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Side – Die untergegangene antike Stadt

Etwa 75 Kilometer östlich von Antalya liegt malerisch auf einer kleinen Halbinsel der beliebte Touristenort Side. Side hat vom allem etwas: Lange Sandstrände, geschichtsträchtige Ruinen, moderne Hotelkomplexe und türkische Gastfreundschaft – also der perfekte Ort, um Urlaub zu machen.

Links und rechts entlang der Halbinsel befinden sich im Westen in den Stadtteilen Gündoğdu, Çolaklı, Evrenseki und Kumköy und im Osten in den Stadteilen Sorgun und Titreyengöl einige der besten Luxushotels der türkischen Riviera, während quasi in der Mitte das gemeinhin als Side bezeichnete Selimiye und die antike Stadt Side liegt. Diese wurde bereits im siebten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung von den Griechen gegründet und damit vor über 2.500 Jahren erstmals besiedelt.

– Aktualisiert Juni 2021 –

Ein wenig Geschichte

In der römischen Kaiserzeit war Side eine bedeutende Hafenstadt und einer der wichtigsten Handelsplätze in Kleinasien. Im 10. Jahrhundert wurde die Stadt jedoch aus unbekannten Gründen verlassen und die Gebäude begannen zu verfallen. Ein Erdbeben im 12. Jahrhundert zerstörte dann viele der noch verbliebenen Bauwerke endgültig.

1895 gründeten türkische Flüchtlinge aus Kreta auf den Ruinen der südlichen Hälfte das Fischerdorf Selimiye, dass in den 1970er Jahren als Badeort entdeckt wurde und seitdem, wie viele Orte an der Türkischen Riviera, einen andauernden touristischen Aufschwung erlebt.

In diesem dicht besiedelten Gebiet verblieben nur wenige antike Gebäude. So wurde zum Beispiel der südliche Teil des alten Sides vom heutigen Zentrum des Ortes überbaut, der nordöstliche Teil der damaligen Stadtfläche hingegeben ist von Dünen überdeckt. Seit 1947 finden die bis heute andauernden Ausgrabungen statt, so dass mittlerweile viele der monumentalen Ruinen zu besichtigen sind.

In der Altstadt findet Ihr mittlerweile sogar Glasböden, durch die Ihr auf die unter der heutigen Altstadt liegenden Grundmauern der antiken Stadt hinabschauen könnt.

Das römische Ruinenfeld

Für die Touristen, die Side mit dem Dolmus erreichen, beginnt der Tag in der Regel an der Busstation, die circa 700 Meter außerhalb der Altstadt liegt.

Sobald Ihr das Gelände der Busstation verlasst, stoßt Ihr auf der rechten Seite direkt auf die erste imposante Ruine, das Nymphaion. Dieses Brunnenhaus diente unter anderem zur Wasserversorgung und besaß eine 52 Meter lange, dreistöckige Fassade mit einem Wasserbecken davor.

Nur einige Meter weiter findet Ihr dann nicht nur riesige Ruinenfelder, sondern auch das Aquädukt, dass damals zum Transport von Wasser genutzt wurde.

Vom Bogen des Aquädukts habt Ihr übrigens einen tollen Blick auf das weitläufige Ruinenfeld.

Direkt neben dem Aquädukt liegt die sogenannte Säulenstraße, die damals längs über die Halbinsel bis zum Hafen führte. Große Teile der ehemaligen Straße wurden freigelegt, so dass Ihr gut die Überreste der kleinen Läden, das Mosaikpflaster der überdachten Fußgängerüberwege und einige Fahrbahnplatten erkennen könnt.

Folgt Ihr der Hauptstraße weiter in Richtung Zentrum, könnt Ihr links immer wieder in das Ruinenfeld abbiegen. Hier wurden einige typische Häuser vornehmer Bürger, sogenannte Peristyl-Villen, freigelegt.

