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Tulum – Der Touristenmagnet an der Karibikküste

Neben Playa del Carmen und Cancún ist Tulum sicherlich einer der meist besuchten Orte an der Playa Maya, der Karibikküste Yucatáns.

Die Besucher kommen insbesondere wegen der angeblich schönsten Strände Yucatáns, den hippen Läden und der Intragram-Spots und viele schwärmen, dass Tulum die schönste Stadt der Halbinsel sei.

Das Ganze hat aber auch eine andere Seite: Wir selbst beispielsweise fanden Tulum deutlich zu voll, die Preise – sowohl für Unterkünfte und Verpflegung, als auch für viele Aktivitäten – deutlich zu hoch und die viel beworbenen Maya-Ruine im Vergleich zu den anderen archeologischen Stätten, die wir gesehen haben, schrecklich unspektakulär.

Wie Ihr vielleicht merkt: Tulum hat uns nicht überzeugt. Das kann allerdings auch daran liegen, dass wir an der Playa Maya erst am Ende unseres Roadtrips angekommen sind und davor Städte, Ruinen und Cenoten genießen konnten, die noch nicht hoffnungslos überlaufen waren.

Wir haben daher zwar zwei Nächte ein wenig außerhalb von Tulum verbracht, in der Stadt selbst aber nicht wirklich etwas unternommen.

Insbesondere zu einem Besuch in einer der bekannten Cenoten konnten wir uns aufgrund der Preise (z.B. 500 MXN (!) für die Gran Cenote) und den Schlangen an den Eingängen nicht durchringen. Es gibt viele andere Cenoten, die wunderschön und deutlich günstiger sind.

Maya-Ruinen von Tulum
Anreise

Die archäologische Stätte liegt am Ortsausgang von Tulum, nur circa 4 Kilometer vom Zentrum entfernt. Ihr könnt sie daher von Tulum oder der Hotelzone aus gut mit dem Fahrrad, dem Bus oder dem Mietwagen erreichen.

Die letzten rund 800 Meter müsst Ihr dann, wie alle anderen Besucher auch, zu Fuß zurücklegen, da die Straße für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist.

Vor Ort gibt es diverse kostenpflichtige Parkplätze, die – je nach Parkplatz – um die 100 MXN pro Tag kosten. Auf dem Estacionamiento Oficial Ruinas Tulum, der nicht viel weiter entfernt ist, könnt Ihr mit einem PKW sogar kostenlos parken.

Öffnungszeiten, Tickets u. Zeitbedarf

Wie die meisten archäologischen Stätten in Mexiko sind auch die Ruinen von Tulum von 08.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet und sofern Ihr die Anlage zumindest halbwegs in Ruhe genießen wollt, solltet Ihr auch spätestens zur Öffnungszeit am Eingang sein.

Selbst dann sind in der Regel zwar schon sehr viele andere Besucher vor Ort, später am Tag geht die Schlange dann aber oft die gesamte Straße hinunter.

Der Eintritt in die Ruinenstätte ist im Vergleich zu den sonstigen Eintrittspreisen in Tulum tatsächlich relativ günstig und kostet lediglich 65 MXN pro Person. Ihr könnt allerdings nur in bar und passend zahlen. 

Aktuelle und offizielle Informationen findet Ihr auch auf der Homepage der Zona Arqueológica de Tulum.

Da die Anlage nicht übermäßig groß ist, müsst Ihr als Zeitbedarf allenfalls rund eine Stunde einplanen.

Die Anlage

Vom Eingang aus erreicht Ihr die Ruinenstätte bereits nach einem kurzen Fußweg. Allein anhand der Größe des Geländes lässt sich noch gut erkennen, dass die Stadt in ihrer Blütezeit im 13. und 14. Jahrhundert eine der größeren Städte auf der Halbinsel war.

Geschützt als archäologischen Stätte ist heute der Kultbereich in der inneren Stadt, der – mit Ausnahme der Meerseite – seinerzeit von einer fünf Meter breiten Stadtmauer umgeben war.

 Das Herzstück ist der Zeremonialtempel El Castillo, der mit einer Größe von 7,5 Metern zugleich das größte und markanteste Gebäude der Anlage ist.

Daneben könnt Ihr unter anderem auch noch die Überreste des Templo del Dios Descendente (Tempel des Herabsteigenden Gottes), des Templo de las Pinturas (der Freskentempel) oder des Templo del Dios del Viento (Tempel des Windgottes), sowie diverse Leguane bewundern.

