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Parque Nacional Tierra del Fuego – Cerro Guanaco Trail

Östlich der Cordillera Darwin und damit der Gebirgskette, die die letzte große Erhebung der Anden vor dem Ende Südamerikas bildet, liegen die feuerländischen Anden, die die südliche Ausdehnung der gesamten Andenkette markieren.

Am Ende eines der bis zu 1.500 Meter hohen Bergrücken, liegt der Cerro Guanaco, der mit 950 Metern der höhste Berg des Tierra del Fuego Nationalpark ist.

Der Aufstieg auf seinen Gipfel ist ist anstregend, aber dafür wartet als Belohnung eine unbeschreibliche Aussicht auf die Bergkette der feuerländischen Anden, die Torfmoore, eine Vielzahl von Seen, den Beagle-Kanal und Ushuaia.

Bevor Ihr zum Gipfel des Cerro Guanaco starten könnt, müsst Ihr Euch im Besucherzentrum (Centro de Visitantes Alakush) registrieren.

Sofern Ihr mit dem Wagen unterwegs seid, geht es danach die Straße weiter bis zum großen Parkplatz am Lago Roca/ Lago Acigami. Reist Ihr mit dem Bus an, müsst Ihr den Weg von Besucherzentrum bis zum Trailhead (rund 600 Meter one-way) laufen. Mit dem hübschen See neben Euch sollte der Weg jedoch schnell vergehen.


Trail Facts

  • Lage: Parque Nacional Tierra del Fuego
  • Start: Lago Roca camp site
  • Traillänge: 11,9 Kilometer
  • Höhenunterschied: 1.000 Höhenmeter
  • Dauer: 6 Stunden
  • Besonderheit: Lago Roca, Lago Acigami, Aussicht auf die feuerländischen Anden, Torfmoore, eine Vielzahl von Seen, den Beagle-Kanal und Ushuaia

Vom Parkplatz aus geht es dann zunächst auf dem Senda Hito XXIV idyllisch und eben am See entlang.

Nach circa einem Kilometer erreicht Ihr dann die Weggablung zum Cerro Guanaco. Ab hier steigt der Trail nun – teilweise sehr steil – über viele Wurzelstöcke und Steine durch den dichten Wald, bis Ihr nach circa einer Stunde den ersten Aussichtspunkt auf den Lago Roca erreicht.

Schließlich wird der bisher relativ trockene Weg eher schlammig und Ihr müsst über diverse Baumstämme balancieren, um trockene und saubere Füsse zu behalten.

Da auf Feuerland die Baumgrenze schon bei 600 Metern liegt, beginnt der Wald nun langsam sich zu lichten, das Gelände wird jedoch nicht besser. Entlang eines Baches steigt Ihr durch noch mehr Schlamm weiter nach oben, bevor Ihr auf eine offene Grasfläche – das Torfmoor – trefft. Einen richtigen Weg gibt es hier nun nicht mehr, vielmehr lauft Ihr über den schlammigen und nassen Untergrund immer auf den Beginn des wieder steinigen Wegs zu, den Ihr am Ende des Moore bereits nach kurzer Zeit erkennen könnt.

Gratulation an diejenige, die hier mit trockenen und vor allem sauberen Schuhen entlang kommen, wir standen – trotz aller Vorsicht – mehrfach bis zum Knöchel im Schlamm. Irgendwann haben wir es einfach aufgegeben, ab da kamen wir zumindest deutlich schneller voran.

Habt Ihr das Moor endlich hinter Euch gelassen, beginn der letzte, brutale Anstieg. Der Weg ist nun gut zu erkennen, entlang des Geröllhanges geht es nun – teilweise mit einer Steigung von 45 – 60 Grad – dem Gipfel entgegen.

Und obwohl sich die Gratlinie nur wenige hundert Meter über Euch befindet, ist der eigentliche Gipfel immer noch 2 Kilometer nach rechts entfernt. Der Grat ist also nicht das Ende, der steilste Aufstieg steht Euch danach noch bevor. Immerhin werden wenigstens die Aussichten schnell sehr gut und machen Lust auf mehr.

Wenn Ihr irgendwann glaubt, dass Ihr den Gipfel nie mehr erreicht, habt Ihr es schließlich doch geschafft und werdet mit der unglaublichsten Aussicht überhaupt belohnt.

Unter Euch blickt Ihr auf Ushuaia und eine Vielzahl von wundervoll blau leuchtenden Seen, dahinter erheben sich die Ausläufer der Anden und der Beagle Kanal. Auf der anderen Seite ist das Torfmoor, durch welches Ihr vor einiger Zeit noch gewatet seid.

Wenn Ihr Euch dann vom Aufstieg erholt und die Aussicht ausreichend genossen habt, geht es auf dem nunmehr bekannten, aber nicht weniger steilen und matschigen Weg wieder zurück zum Parkplatz.

Der Trail zu Cerro Guanaco hat uns – obwohl wir relativ gut in Form sind – einiges abverlangt und gerade das Waten durch den Schlamm fanden wir zeitweise alles andere als witzig. Trotzdem haben sich die Strapazen am Ende gelohnt und die Aussicht hat uns sprachlos gemacht. Wir hatten – wie Ihr auf den Fotos sehen könnt – allerdings auch ziemlich gutes Wetter und vor allem war es ausnahmsweise – auch auf dem Gipfel – relativ windstill.

Sofern Ihr aber halbwegs fit seid, würden wir Euch den Trail trotzdem empfehlen. Er dürfte sich jedoch nur bei gutem Wetter lohnen, da ansonsten die Weitsicht vom Gipfel, die den Trail zu einer Empfehlung macht, fehlt.

Denkt jedoch daran, früh genug zu starten, der Zeitbedarf in der Karte des Nationalparks und auf den Wegweisern wird one-way mit bis zu 4 Stunden angegeben.

An Alternativen mangelt es ansonsten allerdings auch nicht, im Park gibt es insgesamt zehn Wanderungen unterschiedlicher Länge.

Wir selbst haben uns neben dem Cerro Guanaco Trail noch für den Senda Costera entschieden, der sicherlich einer der schönsten Küstenwanderwege der Insel ist.

Ansonsten könnt Ihr auch Ushuaia einen Besuch abstatten oder im Rahmen einer Bootstour über den Beagle Kanal Pinguine oder Seelöwen beobachten.

Wenn Ihr mehr Zeit auf Feuerland verbringt, lohnt sich außerdem ein Besuch im Parque Pingüino Rey.

Eine Übersicht und allgemeine Infos zur Insel findet Ihr in unserem Beitrag Einmal quer durch Feuerland bis nach Ushuaia.

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