Nehmt Ihr die letzten Abbiegung vor dem Stadttor, gelangt Ihr außerdem relativ schnell zu den Ruinen des alten Krankenhauses.

Dringt Ihr von dort aus dann weiter in die Ruinenstadt ein, stoßt Ihr im weiteren Verlauf auf viele weitere verfallene Gebäude, unter anderem auch auf den ehemaligen Bischofspalast und die Basilika.

Wenn Ihr keine der Ruinen verpassen möchtet, könnt Ihr einfach dem historischen Rundweg folgen, es macht aber auch Spaß einfach querfeldein zu laufen und sich über jede neue Ruine und jedes neue Fotomotiv zu freuen.

Im Idealfall landet Ihr am Ende Eurer Erkundungstour wieder bei dem alten Krankenhaus, von wo Ihr bereits einen ersten Blick auf das Theater und die ziemlich imposante Agora, den zentrale Fest-, Versammlungs- und Marktplatz einer Stadt, werfen könnt.

Kurze Zeit später bekommt Ihr von der Hauptstraße aus aber auch noch einen ungetrübten Blick auf den Platz.

Stadttor u. Theater

Schließlich erreicht Ihr dann das um 400 vor unserer Zeitrechnung entstandene Stadttor und damit auch den Eingang zur Altstadt.

Direkt dahinter befindet sich auf der einen Straßenseite der Eingang zum Side-Museum, auf der anderen Seite der Eingang zum dem eindrucksvollen Theater.

Der gewaltige Bau ist der einzige an der türkischen Küste, der freistehend ist, also nicht an einen Hang angelehnt errichtet wurde. Mit Platz für rund 17.000 Zuschauern gilt er außerdem als das größte Theater der türkischen Südküste.

Der Eintritt kostet 10 TL und ausnahmsweise könnt Ihr hier mal nicht in Euro zahlen, sondern nur in Lira oder mit Kreditkarte.

Unseres Erachtens lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall. Wir haben das römische Theater mittlerweile bereits mehrfach besucht und sind immer wieder beeindruckt.

Die Altstadt

Danach geht es durch die gemütliche Innenstadt hinunter zum Hafen. Auf dem Weg laden Euch zahlreiche Teppich-, Leder-,  Juwelier- und   Bekleidungsgeschäfte zum Shoppen, Bummeln und natürlich auch zum Handeln ein. Außerdem gibt es ausreichend Restaurants und Cafés, in denen Ihr eine kleine Mittagspause einlegen könnt.

Kurze Zeit später erreicht Ihr dann die Strandpromenade und den kleinen Fischerhafen. Schlagt Ihr hier den Weg nach links ein, so erreicht Ihr bereits kurze Zeit später eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt, den Apollon Tempel.

Früher standen hier einmal zwei Tempel: Ein großer, der der Athene geweiht und ein kleinerer, der dem Apollon geweiht war. Beide Tempel wurden im 2. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung errichtet und später bei einem Erdbeben zerstört. Die fünf Säulen des Apollontempels, die Ihr heute seht, wurden später wieder aufgebaut.

Folgt Ihr nun immer weiter dem Weg am Meer entlang, kommt Ihr durch die kleinen verwinkelten Gassen irgendwann wieder auf die Hauptfußgängerzone und damit auch zum Stadttor zurück.

Wenn Ihr jetzt noch Lust habt, dann könnt Ihr noch den kleinen Weg gegenüber des Stadttores hinuntergehen. Dort liegt eine am Meer entlang führende Promenade, die kleine Strandzugänge und einen grandiosen Blick auf das Gebirge bietet.


Einen Besuch in Side genießen wir jedes Mal und es gibt immer etwas anderes zu entdecken. Im Sommer kann es hier sicherlich sehr voll werden, aber in der Wintersaison ist es hier himmlisch idyllisch. Außerdem beeindruckt uns der starke Kontrast zwischen den alten Ruinen und der modernen Stadt immer wieder aufs Neue.

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