 Das Besondere der Anlage sind allerdings sicherlich nicht unbedingt die Gebäude, denn diese sind – im Gegensatz zu diversen anderen Maya-Stätten – weder besonders spektakulär noch gut erhalten. Vielmehr ist es eher die Lage direkt an der Küste, welche die Anlage sehenswert macht.

Grundsätzlich besteht sogar die Möglichkeit über eine Treppe zum Meer hinabzusteigen, bei unserem Besuch war der Strandabschnitt jedoch gesperrt.

Wir selbst haben während unserer Rundreise sehr viele archäologische Stätten besucht und fanden die Ruinen von Tulum im Vergleich am wenigsten spektakulär. Sofern Ihr also nicht ohnehin vor Ort seid, könnt Ihr sie unseres Erachten auch ohne schlechtes Gewissen aussparen.

Maya-Ruinen in der Umgebung

Wie bereits erwähnt gibt es auf Yucatán diverse spektakulärere Maya-Stätten, von denen einige in der näheren Umgebung von Tulum liegen.

Cobá

Nur knapp 45 Minuten von Tulum entfernt findet Ihr die weitläufigen Ruinen von Cobá, die Ihr aufgrund Ihrer Größe am besten mit dem Fahrrad erkundet. Zudem findet Ihr dort ganz in der Nähe auch drei wunderschöne und kaum frequentierte Cenoten, in denen Ihr Euch im Anschluss ganz wunderbar abkühlen könnt.

Mehr zu der archäologischen Stätte von Cobá und den Cenoten Choo Ha, Tankach-Ha und Multum Ha findet Ihr in unserem Beitrag Cobá – Weitläufige Maya-Stätte und einsame Cenoten.

Chichén Itzá

Deutlich bekannter und DIE Attraktion in der Umgebung sind natürlich die knapp 2 ½ Stunden entfernten Ruinen von Chichén Itzá, die nicht umsonst die meist besuchte Maya-Stätte auf Yucatán sind.

Von Tulum aus könnt Ihr die Ruinen gut mit dem Mietwagen oder auch mit einer geführten Tour erreichen. Idealerweise übernachtet Ihr jedoch lieber in Valladolid oder Pisté.

So oder so solltet Ihr aber auf jeden Fall direkt zur Öffnung um 08.00 Uhr vor Ort sein, um den Touristenmassen aus dem Weg zu gehen.

Auch zu Chichén Itzá haben wir einen eigenen Beitrag geschrieben. Wenn Ihr also mehr wissen wollt, dann schaut doch mal bei Chichén Itzá – Ein neues Weltwunder vorbei.

Ek Balam

Zwei Stunden von Tulum entfernt findet Ihr außerdem die teilweise noch vom Dschungel überwucherte Maya-Ruine Ek Balam.

Sie ist zwar weder die größte, noch die eindrucksvollste Anlage in der Region, gerade aufgrund der riesigen Akropolis, die Ihr sogar noch besteigen dürft, lohnt sich ein Besuch hier unseres Erachtens trotzdem.

Allerdings reist Ihr nach Ek Balam jedoch lieber von Valladolid aus an, da die Entfernung von Tulum für die eher kleine Anlage unseres Erachtens eigentlich schon zu weit ist.

Was Euch in Ek Balam dann erwartet, zeigen wir Euch in unserem Beitrag: Ek Balam – Der Geheimtipp unter den Maya-Ruinen.

Cenoten

Rund um Tulum gibt es sehr viele Cenote, trotzdem fanden wir die Auswahl sehr schwierig. Die bekannten Cenoten, wie z.B. die Gran Cenote, Dos Ojos, Car Wash oder Calavera, waren uns zu überteuert und/ oder viel zu überlaufen.

Zudem sind viele der Cenoten hier offene Cenoten, so dass sie eher an Seen erinnern und auch schwimmbadmäßig aufgemacht sind.

Da wir ohnehin von dem Massentourismus in Tulum genervt waren, sind wir in keiner der “must-see” Cenoten gewesen. Wir sind lieber nach Cobá gefahren und haben dort die drei Cenoten Choo Ha, Tankach-Ha und Multum Ha besucht, die nicht nur wunderschön, sondern auch einsam und nicht überteuert waren.

