 13 Tage durch Kuba – Ein Routenbeispiel und in den entsprechenden Reiseberichten könnt Ihr nachlesen mit welchem Transportmittel wir wann gereist sind, welche Kosten dafür angefallen sind und wie lange die Fahrt bzw. der Ausflug gedauert hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

18 Kommentare