In der Nähe von Tulum haben wir erst auf dem Weg nach Puerto Morelos die Cenote Caracol und die Cenote Taak-Bi Ha besucht, die beide wunderschön waren, allerdings offensichtlich (noch) nicht auf den Instragram-Listen stehen und daher auch nur mäßig besucht waren.

Cenote Caracol

Die wahrscheinlich coolste Cenote, in der wir während unserer gesamten Rundreise waren, war sicherlich die Cenote Caracol.

Die Anfahrt ist zwar ein wenig mühsam, da Ihr zunächst rund 20 Minuten über eine enge, unbefestigte Piste mit diversen Unebenheiten und Schlaglöchern schaukeln müsst, es lohnt sich aber auf jeden Fall.

Die Cenote Caracol bietet Euch nämlich nicht nur eine sehr schöne und in der Regel einsame Höhlen-Cenote, sondern auch zwei Tunnel, die Ihr durchschwimmen könnt.

Die Tunnel sind dabei nicht nur ziemlich eng, sondern teilweise auch so niedrig, dass Ihr aufpassen müsst mit Eurem Kopf nicht an die von der Decke hängenden Stalaktiten zu stoßen. Da es in der Cenote ziemlich dunkel ist, leuchtet Euch in den Tunnel grüne Lampen den richtigen Weg.

Zudem ist im Eintrittspreis der Besuch einer ganz in der Nähe liegenden Höhle inklusive. Der Rundweg dauert vom Eingang aus vielleicht 20 Minuten.

Die Höhle ist wirklich schön anzuschauen und daher ein netter Abstecher, denn Ihr bei Eurem Besuch in der Cenote Caracol nicht auslassen solltet.

Die Cenote Caracol war eines der absoluten Highlights während unserer Rundreise! Das Schwimmen durch die Tunnel war unheimlich und mystisch zugleich, wobei das Gefühl noch verstärkt wurde, da wir zeitweise nahezu alleine in der Cenote waren.

Der Eintritt in die Cenote kostet 275 MXN pro Person, der Höhlenbesuch ist darin inkludiert. In den Tunneln besteht Rettungswestenpflicht. Von Tulum aus dauert die Anfahrt rund 30-40 Minuten.

Cenote Taak Bi Ha

Auf der Suche nach einer weiteren nicht so überlaufenen Cenote, sind wir auf die Taak Bi Ha gestoßen, die an derselben Straße wie die Cenote Dos Ojos und die Cenote Sac Actún liegt.

Die Taak Bi Ha ist, wie auch die anderen Cenoten in dem Areal, insbesondere bei Tauchern beliebt, die hier die Möglichkeit zum Höhlentauchen haben. Anhand ihrer Lampen könnt Ihr gut erkennen, wie sie aus dem Höhleneingang am Boden der Cenote herauskommen.

Doch auch wenn Ihr nicht taucht, sondern nur in der Cenote schwimmen oder schnorcheln wollt, seid Ihr hier richtig. Mit dem kristallklaren, blauen Wasser mit den kleinen Fischen und den vielen Felsformationen ist sie nämlich wirklich hübsch anzuschauen.

An der Taak Bi Ha hat uns besonders gut gefallen, dass wir hier fast alleine waren, was umso erstaunlicher war, als dass die sehr stark besuchte Dos Ojos gerade mal 5 Fahrtminuten entfernt liegt.

Zwei kleine Wermutstropfen gab es allerdings: Bei unserem Besuch wurde gerade der Einstieg in die Cenote renoviert, so dass alles ein wenig dreckig wirkte. Zudem ist der Eintritt mit 350 MXN unseres Erachtens – gerade wenn Ihr nur schwimmt oder schnorchelt – bereits am oberen Ende.

Sofern Ihr aber eine Alternative zu den üblichen Tulum-Cenoten sucht, ist die Taak Bi Ha sicherlich eine gute Wahl.

More

Nicht weit von Tulum entfernt findet Ihr – neben den beschriebenen Maya-Ruinen und Cenoten – auch das Biosphärenreservat Sian Ka’an, in dem sich auch die archäologische Stätte Muyil befindet.

Zudem ist es auch nach Bacalar mit der wunderschönen Laguna de los siete colores nicht übermäßig weit.

Sofern Euch dann dann aber immer noch nicht reicht, findet Ihr auch noch mehr Ideen für weitere Stopps in unserem Beitrag 13 Tage in Mexiko – Ein Routenbeispiel für die Halbinsel Yucatán.

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